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Culcay und Feigenbutz greifen wieder an

27.08.2020 12:02
Jack Culcay hofft auf eine weitere WM-Chance
© Uwe Koch/ Eibner-Pressefoto via www.imago-images.d
Jack Culcay hofft auf eine weitere WM-Chance

Die deutsche Boxszene fiebert in entbehrungsreichen Zeiten von Corona einem ihrer wenigen Event-Highlights entgegen. Am Freitagabend boxt Ex-Champion "Golden Jack" Culcay in Berlin ohne Zuschauer gegen Top-Talent Abass Baraou. Die leichten Jungs aus dem Superweltergewicht (bis 69,8 kg) gelten als die derzeit besten Techniker im deutschen Boxen, der Sieger darf sich auf einen WM-Ausscheidungskampf freuen.

Culcay hätte sich auf seinem Weg zurück in die Weltspitze auch einen leichteren Gegner aussuchen können. Experten wie Ex-Boxer Axel Schulz sehen den jungen Baraou vorne. "Der Fight gehört zu den sportlichen Herausforderungen, die ich suche: Kämpfe auf Augenhöhe gegen starke Athleten wie Abass Baraou", erklärte Culcay selbstbewusst. Sein Rekord steht bei 28 Siegen aus 32 Kämpfen.

Der in Ecuador geborene Culcay war 2016 auf dem Höhepunkt seiner Karriere, wurde Weltmeister der WBA, doch Niederlagen gegen Demetrius Andrade (USA) und Maciej Sulecki (Polen) warfen ihn zurück. Er wechselte von Sauerland zum neuen Berliner Boxstall Agon, der am Freitag den Kampfabend in den Havelstudios auch veranstaltet.

WM-Ausscheidungskampf winkt

Der aus Oberhausen stammende Baraou boxt immer noch für Sauerland, gilt nach WM-Bronze 2017 bei den Amateuren als neue Hoffnung bei den Profis. Der 25-Jährige Deutsch-Togolese ist im Ring ein dominanter Fighter, wechselt gekonnt die Distanzen. Auch das nötige Selbstvertrauen ist da. "Jack ist ein großer Kämpfer mit viel Erfahrung, aber ich bin mir sicher, dass ich ihn schlagen kann", sagt Baraou.

Bei Sauerland ist man zufrieden, dass der Kampf zustande kam. "Es ist bewundernswert, dass Abass den Mut hat, bereits in seinem zehnten Kampf gegen einen Weltklasseboxer wie Jack anzutreten", sagte Geschäftsführer Nisse Sauerland. Der Sieg lohnt sich für beide. Der Gewinner ist die neue Nummer zwei des Weltverbandes IBF und bekommt einen WM-Ausscheidungskampf.

Feigenbutz kehrt in den Ring zurück

Ein großes Talent war einst auch Vincent Feigenbutz. Dem früheren "K.o.-Prinz" aus Karlsruhe wurde wegen seiner Unerschrockenheit und vieler vorzeitiger Siege eine große Karriere vorausgesagt, doch nach einem kurzen Intermezzo als Weltmeister 2015 folgten schmerzhafte Rückschläge. 2020 trennte er sich von seinem langjährigen Manager Rainer Gottwald und hofft mit dem Kampf am Freitag gegen Agon-Boxer Jama Saidi auf einen Neuanfang.

"Ich freue mich, dass man wieder boxen darf und werde Deutschland zeigen, wer die Nummer eins im Mittelgewicht ist", sagte Feigenbutz, der von Sauerland betreut wird. Für seinen Neustart stieg Feigenbutz vom Supermittel ins Mittelgewicht ab. "In diesem Limit wird er einen erneuten Angriff auf einen WM-Titel starten", sagte Nisse Sauerland, der Feigenbutz-Gegner Saidi durchaus schätzt: "Ob er allerdings Vince aufhalten kann, wage ich zu bezweifeln."

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