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Kein "Kruse-Effekt" bei Union-Pleite

20.09.2020 10:37
Max Kruse erlebte ein unglückliches Debüt bei den Eisernen
© Bernd König via www.imago-images.de
Max Kruse erlebte ein unglückliches Debüt bei den Eisernen

Nach einer Premiere ohne Glanz wollte der sonst so selbstbewusste Max Kruse nichts mehr schönreden. "Ich glaube nicht, dass ich bei 100 Prozent bin. Nach sechs Monaten Pause ist das auch normal", sagte der prominente Neuzugang von Union Berlin. Der Ex-Nationalspieler war bei der bitteren 1:3 (0:1)-Heimpleite zum Liga-Auftakt in der 71. Minute eingewechselt worden, konnte die Pleite aber auch nicht mehr abwenden.

"Das Momentum war eigentlich auf unserer Seite", meinte Kruse. Kurz nach seiner Einwechselung erzielte Mitspieler Marius Bülter das 1:1 für Union und sorgte dafür, dass eine langen Zeit zähe Partie nochmal Fahrt aufnahm. Doch Augsburg war brutal effektiv und nahm nach Toren von Michael Gregoritsch (82.) und André Hahn (89.) die Punkte mit.

Unions Trainer Urs Fischer musste sich nach dem Spiel fragen lassen, warum er Kruse nicht schon eher gebracht habe. "Er hatte nur Luft für 20, 25 Minuten", meinte er. Es sei abgemacht gewesen, dass er nur so lange spielt. Die späte Einwechselung sei kein Fehler gewesen, meinte Fischer: "Wir haben im Anschluss auch noch zwei Gegentore erhalten, von daher ist es müßig, darüber zu diskutieren, ob es zu spät oder zu früh ist."

Kruse will "hier niemanden anscheißen"

Die Statistik von Kruse war ok: 12 Ballkontakte, zehn gelungene Pässe, zwei Fehlpässe. Nach langer Pause und viel Theater um seinen Wechsel vom 19-maligen türkischen Meister Fenerbahce Istanbul über ausstehende Zahlungen war Kruse am Ende froh, dass er überhaupt wieder spielen konnte. Der Fall liegt mittlerweile beim Weltverband FIFA, dessen Kammer zur Beilegung von Streitigkeiten (Dispute Resolution Chamber/DRC) eine Lösung finden soll.

Kruse konnte sich im Streit mit Fenerbahce allerdings einen weiteren Hieb nicht verkneifen und wetterte gegen die medizinische Abteilung der Türken, die seine Knöchelverletzung offenbar falsch eingeschätzt hatten. "Die Diagnose war am Anfang sechs Wochen - wenn es dann sechs Monate dauert, kann die Diagnose nicht ganz richtig gewesen sein. Ich will hier niemanden anscheißen", meinte der Union-Profi.

Bei Union weiß man nur zu gut, dass man Kruse auch nicht zu viel aufhalsen darf. Die Qualität im Sturm ist äußerst dünn. Anthony Ujah pausiert wegen einer Knieverletzung, Sebastian Andersson wechselte zum Liga-Rivalen 1. FC Köln.

Auch deshalb hat Union am Samstag den 23 Jahre alten Stürmer Taiwo Awoniyi vom FC Liverpool auf Leihbasis verpflichtet. Der Nigerianer kennt die Bundesliga, war in der letzten Saison an Mainz 05 ausgeliehen und erzielte in zwölf Spielen ein Tor.

Zu einem besonderen Erlebnis wurde die Partie für beide Torhüter der Partie, die in der Vorsaison noch jeweils für den Gegner gespielt hatten. "Die 5000 Fans rufen hier nach zwei geilen Jahren meinen Namen", freute sich Rafal Gikiewicz, der von Berlin zu Augsburg gewechselt war und am Ende zu den Gewinnern gehörte.

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