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Spitzenturner kritisiert "Kultur des Missbrauchs"

10.08.2020 21:41
Nile Wilson mahnt zu mehr Wachsamkeit
© Roger Evans
Nile Wilson mahnt zu mehr Wachsamkeit

Olympia-Bronzemedaillengewinner Nile Wilson hat ebenfalls die "Kultur des Missbrauchs" im britischen Turnen angeprangert. Athleten und Athletinnen werden "wie Fleischstücke behandelt", sagte der 24-Jährige am Montag der "BBC".

"Es ist eine emotionale Manipulation. Durch körperliche Schmerzen gedrängt zu werden, war sicherlich etwas, was ich erlebt habe. Ich würde sagen, dass ich missbraucht wurde", sagte Wilson: "Aber ich wollte olympische Medaillen gewinnen, der Verband wollte olympische Medaillen gewinnen, die Trainer wollten olympische Medaillen gewinnen."

Anfang des Jahres habe er Beschwerde über eine Auseinandersetzung mit einem Mitarbeiter seines Vereins Leeds Gymnastics Club eingereicht. Nachdem diese nach einer Untersuchung abgelehnt worden war, habe er sich "komplett wertlos" gefühlt.

"Es waren Beweise, die unter den Tisch gekehrt wurden", sagte Wilson. Laut "BBC" habe der Leeds Gymnastics Club die Version Wilsons bestritten und versichert, dass die Vorwürfe "professionell" untersucht worden seien.

Er habe Angst zu reden, sagte Wilson. Seine Sorgen zu äußern, könne "Auswirkungen auf seine Auswahl für die Olympischen Spiele haben". Aber sein Fall "unterstreicht, dass es immer noch eine Herausforderung in der Turnkultur gibt und sie beginnt an der Spitze."

Zahlreiche Missbrauchsvorwürfe waren in den vergangenen Wochen und Monaten weltweit im Turnen erhoben worden. Zuletzt hatten die Verbände aus Australien, der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden Untersuchungen eingeleitet.

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