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Stroll hat zu "99,9 Prozent" recht

Wolff will "polemische Diskussion" über Copygate vermeiden

14.08.2020 09:51
Toto Wolff ist sicher, dass Lawrence Stroll auch jetzt nichts zu befürchten hat
© MST
Toto Wolff ist sicher, dass Lawrence Stroll auch jetzt nichts zu befürchten hat

Weil Renault und Ferrari ihre Ankündigung, gegen das "Copygate"-Urteil in Revision zu gehen, wahrgemacht haben, wird der Fall nun in letzter Instanz vom Internationalen Berufungsgericht der FIA geklärt. Ein langwieriger Prozess, den Toto Wolff eigentlich verhindern wollte. Er hat sich in Silverstone als (Zitat) "Mediator" versucht, um eine andere Lösung zu finden und den Streit beizulegen.

"Ich finde, dass sich die Vernunft durchsetzen sollte", argumentiert Wolff und beruft sich dabei auf eine seiner Meinung nach "eindeutige Rechtslage". Und er betont: "Ich hoffe, dass alle ruhig und gelassen bleiben. Eine polemische Diskussion ist in den nächsten Monaten nicht das, was wir brauchen."

Doch genau die wird es jetzt geben. Ob eine gründliche Untersuchung eines möglichen Betrugsfalls zwangsläufig eine "polemische Diskussion" sein muss, liegt im Auge des Betrachters. Tatsache ist aber, dass die Konfrontation zwischen Racing Point und Mercedes auf der einen und Renault & Co. auf der anderen Seite in Silverstone verbal eskaliert ist.

Bei vielen Beteiligten scheinen die Nerven blank zu liegen. Letztendlich steht Aussage gegen Aussage. Racing Point behauptet, man habe die Bremsbelüftungen und den Rest des Autos auf Basis von Fotos des Vorjahres-Mercedes nachgebaut. Die Gegenseite glaubt das nicht. McLaren-Teamchef Andreas Seidl etwa hat diese Darstellung längst als "Märchen" abqualifiziert.

"Bullshit": McLaren findet klare Worte

Sein Boss Zak Brown wird noch deutlicher: Das sei "Bullshit", und man müsse daher nicht nur die Bremsbelüftungen, sondern auch alles andere am Racing Point RP20 in Frage stellen. "Ich glaube", sagt er, "wir sehen möglicherweise nur die Spitze des Eisbergs." Und das sei "nicht gesund für den Sport".

Was keiner ausspricht, aber zwischen den Zeilen suggeriert wird: Wenn Racing Point den Mercedes kopiert hat, muss Mercedes das fast zwangsläufig zugelassen haben. Und im Berufungsverfahren wird noch tiefer gegraben als in der ersten Runde von den FIA-Kommissaren. Einige unterstellen: Das ist der Grund, warum ein Berufungsverfahren verhindert hätte werden sollen.

Das Mercedes-Kundenteam Williams und der zukünftige Mercedes-Kunde McLaren haben ihre Revisionsabsichten tatsächlich zurückgezogen. Renault und Ferrari aber nicht. Wolff ist trotzdem nicht nervös: "Die Bremsbelüftungen sind nicht der Grund dafür, dass dieses Team plötzlich konkurrenzfähig ist. Das ist nur ein Nebenschauplatz", betont er.

Wolff empfiehlt der Gegenseite "mehr Demut"

"Die Konkurrenten sollten sich auf ihren Job konzentrieren und selbst ein gutes Auto hinstellen", ermahnt der Mercedes-Teamchef. Über das Berufungsverfahren sagt er: "Ich denke nicht, dass das Erfolg haben wird. Ich finde, sie hätten mehr Demut an den Tag legen sollen und anerkennen, dass da jemand gute Arbeit geleistet hat."

Er ist nun auf "ein sehr langwieriges und schmutziges Verfahren" eingestellt, "mit Rechtsanwälten, das monatelang dauern wird, bei unbekanntem Ausgang. Sowohl für Renault als auch für Racing Point. Daran kann doch niemand ein Interesse haben." Daher habe er (vergeblich, wie wir inzwischen wissen) gehofft, dass die Sache pragmatisch gelöst wird, ohne ein Verfahren anstrengen zu müssen.

Aber die Gegenseite lässt nicht locker. Lawrence Stroll, Geschäftspartner von Wolff als Aktionär beim britischen Sportwagenhersteller Aston Martin, bringt dafür kein Verständnis auf. Seine Videobotschaft am Silverstone-Wochenende war klar: Er sieht sich als unschuldig an und wird dies auch mit allen Mitteln verteidigen, um seinen Ruf zu schützen.

"Lawrence macht keine Gefangenen", sagt Wolff. "Die Rechtsmeinung ist, dass er den Fall vor dem Berufungsgericht zu 99,9 Prozent gewinnen wird. Racing Point hat nicht um einen Millimeter was falsch gemacht. Das sehen auch wir so. [...] Lawrence geht jetzt 'all in'. Wenn er vor Gericht gezerrt wird, wird er alle Ressourcen in die Waagschale werfen, die er hat, um das zu einem für ihn positiven Ende zu bringen."

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