Anzeige

"Wahnsinn": Van der Linde gewinnt DTM-Spektakel in Assen

06.09.2020 15:32
Nach der Ohrfeige am Samstag feiert BMW durch van der Linde einen Regensieg
© Thomas Pakusch via www.imago-images.de
Nach der Ohrfeige am Samstag feiert BMW durch van der Linde einen Regensieg

Nicht Rast, nicht Müller, nicht Frijns, sondern Sheldon van der Linde: Der BMW-Pilot hat völlig überraschend das achte Saisonrennen der DTM gewonnen und die Favoriten düpiert.

Als Sheldon van der Linde im Regen von Assen über die Ziellinie raste, brüllte der BMW-Pilot seine Freude heraus. Ein langgezogenes "Yeeeeees" schrie der 21-jährige Südafrikaner in den Funk, nachdem er die Favoriten allesamt düpiert und das achte Saisonrennen der DTM gewonnen hatte. Van der Linde setzte sich vor Samstagssieger Robin Frijns (Niederlande) und Titelanwärter Nico Müller (Schweiz) durch. Meister René Rast alle Audi) wurde wie am Samstag erneut nur enttäuschender Fünfter.

"Unfassbar, die Strategie war perfekt, es ist der absolute Wahnsinn", sagte van der Linde, der vom 14. Platz aus ins Rennen gegangen war und seinen ersten Sieg in der DTM überschwänglich feierte.

Das Rennen war nach einem heftigen Unfall des Schweizers Fabio Scherer (Audi) zwischenzeitlich unterbrochen worden, als das Feld gerade nach den Boxenstopps nicht sortiert war. Davon profitierte van der Linde, der nach seinem frühen Stopp plötzlich vorne lag und sich den Sieg nach dem Neustart nicht mehr nehmen ließ.

Rast strauchelt

In der Gesamtwertung mischt der Niederländer Frijns nun vorne mit, er belegt mit 138 Punkten Rang zwei hinter Müller (164), der aufgrund seiner Konstanz Titelanwärter Nummer eins ist. In sieben der acht Rennen stand Müller auf dem Podium.

Von dieser Konstanz ist Titelverteidiger René Rast ein gutes Stück entfernt. Zwei fünfte Plätze wie an diesem Wochenende sind zu wenig, um den Druck auf die Spitze zu erhöhen. Mit 120 Punkten ist Rast Dritter in der Gesamtwertung, Müller ist aber bereits 44 Zähler entfernt. Van der Linde belegt mit 60 Punkten Rang sechs.

Die Rennen an diesem Wochenende boten erneut Spannung - die Zukunft der DTM ist jedoch weiterhin höchst ungewiss. Mit "50:50" bezeichnete Serienchef Gerhard Berger im Gespräch mit "Sat.1" die Chancen auf eine Fortsetzung. Wie und ob es weitergeht, "liegt nicht mehr in meinen Händen", führte Berger aus. Er sei im ständigen Austausch mit den Herstellern Audi und BMW, aber "wir sind einfach noch nicht so weit, dass wir klar sagen können, was wir machen."

Das aktuelle Reglement sei zu aufwendig und nicht zukunftstauglich. Audi zieht sich zum Saisonende aus der DTM zurück, BMW verbliebe als einziger Hersteller - und auch die Münchner haben bereits betont, dass sie unter dem aktuellen Class-1-Reglement nicht weitermachen werden.

Als eine Art letzter Ausweg erscheint daher der Wechsel auf GT3-Autos und ein entsprechendes Reglement, doch Berger sagte, er sei "ein Fan davon, einen Schritt nach dem anderen zu machen". Und: "Die Grundsatzentscheidung ist einfach nicht gefallen, ob wir das Thema abwickeln müssen oder ob wir eine Chance bekommen, in die Fortführung zu gehen."

An den nächsten beiden Wochenenden ist die DTM jeweils auf dem Nürburgring zu Gast, danach folgen Stationen in Zolder und Hockenheim.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige