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Schlägt in Le Mans die Stunde der LMP2?

16.09.2020 16:07
Die LMP2-Kategorie könnte von der geringen Zahl an LMP1 profitieren
© MST
Die LMP2-Kategorie könnte von der geringen Zahl an LMP1 profitieren

2017 war Jackie Chan DC Racing schon einmal ganz nahe an der Sensation, mit einem LMP2-Boliden die 24 Stunden von Le Mans zu gewinnen. Nur eine Stunde dauerte das Rennen zu lang, was es dem Porsche 919 Hybrid von Timo Bernhard, Earl Bamber und Brendon Hartley ermöglichte, doch noch den Sieg zu holen. 2020 besteht eine Chance, dass sich die Ereignisse wiederholen.

Mit nur fünf Fahrzeugen ist die auf dem Sterbebett befindliche LMP1-Kategorie so dünn besetzt wie nie zuvor. Zwar haben zumindest die Toyota TS050 Hybrid und Rebellion R13 in den vergangenen Jahren ein Maß an Zuverlässigkeit erreicht, das die Siegchancen für LMP2-Fahrzeuge sinken lässt. Doch in Le Mans weiß man nie.

Ex-Audi-LMP1-Pilot Oliver Jarvis war 2017 Teil der Crew, die beinahe den Le-Mans-Sieg geholt hätte. Er glaubt zumindest an eine Podiumschance. "Ich glaube nicht, dass wir dem Sieg so nahe kommen wie 2017, denn das waren außergewöhnliche Umstände. Aber Platz drei ist durchaus eine Möglichkeit", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Er teilt sich dieses Jahr einen Oreca 07 von Algarve Pro Racing mit Ex-Porsche-LMP1-Fahrer Nick Tandy und Ryan Cullen.

Das Podium ist drin

2017 waren alle drei Toyotas bereits frühzeitig eliminiert, ein Porsche mit technischen Problemen ausgeschieden und der zweite Porsche 919 Hybrid durch Probleme zurückgefallen. Er kam jedoch zurück und gewann das Rennen.

Obwohl es damals fünf Werkswagen waren, schätzt Jarvis seine Chancen mit nur zwei Werks-LMP1 auf den Sieg geringer ein als 2017: Wenn es nicht gerade ein Fahrfehler ist, werden beide Toyotas das Rennen beenden. Sie haben jetzt so viele Jahre mit dieser Technologie gearbeitet."

"Aber bei den Privaten kann man Probleme bei der Zuverlässigkeit erwarten. Es braucht nur wenige Probleme, und schon steht ein LMP2 auf dem Podium."

Natürlich stellt sich die Frage, welcher LMP2 dann ganz vorne liegen wird. Mit 24 Fahrzeugen ist die Klasse sehr stark besetzt. Fast die Hälfte davon kommt von der Papierform her für den Sieg in Frage.

Mini-Chance für Montoya auf "Triple Crown"

"Selbst wenn zwei oder drei [LMP2-] Favoriten Probleme bekommen, gibt es genügend Fahrzeuge, die die Positionen aufsammeln werden", so der 36-Jährige. "Aber diese Fahrzeuge sind jetzt in ihrem vierten Jahr. Die Zuverlässigkeit ist deutlich verbessert und die Teams haben im Umgang mit ihnen Erfahrung. Deshalb erwarte ich, dass die Mehrheit des [LMP2-] Feldes ohne Probleme durchkommen wird."

Es gibt sogar eine minimale Chance, dass ein zweiter Fahrer die "Triple Crown" des Motorsports nach Graham Hill erringt: Juan Pablo Montoya tritt mit DragonSpeed in der LMP2-Kategorie gemeinsam mit Memo Rojas und Timothe Buret auf einem Oreca 07 an. Doch selbst wenn die LMP1 Probleme bekommen sollten: Dem Trio werden schon auf den LMP2-Klassensieg nur Außenseiterchancen eingeräumt.

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