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Bundesregierung verurteilt Hinrichtung von Ringer Afkari

14.09.2020 11:40
Vor der iransichen Botschaft zeigen Demonstranten Bilder des hingerichteten Ringers Navid Afkari
© Annette Riedl
Vor der iransichen Botschaft zeigen Demonstranten Bilder des hingerichteten Ringers Navid Afkari

Das Auswärtige Amt hat die Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari scharf verurteilt.

"Wir sind entsetzt darüber, dass die Todesstrafe gegen den Sportler Navid Afkari am vergangenen Samstag in Iran vollstreckt wurde", erklärte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin.

"Die Bundesregierung verurteilt diese Hinrichtung, die trotz internationaler Proteste und Bitten um Aussetzung durchgeführt wurde, auf das Schärfste."

Es habe erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens gegeben, so die Sprecherin. Auch die Vorwürfe, dass Afkari erst unter Anwendung von Folter ein Geständnis abgelegt haben soll, würden sehr ernst genommen.

Die Bundesregierung habe sich mehrfach und auf sehr hoher diplomatischer Ebene in Teheran für die Aussetzung des Todesurteils gegen Navid Afkari eingesetzt.

Trotz internationaler Proteste war das Todesurteil gegen den 27-Jährigen nach Behördenangaben am 12. September im Gefängnis Adel-Abad in der südiranischen Stadt Schiras vollstreckt worden.

Todesstrafe "eine grausame und unmenschliche Form der Bestrafung"

Afkari hatte nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in der südiranischen Stadt Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten an, ein Geständnis sei durch Folter erzwungen worden.

"Dem Recht auf freie Meinungsäußerung misst die Bundesregierung höchste Bedeutung bei. Auch zur Todesstrafe ist die Haltung der Bundesregierung eindeutig: Sie ist eine grausame und unmenschliche Form der Bestrafung, die wir unter allen Umständen ablehnen", sagte die Sprecherin in Berlin. "Wir fordern ein rechtsstaatliches Verfahren für alle im Zusammenhang mit den Protesten in Iran inhaftierten Personen und dass weitere Todesstrafen weder verhängt noch vollstreckt werden."

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