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Erste Niederlage nach zehn Monaten

Müde Bayern kassieren Klatsche bei 1899 Hoffenheim

27.09.2020 17:26
Andrej Kramaric (l.) erzielte gegen den FC Bayern zwei Tore
© Thomas Voelker via www.imago-images.de
Andrej Kramaric (l.) erzielte gegen den FC Bayern zwei Tore

Der FC Bayern München hat ein Fußballspiel verloren - und wie! Die Supercup-Strapazen in Kombination mit einem Defensiv-Desaster haben den Rekordmeister zum ersten Mal seit fast zehn Monaten in die Knie gezwungen.

Der "Quadruple"-Gewinner unterlag am 2. Spieltag 1:4 (1:2) bei der TSG Hoffenheim und verlor die Bundesliga-Tabellenführung an die Kraichgauer.

Ermin Bicakcic (16.), Munas Dabbur (24.) und Andrej Kramaric (77./90.+2., Foulelfmeter) waren für Hoffenheim erfolgreich.

Nur Joshua Kimmich (36.) traf für die Münchner, die erst am Donnerstag den europäischen Supercup nach Verlängerung gegen den FC Sevilla geholt hatten (2:1).

Es war die erste Pflichtspiel-Niederlage des Meisters seit der Pleite (1:2) bei Borussia Mönchengladbach am 7. Dezember 2019. Seitdem hatten die Bayern 32 Partien in Folge nicht verloren, in den zurückliegenden 23 Begegnungen waren die Münchner immer als Sieger vom Platz gegangen.


Mehr dazu: Die besten Netz-Reaktionen zur Pleite des FC Bayern


Das Programm für den FC Bayern bleibt heftig - bereits am Mittwoch steht der nationale Supercup gegen Borussia Dortmund an.

Die Hoffenheimer konnten ihr Glück kaum fassen. "Ein kleines Schlückchen", kündigte TSG-Sportchef Alexander Rosen bei "Sky" an, werde man sich nach diesem "geschichtsträchtigen Spiel" auf jeden Fall gönnen.

FC Bayern zunächst ohne Robert Lewandowski

Bayern-Trainer Hansi Flick verzichtete bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte zunächst auf Stürmerstar Robert Lewandowski. Anstelle des Polen, der zunächst auf der Reservebank saß, lief der Niederländer Joshua Zirkzee von Beginn an auf.

"Robert ist leicht angeschlagen und Joshua hat eine sehr gute Entwicklung genommen", sagte Flick vor dem Anpfiff bei "Sky".

Im Vergleich zum Supercup-Sieg änderte der Coach seine Aufstellung auf insgesamt vier Positionen. Der Franzose Kingsley Coman stand nach abgelaufener Corona-Quarantäne als Ersatzspieler zur Verfügung.

Vor 6030 zugelassenen Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena bestimmten die Gäste, die Ende Februar das von Zuschauer-Beleidigungen gegen den Hoffenheimer Mehrheitseigner Dietmar Hopp überschattete Spiel in Sinsheim 6:0 gewonnen hatten, zunächst wie erwartet das Geschehen.

Die Hoffenheimer, deren neuer Trainer Sebastian Hoeneß sich vor dem Duell mit seinem Ex-Klub viel vorgenommen hatte, lauerten auf Konter.

Kein Handelfer, FC Bayern im Glück

In der 11. Minute hatten die Bayern Glück. Schiedsrichter Benjamin Brand interpretierte ein Handspiel des Münchner Innenverteidigers Jerome Boateng im eigenen Strafraum als nicht strafbar.

Kurz darauf war es mit dem Glück der Münchner aber vorbei. Nach einer Ecke von Dennis Geiger traf Bicakcic per Kopf. Wenig später nutzte Dabbur den Aussetzer des französischen Weltmeisters Benjamin Pavard und baute den Hoffenheimer Vorsprung aus.

Als Reaktion auf den Zwei-Tore-Rückstand riskierten die Bayern frühzeitig sehr viel und entblößten die Abwehr. Den Kraichgauern boten sich so gute Konterchancen. Den Treffer markierte allerdings Kimmich - was den Unmut der Hoffenheimer hervorrief, da Verteidiger Bicakcic zu dieser Zeit verletzt am Boden lag und kurz darauf raus musste.

Partie bleibt spektakulär

Auch danach ging es hoch her. Einen Schuss des kroatischen Vize-Weltmeisters Kramaric konnte der Münchner Nationaltorwart Manuel Neuer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nur mit Glück an die Latte lenken.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war es Dabbur, der innerhalb weniger Sekunden zwei Großchancen liegen ließ (51.). Auf der Gegenseite konnte Zirkzee nicht vollstrecken (57.). Wenige Sekunden später wurde er durch Lewandowski ersetzt. Zudem kam Leon Goretzka für den ganz schwachen Pavard.

Obwohl die Bayern auf den Ausgleich drängten, war den Münchnern die Müdigkeit anzumerken. Völlig ungewohnt fehlte die Durchschlagkraft in der Offensive, die entscheidenden Pässe kamen oft nicht an.

Top-Torjäger Kramaric machte mit seinem vierten und fünften Saisontor den Deckel drauf - den Schlusspunkt setzte er nach einem von Neuer verschuldeten Foulelfmeter.

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