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Lange Gerade als größtes Problem

Mercedes rechtfertigt Bottas-Manöver vor Mega-Crash

16.09.2020 18:03
Über den Unfall in Mugello wird man wohl noch einige Zeit sprechen
© FLORENT GOODEN via www.imago-images.de
Über den Unfall in Mugello wird man wohl noch einige Zeit sprechen

Die Formel-1-Premiere in Mugello am vergangenen Sonntag wird den Zuschauern noch lange im Gedächtnis bleiben. Grund dafür ist allerdings nicht das Racing, sondern die zahlreichen Zwischenfälle. Vor allem der Neustart in der siebten Runde sorgte für eine Menge Gesprächsstoff. Einige machten Valtteri Bottas für den Unfall beim Re-Start verantwortlich.

Der Finne führte das Feld zu diesem Zeitpunkt an und wartete lange damit, aufs Gas zu gehen. Die Rennleitung sah in Bottas allerdings nicht den Auslöser, und die Fahrer, die zusammen mit Bottas an der Spitze waren, sehen die Verantwortung eher bei der Rennleitung selbst. Auch bei Mercedes betont man, dass Bottas nichts falsch gemacht habe.

James Vowles erklärt: "Der Fahrer, der das Rennen anführt, kontrolliert die Pace ab dem Punkt, an dem die Safety-Car-Lichter ausgehen. Aber bis zu diesem Punkt muss man innerhalb von zehn Autolängen zum Safety-Car bleiben. Die Lichter gingen erst aus, als sie am Scheitelpunkt und am Ausgang von Kurve 15 waren. Das ist die allerletzte Kurve."

Mercedes legte Strategie schon vor dem Rennen fest

Anschließend bog das Safety-Car nach rechts ab, um in die Box zu fahren. Ab diesem Punkt kontrollierte Bottas das Feld. "Das Problem ist, dass die Gerade mehr als einen Kilometer lang ist", erinnert Vowles und erklärt: "Und je früher Valtteri Gas gibt und das Feld hinter sich zieht, desto länger ist die Gerade noch, und dementsprechend größer wäre auch der Effekt des Windschattens."

"Man hat beim Start des Rennens und auch bei mehreren Neustarts gesehen, dass das führende Auto nicht zwangsläufig das mit einem Vorteil war", so Vowles. Deswegen habe man bei Mercedes bereits vor dem Rennen festgelegt, als führender Pilot in so einem Fall "so spät wie möglich" aufs Gas zu gehen. Genau das hat Bottas dann auch gemacht.

"Denn je kürzer man die Gerade macht, desto größer ist die Chance, dass man die Position halten kann. Valtteri hat alles richtig gemacht", betont Vowles. Doch wieso kam es dann zu dem Unfall? Er erklärt: "Wenn das Feld so eng verdichtet ist, dann wird es schwierig, Platz zu finden und zu wissen, worauf man reagiert. Sie konnten Valtteri ganz vorne nicht sehen."

Vowles: So kam es zum Crash

"Als sie die geringste Bewegung von Autos vor ihnen gesehen haben, haben sie das so interpretiert, dass das Feld beschleunigt. Deshalb gaben sie Vollgas und fuhren sich gegenseitig ins Auto", so Vowles. Tatsächlich ist auf den Onboard-Aufnahmen mehrere Piloten zu sehen, wie diese bereits vor Bottas an der Spitze wieder aufs Gas steigen.

Weil der Finne aber noch gar nicht aufs Gas gegangen war, mussten sie wieder abbremsen. Das passierte für einige andere Piloten, die ebenfalls bereits Gas gegeben hatten, so plötzlich, dass sie keine Chance mehr hatten, zu reagieren. Die Rennleitung verwarnte insgesamt zwölf Fahrer für den Crash. Einen Hauptschuldigen konnte man allerdings nicht ausmachen.

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