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Kieler Woche trotzt Corona - Olympia-Klassen ab Donnerstag

09.09.2020 14:48
Die Kieler Woche findet in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen statt
© Petra Nowack via www.imago-images.de
Die Kieler Woche findet in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen statt

Die Kieler Woche 2020 ist die erste Großregatta in Coronazeiten. Die Veranstalter erhalten Anerkennung aus aller Welt.

Corona-Fälle in fünf Tagen: null. So lautet die beruhigende Halbzeitbilanz der wohl ungewöhnlichsten Kieler Woche der Geschichte. Vor dem Wechsel auf die olympischen Bootklassen, die ab Donnerstag ins Wasser gehen, durften die Regattaveranstalter am rennfreien Tag noch einmal durchatmen - und sich der Anerkennung aus Sport und Politik erfreuen.

"Jeden Tag kommen Beobachter und fragen, wie wir das auf die Beine gestellt haben", sagte Organisationsleiter Dirk Ramhorst, der ausdrücklich allen Beteiligten in seinem Zwischenfazit dankte: "Die Aktiven und die Helferteams waren ausgesprochen diszipliniert und haben die strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen mit Maskenpflicht und obligatorischer Fiebermessung ganz überwiegend klaglos befolgt."

In diesem Jahr ist alles anders. Mögliche Ansteckungsgefahren sollen so gut wie möglich eliminiert werden, Protestanhörungen im Juryraum etwa werden virtuell abgehalten. "Sogar die Regattasignale am Flaggenmast senden wir per App", sagte Ramhorst.

Mehrere hundert, meist freiwillige Schnelltests blieben durchweg negativ. Neben der in Deutschland noch nicht zugelassenen Spektralanalyse des Mundspeichels blieben auch die durchgeführten PCR-Labortests unauffällig.

Dank eines organisatorisch-logistischen Kraftakts war die 126. Auflage der Kieler Woche seit 1882 nicht abgesagt, sondern noch in Hochzeiten der Pandemie von Ende Juni auf Anfang September verschoben worden. Inzwischen steht ihr aktuelles Renommee als virenfreier Vorzeigewettkampf.

Rahmenprogramm fällt nahezu komplett aus

Auf das typische Beiprogramm mit Bierpilz und Backfisch muss in diesem Jahr natürlich verzichtet werden. Die Wettfahrtleitungen dürfen nicht mal untereinander zu Abend essen, sondern werden nach Vorbild der Schulklassen in Kohorten getrennt. So soll im Falle einer COVID-19-Infektion nicht der gesamte Wettbewerb gefährdet werden.

Diese ganz besondere Kieler Woche stärke das Ansehen des Segelstandorts, so Ramhorst, breites Lob komme auch vom Weltsegelverband. Durch den Kommerz rund um das sonst übliche Volksfest mit drei Millionen Besuchern hatte der Ruf als Welthauptstadt des Segelsports zuletzt gelitten.

Dem zweiten, nun startenden olympischen Teil der Kieler Woche sieht der Manager optimistisch entgegen. Die Module seien nun erfolgreich erprobt, so Ramhorst. Wenn die Kieler Woche 2020 am Sonntag Geschichte ist, bleibt sie zwar einzigartig. Allein, dass nächsten Juni wieder alles beim Alten ist, glaubt zurzeit kaum jemand in Kiel-Schilksee.

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