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"Ich habe nie aufgehört zu kämpfen"

Irrer Fight! Williams zieht ins Viertelfinale der US Open ein

07.09.2020 20:55
Eine Runde weiter: Serena Williams
© Paul Zimmer via www.imago-images.de
Eine Runde weiter: Serena Williams

Patrick Mouratoglou zückte auf der Tribüne des Arthur-Ashe-Stadions einige Male kopfschüttelnd sein Notizbuch, doch am Ende schonte Serena Williams die Nerven ihres Trainers: Nach einem gleichermaßen starken wie fehlerhaften Auftritt erreichte die 38-Jährige das Viertelfinale der US Open und revanchierte sich mit dem 6:3, 6:7 (6:8), 6:3 in einem hochklassigen Match gegen die Griechin Maria Sakkari für die vor zwei Wochen im Achtelfinale der Western and Southern Open an gleicher Stelle erlittene Niederlage.

"Es war ein ganz anderes Match, ein anderes Szenario als vor zwei Wochen", sagte Williams: "Ich habe nie aufgehört zu kämpfen, und ich bin unglaublich glücklich, wieder hier im Viertelfinale zu stehen." Williams jagt ihren 24. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier, mit dem sie zu Rekordsiegerin Margaret Court (Australien) aufschließen würde.

Im 53. Grand-Slam-Viertelfinale ihrer Karriere trifft US-Legende Williams, Nummer drei der Setzliste, auf die Französin Alize Cornet (Frankreich) oder Zweta Pironkowa (Bulgarien). Beide Spielerinnen sind ungesetzt.

Williams begann gegen Sakkari mit einem Doppelfehler, danach steigerte sie sich ganz allmählich in eine Form, die ihrer Gegnerin zunächst viele Probleme bereitete. Mit Tempowechseln, ihrem druckvollen Spiel und ihrer erdrückenden Präsenz auf dem Platz verpasste Williams einem unterhaltsamen Match im ersten Satz ihren Stempel.

Die 13 Jahre jüngere Sakkari, Tochter der früheren Top-50-Spielerin Angeliki Kanellopoulou, steckte nie auf und erspielte sich immer wieder sehenswerte Punkte. "Gegen Serena musst du von Anfang bis zum Ende dein bestes Tennis spielen, sonst bist du völlig chancenlos", hatte sie vor dem Match befürchtet. Das gelang ihr am Ende nicht in letzter Konsequenz, daran änderten auch die in griechischer Sprache geführten Selbstgespräche bei den Seitenwechseln nichts.

Sakkari zwingt Williams beinahe in die Knie

Im zweiten Satz hielt Sakkari hervorragend mit und erzwang den Tiebreak, den sie gegen eine nun sehr fehlerhafte Williams mit 8:6 gewann. Auch im dritten Durchgang legte Sakkari das Break zum 1:0 vor, doch dann fand Williams ihre Form aus dem ersten Satz wieder. Über 3:2, 4:3 und das entscheidende Break zum 5:3 riss sie die Partie an sich und verwandelte nach 2:28 Stunden ihren zweiten Matchball.

Interessierter Zuschauer war neben Williams-Ehemann Alexis Ohanian, ihrer Schwester Venus, Kerber-Bezwingerin Jennifer Brady (USA) und Naomi Osaka (Japan) unter anderem auch der Weltranglistendritte Dominic Thiem. Der Österreicher wartete auf sein anschließendes Match gegen den aufstrebenden jungen Kanadier Felix Auger-Aliassime, die Nummer 21 der Welt.

Zuvor hatte der Australier Alex De Minaur erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Der 21-Jährige gewann gegen den neun Jahre älteren Kanadier Vasek Pospisil mit 7:6 (8:6), 6:3, 6:2 und trifft nun auf Thiem oder Auger-Aliassime.

Der an Nummer 21 gesetzte De Minaur lag im Tiebreak des ersten Satzes bereits mit 2:6 zurück, kämpfte sich aber gegen einen kräftemäßig nachlassenden Pospisil erfolgreich zurück ins Match. "Ich habe immer versucht, ruhig zu bleiben und aggressiv zu spielen", sagte De Minaur, der auch im dritten Vergleich mit Pospisil als Sieger vom Platz ging.

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