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Wie lief's bei ... Luca Waldschmidt?

Waldschmidt arbeitet am 88-Millionen-Euro-Versprechen

22.09.2020 08:47
Luca Waldschmidt erzielte einen Doppelpack für Benfica
© Ivan del Val via www.imago-images.de
Luca Waldschmidt erzielte einen Doppelpack für Benfica

Er arbeitet am 88-Millionen-Euro-Versprechen. Luca Waldschmidt verlässt den SC Freiburg - und das unmittelbare Blickfeld von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. Allerdings nur, um sich bei Benfica Lissabon erst so richtig ins Rampenlicht zu spielen. Fazit nach Spieltag eins: Das gelingt dem 24-Jährigen sehr gut.

Aus den Augen, aus dem Sinn? Luca Waldschmidt spielte bislang dreimal für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Es war bis zum Sommer einfach für Bundestrainer Joachim Löw, ein Auge auf ihn zu haben. Schließlich war der 24-Jährige beim SC Freiburg angestellt, dem Klub, bei dem Löw in der Nähe wohnt, bei dem er gern mal vorbeischaute. Und eben Waldschmidt kicken sah.

Doch dann wechselte dieser Mitte August zu Benfica Lissabon - die Anreise wird sich Löw nicht allzu häufig leisten. Gerät der Waldschmidt also in Vergessenheit? Nun, zum Auftakt der portugiesischen Liga tat die neue Nummer 10 alles dafür, dass es den Bundestrainer in den Fingern jucken wird, doch schnellstmöglich in ein Flugzeug zu steigen.

Die Bühne an diesem Freitag hieß Estadio Municipal 22 de Junho und ist das Heimstadion des FC Famalicao in Vila Nova. Trainer Jorge Jesus stellte Waldschmidt zum Liga-Auftakt in die Startelf. Und wurde prompt belohnt. Anders als am Dienstag beim Aus in der Champions-League-Qualifikation, als er noch nicht auf den Deutschen gesetzt hatte. Benfica hatte da gegen Paok Saloniki mit 1:2 verloren - damit kann der 37-malige portugiesische Meister in der Königsklasse nur zuschauen.

Im Spiel gegen Famalicao lief es deutlich besser - auch dank Waldschmidt. Der 24-Jährige brachte sein neues Team in der 19. Minute in Führung. Und setzte dann beim deutlichen 5:1 auch den Schlusspunkt. In der 66. Minute schoss er das letzte Benfica-Tor.

"Bin sehr glücklich"

"Es war ein sehr guter Start. Ich bin sehr glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben und dass ich dem Team helfen konnte", sagte Waldschmidt nach der Partie. "Der Sieg war natürlich wichtig. Das erste Spiel ist immer besonders. Mit einem Sieg zu starten, sorgt für eingutes Gefühl."

Sein Klub, der sich im vergangenen Jahr dem FC Porto in der Liga geschlagen geben musste, legte also dank ihm furios los. Der Sieg mit vier Toren Unterschied bedeutet die Tabellenführung. Auch die portugiesische Presse kommentierte den ersten Auftritt Waldschmidts euphorisch: "Waldschmidt ist die Verstärkung, die gefehlt hat", schrieb die Zeitschrift "Record". "Der Deutsche war der Beste beim Sieg gegen Famalicao."

Über einen anderen Deutschen schrieb "Record" dagegen weniger Gutes: Julian Weigl. Der Ex-Dortmunder wurde erst in der 76. Minute eingewechselt, da war das Spiel quasi gelaufen. Das Urteil: Trainer Jesus fordert vom 25-Jährigen eine höhere Intensität im Spiel. Passsicherheit ja, Körperlichkeit und Robustheit, nein - das war schon in Deutschland nicht das herausstechende Merkmal von Weigl. Gleich im ersten Spiel dafür vom Trainer abgestraft zu werden, ist bitter.

An Waldschmidt dagegen wird Jesus wenig auszusetzen haben und ihn sicherlich am kommenden Samstag beim ersten Heimspiel wieder aufstellen. Dann geht's gegen den FC Moreirense. Und der Ex-Freiburger wird wieder beweisen müssen, dass die festgeschriebene Ablöse von 88 Millionen Euro, die sich Benfica für ihn ausgedacht hat, in irgendeiner Art und Weise gerechtfertigt ist.

Anja Rau

© n-tv
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