Anzeige
powered by Motorsport-Total.com

Mysteriöses Problem bremst Kubica aus

25.08.2020 10:24
Kubica bemängelt die Beschleunigung seines von ART eingesetzten BMW M4
© MST
Kubica bemängelt die Beschleunigung seines von ART eingesetzten BMW M4

ART-BMW-Pilot Robert Kubica glaubt nach dem nächsten völlig verpatzten DTM-Wochenende auf dem Lausitzring, bei dem er trotz des BMW-Triumphs zweimal abgeschlagen Letzter wurde, seinen Problemen endlich auf die Spur zu kommen.

"Es ist jetzt klar, welches Problem wir haben und in welchem Bereich etwas nicht funktioniert", bestätigt der DTM-Rookie, der von "zwei großen Bereichen", spricht, "die uns entscheidend Performance kosten".

Neben dem mangelnden Grip, den man bereits als Problemzone ausgemacht hatte, fehle es seinem M4 massiv an Beschleunigung.

"90 Prozent oder vielleicht sogar der gesamte Rückstand, den ich im Qualifying habe, entsteht auf den Geraden. Und das liegt nicht daran, dass ich zu spät aufs Gas steige, sondern weil uns die Beschleunigung fehlt", schließt er gegenüber "Przeglad Sportowy" einen Fehler in seinem Bereich aus.

Darum wurde Kubica im Rennen durchgereicht

Den Beweis für das Beschleunigungsproblem habe das Sonntagsrennen geliefert. Nach dem Start lag Kubica sogar auf Platz zehn, wurde aber in den ersten sechs Runden durchgereicht: "Ich bin aus einer Kurve deutlich besser als Fabio Scherer herausgekommen, der außen war und die Kurve fast nicht gekriegt hätte. Ich war eine halbe Wagenlänge vor ihm, aber bei der Hälfte der Gerade hatte er mich schon überholt."

Das "einzig Beruhigende daran, dass wir die ganze Zeit auf den Geraden verlieren, ist die Tatsache, dass der Fahrer darauf wenig Einfluss hat", beweist er Ironie.

Kubica: Set-up der Werks-BMWs würde nicht helfen

Aber legt Kubicas ART-Truppe den Fokus zu sehr auf Abtrieb? "Nein, wir fahren nicht mit viel Downforce, um uns Vorteile in den Kurven zu verschaffen", schüttelt er den Kopf. Dennoch setzt sein Team auf ungewöhnliche Wege, um die zweite große Problemzone - mangelnden Grip - irgendwie in den Griff zu kriegen.

"Wenn wir mein Auto so einstellen würden wie die anderen BMWs, dann würde das nicht helfen", erklärt er. "Und wenn die anderen mit meinen Einstellungen fahren würden, dann würden sie nicht weit kommen. Das weist darauf hin, dass irgendetwas nicht so funktioniert, wie es sollte."

Kubica fühlt sich nun noch mehr bestätigt, dass es an seinem Auto ein grundlegendes Problem gibt: "Hoffentlich gibt es nun keinen Zweifel mehr, dass etwas nicht stimmt."

Wie Kubica den Aufwärtstrend im Qualifying erklärt

Wie es ihm dennoch gelungen ist, den Abstand zur Spitze im Sonntags-Qualifying mit 0,928 Sekunden Rückstand erstmals auf unter eine Sekunde zu bringen? "Für eine schnelle Runde mit frischen Reifen kann man schon noch etwas ausrichten, weil man mehr Grip hat. Aber auf eine Renndistanz hat man keine Chance. Die Reifen verschleißen und das Auto rutscht sogar noch mehr."

Deswegen sei es "schwierig, nach diesem Wochenende von Fortschritten zu sprechen", schiebt Kubica Frust. Der Nachteil auf den Geraden sorge laut Kubica für einen Teufelskreis: "Wenn man auf den Geraden ein paar Zehntel, eine Sekunde oder mehr verliert, dann muss man noch mehr attackieren, um mit den anderen mithalten zu können. Und wenn man in einem rutschenden Auto attackiert, dann ist der Reifenverschleiß höher."

Welche Auswirkungen der bei der Kollision mit WRT-Audi-Pilot Scherer beschädigte Unterboden auf sein Tempo beim Sonntagsrennen gehabt habe? "Ich weiß es nicht", sagt er. "Das kann niemand einschätzen, denn es gibt keine Sensoren. Alles ist sehr simpel, und uns stehen nur sehr wenige Daten zur Verfügung." Das hat damit zu tun, dass das Reglement in der DTM die Nutzung zahlreicher Sensoren, die in der Formel 1 erlaubt sind, verbietet.

"Wenn wir uns verbessern, sind wir nicht weit weg"

Auffällig ist, dass der Pole auch am Samstag beim Regen-Qualifying und beim darauffolgenden Rennen bei wechselhaften Bedingungen dem Feld hinterher fuhr, obwohl der Fahrer unter diesen Umständen normalerweise mehr Einfluss hat.

Das war für viele eine Überraschung, schließlich hatte er beim verregneten Freien Training beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps eine Zeitlang sogar an der Spitze gelegen und mischte im Vorderfeld mit. "Aufgrund der guten Erfahrung vom Regentraining in Spa war ich sogar etwas enthusiastisch, als es am Samstag regnete und auch das Rennen auf nassem Asphalt gestartet wurde", sagt er. "Stattdessen wurde einer meiner schwersten Tage. Wir hatten einfach keinen Grip."

Wie sich Kubica das erklärt? "Wenn man auf trockener Strecke keinen Grip hat, dann ist es auf nasser Strecke noch schlimmer", sagt der 38-Jährige, der den Grip neben der Beschleunigung als zweite Problemzone ausmacht. "Wenn wir uns in diesen Bereichen verbessern können, dann glaube ich nicht, dass wir weit weg sind von den anderen Fahrern", gibt er die Hoffnung nicht auf. "Bis dahin wird es aber so bleiben."

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige