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Belastende "Gesamtsituation" beim BVB

Raphael Guerreiro bestätigt Abwanderungsgedanken

18.09.2020 11:29
Raphael Guerreiro spielt seit 2016 beim BVB
© TEAM2 via www.imago-images.de
Raphael Guerreiro spielt seit 2016 beim BVB

In der vergangenen Saison gehörte Raphael Guerreiro zu den großen Gewinnern bei Borussia Dortmund. Nachdem der portugiesische Europameister in seinen drei Saisons zuvor nur ein Mitläufer war, mauserte er sich zum unumstrittenen Leistungsträger - und das, obwohl er den BVB im Sommer 2019 eigentlich verlassen und zu Paris Saint-Germain wechseln wollte.

"Ich war damals häufig verletzt. Und meine Familie hatte auch ein wenig Heimweh nach Paris, denn das ist ja der Ort, an dem ich aufgewachsen bin. Es war ein wenig die Gesamtsituation", bestätigte Guerreiro seine Abwanderungsgedanken jetzt im "Bild"-Interview. 

Die Probleme hätten sich aber mittlerweile "gelöst", erklärte der 26-Jährige weiter, er sei "gesund und fit". Die "große Französisch sprechende Fraktion" innerhalb der Mannschaft habe ebenfalls zu seinem Stimmungsumschwung beigetragen, betonte Guerreiro. "Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass uns das nicht hilft."

Er sei beim BVB geblieben, "um Titel zu gewinnen", sagte der 41-malige Nationalspieler Portugals. "Der schönste wäre für mich die Meisterschaft, denn die spiegelt die Leistung eines ganzen Jahres wider. Aber auch im DFB-Pokal müssen wir wieder Gas geben und wollen möglichst nach Berlin."

Zum Aufschwung des vielseitig einsetzbaren Linksfußes beim BVB trug auch die Systemumstellung von Trainer Lucien Favre von Vierer- auf Dreierkette bei. "Das System mit Dreierkette ist das, das mir am besten gefällt. Es gibt mir Raum, nach vorne zu gehen – und ich weiß immer, dass noch jemand hinter mir ist, der mir Rückendeckung gibt", erklärte Guerreiro. "In der Viererkette ist es schwieriger, nach vorne zu gehen, weil man unsicherer ist, ob hinter einem vielleicht eine Lücke entsteht."

BVB: Jadon Sancho eines Tages besser als CR7?

Angesprochen auf den Vergleich zwischen Favre und Vorgänger Thomas Tuchel gab sich der Profi diplomatisch: "Beide sind herausragende Trainer – und zu beiden pflege ich ein sehr gutes Verhältnis."

Unter Tuchel sei "das System sehr dynamisch" gewesen und "jeder Spieler musste quasi überall spielen können". Favres Stil sei "etwas klassischer", der Schweizer aber "ein wahnsinnig akribischer Trainer. Er legt riesigen Wert auf Kleinigkeiten, die uns helfen."

Großes Lob zollte Guerreiro seinem Teamkollegen Jadon Sancho, dessen Verbleib beim BVB er als "enorm wichtig" bezeichnete. "Jadon ist zwar noch sehr jung, hat aber in den vergangenen beiden Jahren bereits eine überragende Rolle bei uns gespielt. Er hat die Gabe den Unterschied auszumachen – mit Pässen, Dribblings oder Toren."

Sancho sei noch jung und müssen noch "viel, viel arbeiten". Der erst 20-jährige Engländer habe allerdings "bereits enorme Qualitäten". Sancho bringe alles mit, um eines Tages so gut wie sein Landsmann und Nationalmannschaftskollege Cristiano Ronaldo zu sein "und vielleicht ja sogar irgendwann noch besser", schwärmte Guerreiro.

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