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"Zu viel Politik": Magath ätzt gegen den HSV

16.09.2020 09:35
Laut Felix Magath muss der HSV aufsteigen
© Norbert SCHMIDT via www.imago-images.de
Laut Felix Magath muss der HSV aufsteigen

Der Trainerstuhl beim Hamburger SV gleicht seit jeher einem Schleudersitz. Mehr als 40 Übungsleiter haben sich seit 1963 beim HSV versucht. Ex-Coach Felix Magath kritisierte das Vorgehen der Norddeutschen nun scharf.

"Dort wurden die Trainer traditionell geschwächt. Es wird zu viel Politik gemacht, jeder will Einfluss nehmen", bemängelte Magath in der "Sport Bild". Der 67-Jährige ergänzte: "Die Spieler können überall hinlaufen, kriegen ein offenes Ohr, heulen sich aus. Das macht die Trainer kaputt."

Ein HSV-Aufstieg ist für Magath aber unabhängig von der Trainer-Besetzung Pflicht. "Der HSV hätte in diesem Sommer wie auch schon 2019 aufsteigen müssen. So ein Verein hätte 2018 auch niemals absteigen dürfen", so der Head of Global Soccer von Würzburger-Kickers-Hauptsponsor Flyeralarm.

Auch Ex-Trainer Dieter Hecking, mittlerweile Sportvorstand beim 1. FC Nürnberg, sieht den HSV in der Pflicht. "Man wird beim HSV nicht drum herumkommen, dass der Aufstieg zum Thema gemacht wird. Das ist in der Stadt so vorgegeben. Auch für mich zählt der HSV zum Favoriten-Kreis", sagte der 56-Jährige.

Hecking: Thioune "interessante Lösung" für den HSV

In dem Doppelinterview äußerten sich die beiden Funktionäre auch zum aktuellen HSV-Coach Daniel Thioune. Magath monierte die fehlende Erfahrung des 46-Jährigen: "Ich habe vor vielen Jahren schon gesagt: Für mich ist Erfahrung im Trainerberuf sehr wichtig. Erfahrung ist ein wichtiges Moment für einen Trainer. Das fehlt aus meiner Sicht im deutschen Spitzenfußball."

Hecking bezeichnete seinen Nachfolger als "interessante Lösung" und wünschte Thioune, der vom VfL Osnabrück zu den Rothosen kam, "den größtmöglichen Erfolg".

Allerdings betonte auch Hecking: "Grundsätzlich hat Felix recht. Als ich 2000 ins Trainergeschäft eingestiegen bin, waren mehr erfahrenere Trainer unterwegs: Ottmar Hitzfeld, Felix, Jupp Heynckes. Da hatten wir jüngeren Trainer einen Halt."

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