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Meinungspanel zum Bundesliga-Start

Meinung: Lewy oder Haaland? "Spannender als Meisterrennen"

18.09.2020 16:40
Drei Thesen zur Saison von FC Bayern, BVB und FC Schalke 04
© Essler Kremser Hoermann/SVEN SIMON via www.imago-i
Drei Thesen zur Saison von FC Bayern, BVB und FC Schalke 04

Mit der Partie des FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 beginnt am Freitag die 58. Saison der Fußball-Bundesliga. Vor dem Start diskutiert unsere Redaktion drei steile Thesen zur neuen Spielzeit.

Wird der BVB mit deutlichem Vorsprung vor dem FC Bayern Meister? Schnappt Erling Haaland dem Platzhirsch Robert Lewandowski die Torjäger-Kanone weg? Und steigt Schalke ab?

  • 1. These: Der BVB wird Meister - mit deutlichem Vorsprung vor dem FC Bayern.

Mats-Yannick Roth: … sprach der Geschichtslehrer, und schloss das Buch über die Saison 2011/2012. Auch im kommenden Jahr führt an Hansi Flicks Jungs nämlich kein Weg vorbei. Eintönig? Auf jeden Fall! Langweilig? Nein! Denn der Fußball des FC Bayern ist nun mal einfach der beste und bleibt auch in 2020/2021 toll anzuschauen. 

Christoph Lansmann: Selbst wenn der BVB es schaffen sollte, stabiler durch die Saison zu kommen als im letzten Jahr und Lucien Favre sich mit Formationsexperimenten zurückhält, sehe ich keine Welt, in der der FC Bayern genug Punkte liegen lässt, um es auch nur annähernd spannend werden zu lassen. Flick und die Bayern konnten wettbewerbsübergreifend 29 der letzten 30 Spiele gewinnen, sind absolut übermächtig.

Chris Rohdenburg: Dass der BVB grundsätzlich das Zeug zum Titel hat, ist unbestritten. Der Kader wurde weiter verstärkt, die Neuen haben bereits gezeigt, dass sie dem Team weiterhelfen können. Trotz allem fehlt weiterhin ein klassischer Backup für Erling Haaland. Zudem ist fraglich, ob Favre den jungen Wilden auch wirklich das dringend benötigte Sieger-Gen einpflanzen kann - Stichwort Mentalität! Zuletzt scheiterten die Dortmunder vor allem an sich selbst. Meister, dazu noch mit großem Vorsprung? Kaum vorstellbar.

  • 2. These: Erling Haaland schlägt Robert Lewandowski im Rennen um die Torjäger-Kanone.

Christoph Lansmann: Das könnte tatsächlich knapp werden. Relevant ist, ob Haaland der Elfmeterschütze des BVB sein wird oder ein gesunder Marco Reus den Vorzug erhält. Ich sehe Lewandowski im Vorteil, allerdings nur leicht.

Mats-Yannick Roth: Dieses Rennen wird zumindest spannender als das um die Meisterschale. Hält Lewandowski auch im Alter von 32 Jahren sein körperliches Top-Level, wird er weiter knipsen und sich seine sechste Torjäger-Kanone sichern. Auch für BVB-Wikinger Haaland sind 20 plus x Saisontore auf jeden Fall drin - den Unterschied macht, dass Lewy beim FC Bayern nun mal auch die Elfmeter und teilweise die Freistöße tritt.  

Chris Rohdenburg: Lewy und Haaland sollten die Vereine tauschen, dann könnte es klappen. Im Ernst: Dass der Dortmunder Tore am Fließband erzielen kann, hat er bereits bewiesen. Allerdings ist Lewandowski so stark und komplett wie nie zuvor in seiner Karriere und es gibt derzeit nicht den winzigen Zweifel daran, dass das auch in der neuen Saison so sein wird. Gut möglich, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen wird, wenn beide gesund bleiben. Die Erfahrung, vor allem durch dutzende Spiele auf internationaler Ebene, und die schlichte Tatsache, dass er für den deutschen Serienmeister spielt, spricht aber klar für den Bayern-Star.

  • 3. These: David Wagner wird als erster Trainer der Liga gefeuert - und der FC Schalke 04 steigt am Ende der Saison ab.

Mats-Yannick Roth: Das Gegenteil tritt ein! Dem krisenerprobten Wagner gelingt es endlich, die Königsblauen wieder auf Kurs zu bringen. Mit neuem Kampfgeist, mannschaftlicher Geschlossenheit und vor allem deutlich weniger Verletzungspech als in der Vorsaison gelingt dem S04 die Rückkehr in die obere Tabellenhälfte. Die Leistungsträger hatten im Vorfeld wohl nur die Wenigsten auf dem Zettel: Ralf Fährmann hält den Kasten sauber, Benjamin Stambouli den Laden zusammen und Vedad Ibisevic seinen Körper in jede Flanke.    

Christoph Lansmann: Die Wahrheit auf Schalke liegt irgendwo zwischen der guten Hin- und der unterirdischen Rückrunde der letzten Saison. Durch die unzähligen genesenen und von Leihen zurückgekehrten "Neuzugänge" sowie eine sicherlich wieder kompaktere Defensivleistung landet Schalke mindestens im gesicherten Mittelfeld - und Wagner behält seinen Job.

Chris Rohdenburg: Ob nun als erster, zweiter oder dritter Trainer: David Wagner wird nach Weihnachten nicht mehr auf der Bank des FC Schalke 04 sitzen. Wären große Teile der abgelaufenen Rückrunde aufgrund der Corona-Pandemie nicht zwangsweise ohne Fans ausgetragen worden, wäre Wagner nach 16 Spielen ohne Sieg schon lange Geschichte. Doch jetzt kehren die Zuschauer in die Schalker Arena zurück und mit ihnen die hohen Erwartungen - reduzierter Etat hin oder her. Die Vorbereitung hat bereits gezeigt, dass Wagner diesen nicht mehr gerecht werden kann. (Direkt) absteigen wird Schalke trotzdem nicht, da gibt es andere Kandidaten.

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