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Zverev gewinnt Regenschlacht, Boris Becker wütet

27.09.2020 21:52
Alexander Zverev gewinnt Regenschlacht bei French Open
© JB Autissier via www.imago-images.de
Alexander Zverev gewinnt Regenschlacht bei French Open

Im Regen von Paris hat Alexander Zverev mühelos die zweite Runde der French Open erreicht.

Zwei Wochen nach seiner bitteren Final-Niederlage bei den US Open gegen Dominic Thiem aus Österreich setzte sich Zverev gegen dessen Landsmann Dennis Novak mit 7:5, 6:2, 6:4 durch.

Der 23-Jährige benötigte bei nasskaltem Wetter nur 2:05 Stunden für seinen Erfolg und überstand als zweiter deutscher Tennisprofi die erste Runde.

"Ich bin sehr zufrieden mit meinem Spiel", sagte Zverev nach seinem Erfolg. "Ich habe vorher ja nicht auf Sand gespielt, und die Bedingungen waren auch nicht so einfach.

Die Tage nach der Enttäuschung von New York habe er in Monte Carlo auf einem Boot verbracht und den Tennisschläger nicht in die Hand genommen. Nun fühle er sich aber wieder bereit für große Taten. "Ich glaube daran, dass ich ein Grand-Slam-Champion sein werde. Ich war nah dran in New York, und ich habe nicht das Gefühl, dass ich da mein bestes Tennis gespielt habe", sagte Zverev.

Für ihn war es der erste Auftritt seit dem dramatischen Endspiel von New York, das die deutsche Nummer eins in fünf Sätzen verloren hatte. Die Turniere in Rom und in seiner Geburtsstadt Hamburg hatte Zverev danach ausgelassen, um sich von den Strapazen in den USA zu erholen.

Die fehlenden Matchpraxis auf Sand war Zverev gegen Novak nur am Anfang anzumerken. Der Weltranglisten-Siebte lief im ersten Satz früh einem Break hinterher und lag sogar 2:5 zurück. Doch dann steigerte sich Zverev und holte sich nach 48 Minuten doch noch den ersten Satz.

Boris Becker: "Wir sind hier nicht bei den Bezirksmeisterschaften"

In der Folgezeit hatte Zverev mehr mit dem schlechten Wetter als mit seinem Gegner zu kämpfen. Obwohl der Regen immer stärker wurde, ließen die Veranstalter das Dach über dem Court Philippe Chatrier lange Zeit nicht schließen. Erst zu Beginn des dritten Satzes hatten die Organisatoren ein Einsehen und schlossen das Dach - während Zverev und Novak einfach weiterspielten.

"Wir sind hier doch nicht bei den Bezirksmeisterschaften, sondern das ist das größte Turnier auf Sand in der Welt", sagte Tennis-Legende Boris Becker als Experte im TV-Sender "Eurosport" ungläubig.

Das schlechte Wetter war ohnehin das Thema Nummer eins am ersten Tag des wegen der Corona-Krise vom Mai in den Herbst verlegten Sandplatz-Spektakels. Kälte, Wind und zu Beginn auch Regen machten allen Beteiligten extrem zu schaffen.

"Das ist ein sportlicher Kulturschock", sagte Becker zum Vergleich zu den Bedingungen bei den US Open in New York, die erst vor zwei Wochen zu Ende gegangen waren. "Die Bedingungen verlangsamen das Spiel extrem."

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