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Monsterwurf! Speerwurf-Ass Vetter kratzt am Weltrekord

07.09.2020 06:51
Weniger als ein Meter fehlt(e) Vetter zum Weltrekord
© BEAUTIFUL SPORTS/KJPeters via www.imago-images.de
Weniger als ein Meter fehlt(e) Vetter zum Weltrekord

Deutschlands Speerwerfer Johannes Vetter haut bei der Continental Tour im polnischen Chorzow einen raus: Mit 97,76 Metern kratzt er sogar am Weltrekord von Jan Zelezny aus dem Jahr 1996.

Der Speer fliegt und fliegt und schlägt erst weit nach der letzten Markierung für die Speerwerfer ein: Deutschlands Speerwerfer Johannes Vetter gelingt beim Kamila Skolimoswska Memorial im polnischen Chorzow eine unglaubliche Darbietung: Er wirft 97,76 Meter. Damit fehlen ihm nur 72 Zentimeter auf den Weltrekord des Tschechen Jan Zelezny aus dem Jahr 1996.

Es ist der zweitweiteste Wurf der Geschichte - und damit übertraf er bereits nur sich selbst. Vetters bisherige Bestleistung lag bei 94,44 Meter. Drittbester Werfer der Geschichte ist Vetters Nationalmannschaftskollege Thomas Röhler, der 2017 auf 93,90 Meter kam.

Mit seinem Coup bringt Vetter auch den Leichtathletik-Weltverband in Bedrängnis. Müssen die Regeln oder die Speere wieder einmal geändert werden? Geht eine Gefahr von derart weiten Würfen aus? Das alles werden die Verantwortlichen bewerten müssen. Bislang nämlich war Zelezny der einzige, der jemals die 95-Meter-Marke übertraf - mit dem seit 1986 gültigen Wettkampfspeer.

Vetter bringt die Funktionäre ins Schwitzen

Das Wurfgerät nämlich musste überarbeitet werden, weil die Würfe zu weit wurden und somit fast das gegenüberliegende Ende des Rasens erreichten. Eine potenzielle Gefahr für andere Athleten. Nötig gemacht hatte dies Uwe Hohn aus der DDR. 1984 warf er 104,80 Meter, seine Weite wurde allerdings lediglich mit 04,80 angezeigt - die Anzeigetafel war nur für zweistellige Werte ausgelegt. Vorsichtshalber beschlossen die Funktionäre daraufhin eine Verlagerung des Schwerpunkts nach vorn - seit 1986 wird mit den jetzt gültigen Speeren geworfen.

Lange Jahre ging damit kaum noch Gefahr von den Würfen aus. Über 90 Meter sind zweifelsohne irre Weiten, aber weitgehend ungefährlich. Nun aber nähert sich Vetter nicht nur dem Weltrekord, sondern wird auch die Funktionäre der World Athletics wieder ins Schwitzen bringen. Schon am Dienstag werden sie ganz genau hinschauen. Dann ist Vetter wie auch der Mannheimer Andreas Hofmann zu Gast in Dessau beim Meeting Anhalt 2020.

Anja Rau

© n-tv
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