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Ein Hauch von Olympia: Werth siegt im Grand Prix in Balve

18.09.2020 18:09
Isabell Werth siegt im Grand Prix in Balve
© AFP/SID/ROBIN UTRECHT
Isabell Werth siegt im Grand Prix in Balve

Scheinbar schwerelos schwebte Weihegold die Schlusslinie herunter, Isabell Werth saß entspannt im Sattel und lächelte: Mit ihrer schwarzen Stute gewann die sechsmalige Olympiasiegerin aus Rheinberg den Grand Prix zum Auftakt der Dressur-DM in Balve, hinter ihr folgten Mannschafts-Welt- und Europameisterin Jessica von Bredow-Werndl (Aubenhausen) mit Dalera sowie Team-Olympiasiegerin Dorothee Schneider (Framersheim) mit Faustus auf den Plätzen.

Bei der Siegerehrung wirkte Isabell Werth trotz ihrer unzähligen Titel und Rekorde fast ein bisschen gerührt, Weihegold schnupperte derweil recht interessiert an den Blumengebinden. "Sie war wieder auf den Punkt da", sagte Werth: "Sie liefert immer ab, auf sie ist absolut Verlass." Mit Emilio landete die 51-Jährige außerdem noch auf Platz vier. Mit Weihegold hatte die erfolgreichste Reiterin der olympischen Geschichte 2016 in Rio Olympiagold mit der Mannschaft und Silber im Einzel gewonnen.

In Balve bringt sie zwei Pferde an den Start. Den Anfang im Grand Prix machte Werth mit dem 14-jährigen Emilio, mit dem sie 2017 bei der DM Grand Prix Special und Kür sowie 2019 erneut die Kür gewonnen hatte. Am Freitag war der Wallach das, was die Reiter gerne "on" nennen: Emilio schien nicht ganz in sich zu ruhen, Stand, Schritt und das Rückwärtsrichten wirkten nicht rund. Dafür waren Piaffe, Passage und Übergänge sehr gelungen.

Als einzige Reiterin aus dem deutschen Championatskader ist Jessica von Bredow-Werndl mit ihrem Toppferd in Balve dabei. Dagegen fehlen Bella Rose (Werth), Showtime und Sammy Davis jr. (Schneider) sowie Cosmo (Sönke Rothenberger). "Die Reiter sehen ihre Spitzenpferde nach der langen Pause noch nicht auf dem Niveau, um hier Topleistungen abrufen zu können", erklärte Bundestrainerin Monica Theodorescu.

Werth hatte im Vorfeld mehrfach betont, dass sie mit Bella Rose keinen Kaltstart in Balve riskieren wolle: "Das hat sie nicht verdient, man erwartet ja von uns auch ein gewisses Niveau." Überglücklich mit dem Niveau ihres Pferdes war Dorothee Schneider: "Faustus kann alles, ich freue mich so, dass er allmählich merkt, dass er toll ist."

Die DM der Springreiter fehlt in diesem Jahr im Programm. "Wir hätten angesichts der Zuschauer-Begrenzungen keine zwei Meisterschaften stemmen können, das wäre ein zu großes wirtschaftliches Risiko gewesen", sagte Turnierchefin Rosalie von Landsberg-Velen. Täglich sind maximal 600 Zuschauer auf der Anlage am Schloss Wocklum erlaubt. In den vergangenen Jahren waren es an den drei Turniertagen insgesamt bis zu 18.000 Besucher.

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