Anzeige

Überraschender Triumph im Doppel-Finale

Sensation! Siegemund gewinnt US Open

12.09.2020 07:53
Laura Siegemund feiert in New York einen sensationellen Erfolg
© Rob Prange via www.imago-images.de
Laura Siegemund feiert in New York einen sensationellen Erfolg

Finaltriumph in New York: Laura Siegemund hat bei den US Open als erste Deutsche seit Claudia Kohde-Kilsch 1985 den Doppelwettbewerb der Frauen gewonnen. Die 32-Jährige aus Metzingen besiegte mit ihrer Partnerin Vera Zvonareva aus Russland die an Nummer drei gesetzten Nicole Melichar/Xu Yifan (USA/China) 6:4, 6:4 und feierten den sensationellen Turniersieg.

"Das war nicht geplant, dass wir hier den Titel holen", sagte Siegemund bei der Siegerehrung. Erst kurzfristig vor Turnierbeginn hatten sich die Beiden eher zufällig zusammengefunden. Mit Zvonareva war sie als ungesetztes Doppel ins Finale gestürmt.

"Es war ein tolle Erfahrung", so die 32-Jährige weiter, die den Titel mit stockender Stimme ihrer Tante widmete, die während des Grand-Slam-Turniers gestorben war. 2016 hatte Siegemund an der Seite des Kroaten Mate Pavic im Mixed schon einmal in New York gewonnen.

Mit ihrer Partnerin schaltete sie beim ersten gemeinsamen Turnier unter anderem die an Nummer sieben gesetzten Viktoria Asarenka/Sofia Kenin (Belarus/USA) und die an Position zwei geführten Titelverteidigerinnen Aryna Sabalenka/Elise Mertens (Belarus/Belgien) aus und verdiente sich den Auftritt im Arthur-Ashe-Stadion redlich.

Siegemund phasenweise im Rausch

Das deutsch-russische Duo startete hochkonzentriert und schaffte ein frühes Break zum 2:1. Anschließend brachte die wild entschlossene Siegemund ihr erstes Aufschlagspiel sicher durch. Sie und Zvonareva, die im Doppel bereits 2006 die US Open und 2012 die Australian Open gewinnen konnte, tauschten sich permanent aus und Siegemund spielte sich phasenweise in einen Rausch.

Nach 41 Minuten war der erste Satz unter Dach und Fach. Siegemund kommentierte dies mit einem durchdringenden "Ja".

Und Siegemund/Zvonareva legten nach. Die Deutsche arbeitete unermüdlich am Netz, machte den Punkt zum 1:0 im zweiten Satz - wieder war das schnelle Break da. Als Siegemund nach einem Ballwechsel kurz später den Ball von einer ihrer Gegnerinnen ins Kreuz bekam, zuckte sie nicht einmal, so sehr war sie im Tunnel. Doch ihre Gegnerinnen kämpften ebenfalls um jeden Punkt und wollten verhindern, dass Siegemund Kohde-Kilsch nachfolgt.

Siegemund profitiert von starkem Willen

Die heute 56-Jährige wünschte Siegemund aus dem fernen Saarbrücken vor dem Finale viel Glück. "Ich drücke Laura fest die Daumen, dass sie den Titel wieder nach Deutschland holen kann", sagte Kohde-Kilsch, die einst gemeinsam mit der Tschechin Helena Sukova triumphierte, dem "SID".

Siegemund suchte dagegen noch einmal nach Zerstreuung. Die zwei spielfreien Tage vor dem Finale nutzte sie auch, um vor dem großen Auftritt den Kopf frei zu bekommen, neue mentale Energie aufzubauen. "Ich war echt platt, da ich jeden Tag gespielt habe", sagte sie bei "Eurosport".

Die Schwäbin, die einen Bachelorabschluss in Psychologie hat, lebt in ihrem Spiel auch von ihrem starken Willen, den sie im Finale stets bewies.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige