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Bleiben oder wechseln: Was macht der spanische Ballkünstler?

Warum Thiago (nicht) zum FC Liverpool passt

11.09.2020 06:55
Wie lange zaubert Thiago noch für den FC Bayern?
© Frank Hoermann / SVEN SIMON
Wie lange zaubert Thiago noch für den FC Bayern?

Bleibt er, oder geht er? Diese Frage stellt sich in der Personalie Thiago nun schon seit Wochen. Der FC Bayern würde nur zu gerne mit dem Triple-Sieger verlängern, doch der zaudert. Ein Wechsel zum FC Liverpool gilt immer noch als wahrscheinlich. Doch, würde das überhaupt passen?

Neben der Personalie David Alaba muss der FC Bayern eine weitere zentrale Personal-Frage klären: Was wird aus Thiago? Der Vertrag des 29-Jährigen läuft im Sommer 2021 aus, der Rekordmeister würde ihn nur zu gerne länger binden.

Der spanische Ballkünstler selbst lässt nicht so recht durchblicken, was er im Schilde führt. Erst betont er, "Ich habe nie gesagt, dass ich Bayern verlasse", um sich dann nach der Frage, ob er wechsle, mit einem schnellen "Ciao" zu verabschieden. Ein ganz klares Bekenntnis zum FC Bayern war das nicht.

Schon vor diesen Äußerungen rund um die Spiele der UEFA Nations League bestätigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, dass man intern mit einem Angebot rechne. Noch immer gilt der FC Liverpool als aussichtsreichster Kandidat. Doch, würden Thiago und der LFC überhaupt zusammenpassen?

Klopp bleibt seiner Strategie treu

Eines steht außer Frage: Mit seinen Qualitäten und seiner Art zu spielen wäre Thiago für jeden Klub dieser Welt eine absolute Verstärkung. Mit seinen Leistungen im Champions-League-Endturnier unterstrich er seinen Nimbus als (heimliches) Gehirn des FC Bayern.

Mit seinem hervorragenden Auge und seinen millimetergenauen Zuspielen würde er also auch dem FC Liverpool zweifellos weiterhelfen. Doch wirklich akuten Handlungsbedarf haben die "Reds" nicht, betont auch Manager Jürgen Klopp: "Ich bin komplett glücklich mit meiner Mannschaft".

Dafür spricht, wie indes auch im vergangenen Sommer, die Liverpooler Transferpolitik: Mit Linksverteidiger Konstantinos Tsimikas (kam für 13 Millionen Euro von Olympiacos Piräus) holte der LFC genau einen Spieler, der zuvor noch nicht unter Vertrag stand. Damit ist man an der Anfield Road der Gegenentwurf zum Konkurrenten FC Chelsea von der Stamford Bridge, der für nahezu alle Mannschaftsteile für teures Geld eingekauft hat.

Im Mittelfeld seiner 4-3-3-Formation hat Klopp mit Georginio Wijnaldum (29), Fabinho (26), James Milner (34) und dem etatmäßigen Kapitän Jordan Henderson (30) gleich vier Spieler von Format zur Verfügung. Mit Ausnahme von Milner sind sie allesamt im besten Fußballeralter, was ein elementarer Aspekt der Kadergestaltung ist.

Auch der Ex-Leipziger Naby Keita ist immer noch da und Marko Grujic kündigte nach seiner Leihe zu Hertha BSC an, sich durchsetzen zu wollen. Aus dem eigenen Nachwuchs kommt zudem Curtis Jones, dem perspektivisch auch ein Stammplatz zugetraut wird.

Glaubt man englischen und spanischen Medien, müsste ohnehin zunächst Platz geschaffen werden, um Thiago zu verpflichten. Angeblich könnte deshalb Wijnaldum an den FC Barcelona abgegeben werden, um den Erlös in den vermeintlichen Wunschspieler zu investieren.

Thiago würde zwar von seinem Alter her perfekt in den Kader passen, doch er wäre ein äußerst atypischer Transfer für den FC Liverpool, der unter Klopp keine fertigen Spieler geholt hat. Zudem birgt er mit seiner Verletzungsanfälligkeit ein gewisses Risiko, das man an der Merseyside wohl nur ungern eingehen will.

Schlagen stattdessen Barca oder ManUnited zu?

Seitens des FC Bayern stellte Präsident Herbert Hainer im "kicker" deutlich klar: "Wir geben ihn sicher nicht umsonst ab." Der Spanier sei "einer der weltbesten Mittelfeldspieler" - logisch also, dass man an der Säbener Straße glücklich wäre, wenn er weiterhin bleiben würde.

Die spanische Zeitung "Mundo Deportivo" spekulierte wiederum über eine mögliche Rückkehr von Thiago zum FC Barcelona. Die Katalanen befinden sich im Umbruch und wünschen sich gerade nach der Posse um Superstar Lionel Messi nichts sehnlicher als die Rückkehr zur Normalität.

Für den angeschlagenen Spitzenklub wäre Thiago fast schon ein Retter in der Not. Mit seiner Gabe, dem Spiel Struktur zu verleihen, könnte er Barca zurück zu den Wurzeln führen. Allein: Der neue Trainer Ronald Koeman ist nicht überzeugt und würde laut "ESPN" lieber seinen Landsmann Wijnaldum verpflichten.

Das US-Portal brachte stattdessen Manchester United als Interessenten ins Spiel. Manager Ole Gunnar Solskjaer gilt als großer Bewunderer des Spaniers. Zudem hätte United, anders als die anderen Mitbewerber, auch in Zeiten der Corona-Pandemie keine Hemmungen, die von den Bayern aufgerufenen 40 Millionen Euro zu bezahlen.

Genau diese Summe haben die Red Devils erst vor einer Woche für Donny van de Beek auf den Tisch gelegen. Und genau das ist der Knackpunkt: Mit der Verpflichtung des 23-jährigen Niederländers wurde die Planstelle im Mittelfeld besetzt. Priorität hat nun die Suche nach einem Flügelstürmer.

Je mehr Zeit verstreicht, ohne, dass sich etwas tut, desto wahrscheinlicher wird ein Verbleib von Thiago beim FC Bayern. Ob dieser Zustand dann länger als bis zum 30. Juni 2021 anhält, wird sich zeigen. Doch rein sportliche Gründe sprechen nicht für einen Wechsel, schließlich spielt er in der aktuell besten Mannschaft der Welt.

Luis Holuch

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