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Álvarez verklagt DAZN und de La Hoya auf 280 Millionen Euro

09.09.2020 18:58
Canelo Álvarez verklagt DAZN und seinen Promoter
© Valery Sharifulin via www.imago-images.de
Canelo Álvarez verklagt DAZN und seinen Promoter

Box-Superstar Canelo Álvarez verklagt DAZN und seinen Promoter Oscar de La Hoya sowie dessen Agentur "Golden Boy Promotions" auf Schadenersatz in Höhe von 280 Millionen Dollar.

Der Mexikaner wirft dem Streaming-Dienst und seinen Promotern vor, ihre vertraglichen Verpflichtungen aus Canelos Mega-Deal mit DAZN nicht erfüllt zu haben.

Erst vor zwei Jahren hatte Álvarez den lukrativsten Vertrag der Sportgeschichte mit DAZN eingetütet: Der Streaming-Dienst sicherte dem Mittel- und Supermittelgewichts-Weltmeister für elf Kämpfe die Summe von 365 Millionen Dollar zu. Der Deal sah vor, dass Álvarez zwei Mal im Jahr, im Mai und September rund um die zwei wichtigsten mexikanischen Feiertage, in den Ring steigt.

Für jeden Auftritt garantierte DAZN Álvarez-Promoter "Golden Boy" eine Lizenz-Gebühr von 40 Millionen Dollar, 35 Millionen davon für den Boxer.

"Trotz Álvarez' Erfolge haben sowohl DAZN als auch Golden Boy die Versprechen gebrochen, die sie sich gegenseitig, aber auch Álvarez und den Boxfans gemacht haben. Hierdurch haben die Beschuldigten ihre jeweiligen Verträge gebrochen und Álvarez einen Schaden in Höhe von mindestens 280 Millionen Dollar verursacht", heißt es in der 24-seitigen Klageschrift, die Álvarez bei einem kalifornischen Bundesgericht in Los Angeles eingereicht hat.

DAZN will dritten Golovkin-Fight

Hintergrund: DAZN ist mit den Gegner des Boxstars unzufrieden, weil diese offenbar zu wenig Abonnenten generieren. Die Streaming-Bosse drängen Canelo daher seit geraumer Zeit zu einem dritten Kampf gegen Ex-Weltmeister und Publikumsliebling Gennady Golovkin, der ebenfalls bei dem DAZN unter Vertrag steht.

Álvarez, der nach einem Remis in Duell 1 (2017) den zweiten Kampf gegen "GGG" (2018) knapp und umstritten gewonnen hatte, will davon aber nichts wissen. Stattdessen kämpfte er im November des Vorjahres gegen Halbschwergewichts-Champion Sergey Kovalev, knockte den Russen in Runde 11 aus und sicherte sich in einer vierten Gewichtsklasse einen WM-Titel.

Anlass für die juristische Eskalation: Wie mehrere Box-Quellen erfahren haben, will DAZN Álvarez und Golden Boy für den eigentlich jetzt im Herbst anstehenden Kampf nur noch die Hälfte der garantierten 40 Millionen Dollar überweisen. Als "brauchbar Gegner akzeptiert DAZN die Supermittelgewichts-Weltmeister Billy Joe Saunders und Callum Smith (beide England).

Klage auch gegen de la Hoyas "Golden Boy"

DAZN weigere sich die zugesagte Lizenzgebühr von 40 Millionen Dollar zu zahlen und bringe stattdessen "einer Reihe an Ausreden" vor, "unter anderem die Tatsache, dass Álvarez 2019 nicht gegen Herrn Golovkin gekämpft hat und dass Golden Boy keine Pläne für einen Álvarez-Kampf in 2020 vorgelegt habe."

Letzteres stimme nicht, so die Álvarez-Advokaten. Als der Boxer und Golden Boy mögliche Gegner für einen September-Kampf vorgeschlagen hätten, habe sich DAZN einer Bestätigung verweigert, dass die Streaming-Seite bereit sei, Álvarez' September-Kampf zu übertragen.

Auch gegen Promoter Oscar de la Hoya und dessen Golden Boy Promotion geht Álvarez juristisch vor. Der Vorwurf: Golden Boy habe sich nicht nach DAZN-Alternativen für den Weltmeister umgeschaut und Canelo dadurch um zugesicherte Millionen gebracht.

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