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"Ich diskutiere das sehr gern mit ihm aus"

FIA-Rennleiter reagiert auf Hamiltons Verschwörungsvorwürfe

06.10.2020 13:01
Lewis Hamilton war nicht glücklich über P3 in Sotschi
© MST
Lewis Hamilton war nicht glücklich über P3 in Sotschi

Lewis Hamilton witterte nach dem Grand Prix von Russland eine Verschwörung gegen seine Person. Er war nach seiner Bestrafung durch die FIA-Kommissare der Ansicht, dass er absichtlich eingebremst werde. Wie reagiert Rennleiter Michael Masi auf die Aussagen des WM-Führenden?

"Aus meiner Sicht ist es ganz einfach: Wenn sich Lewis beschweren möchte, ist meine Tür immer offen. Das habe ich ihm und anderen Fahrern in der Vergangenheit schon mehrfach gesagt. Ich diskutiere das sehr gern mit ihm aus", bleibt er nach dem Sotschi-Rennen gelassen.

Woher kam Hamiltons Ärger? Der Brite war mit der Regelauslegung der Kommissare nicht einverstanden. Für zwei Startübungen am Ende der Boxengassen-Ausfahrt kassierte er zwei Fünf-Sekunden-Strafen. "Für so etwas Lächerliches hat noch niemand zwei Fünf-Sekunden-Strafen bekommen", tobte er nach dem Rennen.

Und: "Sie versuchen halt, mich aufzuhalten, oder nicht?" Auf die Nachfrage, ob er das wirklich ernst meine, antwortete er: "Natürlich." Masi stellt auf diese Unterstellung hin klar: "Aus FIA-Sicht sind wir der Schiedsrichter, um die Einhaltung der Regeln zu verwalten."

Rennkommissare agieren als "unabhängige Jury"

Die vier Rennkommissare agieren als "unabhängige Jury, die unsere Regeln ausübt". Da es in diesem Fall einen Regelverstoß gegeben hat, wurde die FIA tätig und verhängte schließlich auch die zwei Zeitstrafen.

Dem Rennleiter ist dabei wichtig zu betonen: "Da ist uns ganz egal, ob es Lewis Hamilton ist oder irgendein anderer der 19 Fahrer. Wenn ein Regelverstoß vorliegt, untersuchen die Kommissare diesen."

Für Verwirrung sorgte nach dem Rennen die Tatsache, dass Hamilton die beiden Strafpunkte, die er ursprünglich ebenso für die Zwischenfälle erhalten hatte, nachträglich wieder aberkannt wurden. Die Punkte wurden in eine Strafe gegen das Team umgewandelt

Wie kam es dazu? "Die Kommissare haben nach dem Rennen Vertreter des Teams und den Fahrer mit der Nummer 44 angehört. Da wurde klar, dass es eine Instruktion des Teams an Lewis war, wo er den Übungsstart machen soll", erklärt Masi. Die Konversation am Boxenfunk wird später zeigen, dass es ein Missverständnis zwischen Boxenmauer und Cockpit gab.

"Auf Basis davon haben die Kommissare die Strafpunkte für beide Entscheidungen zurückgezogen, weil sie finden, dass diese unter diesen Umständen nicht angemessen sind. Das Ergebnis ist eine Strafe in der Höhe von 25.000 Euro für die falsche Anweisung."

Zwar sei Hamilton das Auto gefahren, er wurde allerdings von seinem Team falsch instruiert, so Masi. Das habe eine wesentliche Rolle gespielt, deshalb wurden die zwei Strafpunkte zurückgezogen und in eine Geldstrafe für das Team umgewandelt.