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THW Kiel verarbeitet "Schlag ins Gesicht"

25.09.2020 13:12
Der THW ging gegen Nantes baden
© Holsteinoffice.de/Jörg Lühn via www.imago-images.d
Der THW ging gegen Nantes baden

Selbst die Medienabteilung des THW Kiel nannte es eine "krachende Niederlage", für Trainer Filip Jicha war es "ein Schlag ins Gesicht": 200 Tage hatte der deutsche Rekordmeister wegen der Corona-Pandemie auf Spiele in der Arena an der Ostsee verzichten müssen. Und dann geriet der Restart vor eigenem Publikum mit einer 27:35-Schlappe gegen HBC Nantes zum Debakel.

"So sollte man diesen Klub nicht repräsentieren", sagte der Tscheche verschämt und sichtlich geknickt. Linksaußen Magnus Landin, mit vier Toren noch einer der besseren Werfer, war ebenfalls bedient: "Wenn du in Kiel spielst, bist du es nicht gewohnt, so ein Spiel zu erleben."

Auch die 1523 Fans statt der sonst üblichen 10.285 Zuschauer, die sich mit Abstand auf den Rängen verteilen durften, trauten ihren Augen kaum. Am Ende stand die höchste Niederlage des deutschen Meisters in der Königsklasse seit knapp vier Jahren, seinerzeit war man ausgerechnet gegen den Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt mit 22:30 untergegangen.

Zieht der THW die richtigen Schlüsse?

Gegen diesen Gegner besteht nun aber auch die Chance, sich schnell zu rehabilitieren. Bereits am Samstag treffen sich die beiden Nordklubs in Düsseldorf im Finale um den deutschen Supercup. Aus Sicht von Jichas Vorgänger Alfred Gislason eine exzellente Gelegenheit, die Verhältnisse im Handball-Norden wieder geradezurücken.

"Eine deutliche Niederlage gibt einem Trainer mehr Grundlage als ein knappes und unglückliches Ergebnis, da kann man mehr draus machen. Filip wird die richtigen Schlüsse daraus ziehen", sagte der Isländer, mittlerweile Trainer der deutschen Nationalmannschaft.

Aber zur Wahrheit gehört auch: Wirklich passiert ist dem THW in der Champions League noch nichts. Denn in der Gruppenphase sind gerade einmal zwei von 14 Spieltagen absolviert und nach dem 31:21-Erfolg zum Auftakt in der Königsklasse bei RK Zagreb nehmen die Zebras in der Tabelle unter acht Mannschaften den fünften Platz ein. Nur die beiden letztplatzierten Teams scheiden vorzeitig aus.

Gegen Nantes allerdings waren die Kieler derart neben der Spur, dass auch eine wie gewohnt ausverkaufte Arena den Gastgebern nicht zum Sieg verholfen hätte. Landin meinte: "Die Zuschauer haben gezeigt, wie laut sie sein können. Aber das Match konnten sie nicht gewinnen, das haben wir Spieler allein verloren."

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