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"Haben alle Fehler gemacht"

Schneider will Wagner nicht auf die Schlachtbank führen

24.09.2020 13:59
David Wagner steht beim FC Schalke mit dem Rücken zur Wand
© RHR-FOTO/Tim Rehbein via www.imago-images.de
David Wagner steht beim FC Schalke mit dem Rücken zur Wand

Die Lage auf Schalke ist extrem angespannt, Trainer David Wagner droht mehr denn je das Aus. Nach dem desaströsen 0:8 bei Bayern München und 17 Spielen ohne Sieg scheint den Coach nur noch ein Sieg am Samstag im Kellerduell gegen Werder Bremen retten zu können. Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider stellt sich vor seinen Trainer, vermied aber ein klares Bekenntnis.

"Wenn wir ein Bundesliga-Spiel 0:8 verlieren, haben alle Fehler gemacht", sagte Schneider nach dem Alptraum von München. Er sei aber nicht derjenige, "der Personen öffentlich schlachtet. Das mag es woanders geben, ich tue es nicht", betonte er. Der Sportvorstand ließ sich weder öffentliche Kritik am Trainer noch ein Ultimatum für Wagner entlocken.

Wagner ist jedoch spätestens nach dem schwachen Auftritt seiner Elf in München für viele Fans und Medien der Sündenbock. Als Nachfolger wurden bereits Ex-Spieler Marc Wilmots und der frühere Mainzer Coach Sandro Schwarz gehandelt, doch zu einem Plan B wollte sich Schneider nicht äußern. "Ich möchte diese Frage nicht beantworten. Ich bin nicht derjenige, der alles nach außen plaudert."

Schalke muss "ein anderes Gesicht zeigen"

Am Samstag kommt es auf den Charakter an. Es werde sich zeigen, ob die Mannschaft den Karren "ein Stück weit aus dem Dreck ziehen" kann, meinte Schneider. Gegen Bremen seien alle gefordert. "Wir müssen ein anderes Gesicht, eine andere Leistung zeigen und ein anderes Ergebnis erzielen", forderte Schneider.

Noch nicht ganz so unter Druck steht Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt, obwohl die klare 1:4-Niederlage zu Hause zum Bundesliga-Auftakt gegen Hertha BSC an die letzte Saison mit dem Beinahe-Abstieg erinnerte. "Es ist wichtig, dass wir uns auf uns konzentrieren und nicht gucken, was bei Schalke los ist", sagte Clemens Fritz, bei Werder Leiter für den Bereich Profi-Fußball.

Auch Schalkes Verantwortliche schwer in der Kritik

Auf Schalke stehen die Zeichen hingegen weiter auf Sturm. Schneider muss mittlerweile sogar selbst aufpassen, dass er nicht gemeinsam mit Kaderplaner Michael Reschke nicht noch weiter in die Kritik gerät und womöglich selbst geschasst wird. Dem Duo werden bei der Zusammensetzung der Mannschaft schwere personelle Fehler angekreidet, schließlich arbeiten beide schon in der dritten Transferperiode am Kader.

Schneider bleibt dennoch bei seinem Stil, vermittelt nach Außen hin auch weiter den Eindruck, dass es innerhalb der Mannschaft stimmt - trotz der monatelangen Krise. "Wir haben keine Grüppchenbildung", sagte der Sportvorstand über den Kader. Er selbst war am letzten Samstag bei der Mannschaft, habe auch mit einzelnen Spielern gesprochen, das sei wichtig in der aktuellen Situation. "Es ist ganz normal, nach einem 0:8 können wir nicht zur Tagesordnung übergehen."

Ein Hoffnungsträger im Schalker Team ist Neuzugang Goncalo Paciencia. Der Ex-Frankfurter hätte die Schalker in München in der ersten Spielminute fast in Führung gebracht und tut dem Klub mit seinem Selbstvertrauen gut. "Ich weiß nicht, wie viele Tore ich für Schalke schießen werde, aber ich werde welche schießen", kündigte der Portugiese vor seinem Heimdebüt am Samstag an.

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