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Schon 43 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton

Warum Bottas im WM-Duell den Anschluss verliert

18.08.2020 15:20
Auf Interviews hätte Valtteri Bottas nach dem Rennen gerne verzichten können
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Auf Interviews hätte Valtteri Bottas nach dem Rennen gerne verzichten können

"Gerade möchte ich einfach irgendwo anders sein als hier", sagt Valtteri Bottas nach dem Großen Preis von Spanien. Denn das Rennen von Barcelona war wieder einmal ein großer Rückschritt für die WM-Hoffnungen des Finnen. Dabei hat die Saison für den Mercedes-Piloten so gut angefangen - wieder einmal.

Wie im Vorjahr holte sich Valtteri Bottas im ersten Saisonrennen den Sieg und damit den bestmöglichen Start. Doch die Erwartungen eines WM-Kampfs gegen Lewis Hamilton konnte er danach erneut in keinster Weise erfüllen. Statt 13 Punkten Vorsprung nach Rennen eins sind es mittlerweile stolze 43 Punkte Rückstand auf den Teamkollegen.

"Die Meisterschaft gleitet mir wieder aus den Fingern", hadert Bottas nach dem fünften sieglosen Grand Prix in Serie. Mehr noch: Seit vier Rennen kam er nicht einmal mehr unter die Top 2 - eigentlich zu wenig für den dominierenden Mercedes-Boliden. "Abgesehen vom ersten Rennen war es ziemlich schlecht", muss er sich eingestehen.

Nicht nur, dass der Teamkollege vier der fünf Rennen nach dem Saisonstart gewonnen hat, immer wieder hat Bottas auch das Nachsehen gegen Max Verstappen und liegt mittlerweile auch hinter dem Red-Bull-Piloten. Besonders bitter wiegt der Reifenschaden in der Schlussphase von Silverstone. Während Hamilton trotz seines eigenen Schadens noch gewinnen konnte, blieb Bottas dort ohne Punkte.

"Im Moment habe ich keine Antwort"

"Es gab noch nicht ein Wochenende, das richtig glatt lief - abgesehen vom ersten. Von daher war es bislang eine ziemlich schlechte Saison. Das ist natürlich enttäuschend", hadert er. Doch warum es nicht läuft, weiß auch er nicht: "Ich kann es nicht sagen. Ehrlich nicht."

"Die Pace war eigentlich in jedem Rennen da. Das Qualifying war immer super eng mit Lewis. Manchmal schlägt er mich, manchmal schlage ich ihn. Von daher kenne ich die Gründe nicht", so Bottas weiter. "Vielleicht kann ich es irgendwann später sagen. Im Moment habe ich aber keine Antwort."

Zumindest hat Bottas nach dem zweiten Triple-Header jetzt eine kleine Pause, um sich neu zu fokussieren. Seine Hoffnung liegt darauf, dass noch so viele Rennen wie möglich gefahren werden. Sieben weitere Rennen stehen bereits fest, möglicherweise werden es aber auch zehn oder noch mehr.

Trotz mentaler Rückschläge: Aufgegeben wird nicht

"Ich weiß, dass wir noch nicht einmal bei der Hälfte der Saison angekommen sind. Das hilft", sagt Bottas über die mentale Herausforderung. "Für mich wäre es mental wichtig gewesen, mehr Punkte als Lewis und Max zu holen, und wenn das nicht passiert, dann ist es schwierig."

Denn die unübliche Saison zehrt ohnehin schon an den Nerven der Fahrer. Gerne würden sie mehr Zeit mit den wichtigen Menschen in ihrem Leben verbringen, doch die Situation rund um Corona macht das fast unmöglich.

"Aber das nimmt man hin, weil das einzige Ziel ist, den Titel zu gewinnen. Dafür tue ich alles", so Bottas, der sich im vergangenen Jahr sogar von Frau Emilia getrennt hatte, um sich auf die Karriere konzentrieren zu können. "Aber wenn die Dinge dann nicht so laufen, wie man sich das vorstellt, dann wird es schwieriger."

"Frustriert" sei er, das gibt er zu. Doch aufgeben möchte er nicht. "Ohne Zweifel werde ich für das nächste Rennen wieder den richtigen Spirit finden und es erneut versuchen."