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Rummenigge verteidigt Bayerns Katar-Engagement

23.09.2020 16:10
Karl-Heinz Rummenigge fungiert noch bis Ende 2021 als Vorstandchef des FC Bayern
© Frank Hoermann/ SVEN SIMON
Karl-Heinz Rummenigge fungiert noch bis Ende 2021 als Vorstandchef des FC Bayern

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München hat Geheimpläne zur Gründung einer europäischen Super Liga enthüllt und erneut die umstrittene Zusammenarbeit mit Katar verteidigt.

Manchester statt Mainz, Barcelona statt Bremen: Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat zugegeben, dass es in der Vergangenheit durchaus Überlegungen in Richtung "Super League" gab. Aus einem ganz bestimmten Grund wurden diese Pläne jedoch schnell wieder begraben.

"Es gab Bestrebungen dazu, da mache ich keinen Hehl raus. Es gab immer wieder, speziell aus dem Süden Europas, Bestrebungen, eine Super League zu gründen", bestätigte Rummenigge im "Phrasenmäher"-Podcast von "Bild.de" entsprechende Berichte, die der "Spiegel" bereits Ende 2018 veröffentlichte.

Dass die Idee einer "Super League" vor allem aus dem Süden Europas gepusht wurde, hatte einen bestimmten Grund. "Wir haben in Europa alle eine Benchmark namens Premier League. Die Premier League hat drei Mal so hohe Einnahmen wie wir in der Bundesliga, die spanische und die italienische Liga. Dadurch haben wir auf dem Transfermarkt natürlich alle einen klaren Wettbewerbsnachteil", so Rummenigge. 

FC Bayern: Super League "nicht im Interesse des Fußballs"

Um diesen Nachteil auszugleichen, sei vor allem in Südeuropa diskutiert worden, ob die Spitzenklubs nicht alle in einer Liga spielen sollten, berichtete der Münchner Vorstandschef von den Plänen.

"Der Ansatz", so Rummenigge weiter, "war richtig. Nur irgendwann hat man glücklicherweise rechtzeitig realisiert, dass das nicht der Ansatz der Fans ist. Die Fans wollen nicht immer höher, immer schneller, immer weiter", verriet der 64-Jährige, dass sämtliche Pläne letztlich aufgrund der Anhänger verworfen wurden.

"Die Fans mögen ihre nationale Liga. Ich glaube, wenn es ein Spiel wie Dortmund gegen Schalke gibt, dann hat das für die Fans einen unglaublich hohen Stellenwert und das mögen sie lieber als Dortmund gegen Manchester United", ergänzte Rummenigge.

Der FC Bayern sei gegen eine "Super League", schilderte Rummenigge den Standpunkt des Rekordmeisters. "Wir glauben, dass eine Super League nicht die Lösung des Fußballs ist. Wir glauben, eine Super League würde die Spitze des Fußballs noch dominanter machen. Und das kann nicht im Interesse des Fußballs sein."

Katar-Engagement für den FC Bayern "finanziell sehr lukrativ"

Rummenigge äußerte sich auch zur umstrittenen Zusammenarbeit des FC Bayern mit Katar. "Ich weiß, dass das oft kritisch gesehen wird, aber meine Erfahrung ist: Im Dialog kann man Vieles verändern und zum Wohle verbessern. Der Fußball hat in Katar eine wesentliche Verbesserung gebracht und wird diese noch leisten."

Der Vertrag mit einem katarischen Sponsor (Qatar Airways) sei für den FC Bayern "finanziell sehr lukrativ", gab Rummenigge zu, aber: "Wir haben uns diesen Vertrag nicht einfach gemacht, der ist nicht aus der Hüfte geschossen."

Die Motivation sei auch gewesen "einen Beitrag zu leisten, etwas verbessern in einer Region, in der regelmäßig Menschen- und Arbeitsrechte kritisiert werden".

Dies sei gelungen, das bestätigten auch verschiedene NGOs. "Katar ist von allen arabischen Ländern viel weiter als die Nachbarstaaten. Alles, was wir hören, lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Das ist der Beweis: Man muss im Dialog bleiben." Katar werde 2022 "ein sympathischer Gastgeber" der WM sein, prophezeite Rummenigge.

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