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"Geht gerade erst los"

PGA-Champion Morikawa mischt die Golf-Szene auf

10.08.2020 12:36
Hat zum ersten Mal in seiner Karriere ein Major gewonnen: Collin Morikawa
© JOHN ANGELILLO via www.imago-images.de
Hat zum ersten Mal in seiner Karriere ein Major gewonnen: Collin Morikawa

Der US-Amerikaner Collin Morikawa hat die 102. US PGA Championship gewonnen. Der Sieg ist dabei nur der nächste Zwischenschritt einer Karriere im Eiltempo.

Morikawa riss erschrocken den Mund auf und versuchte das Unheil noch irgendwie abzuwenden, der Deckel seiner silbernen Trophäe hatte sich da aber schon verabschiedet. Morikawa lächelte nach dem Anfängerfehler also ein wenig beschämt - die mangelnde Erfahrung mit Siegerehrungen will er ausmerzen.

"Meine Karriere geht ja gerade erst los", scherzte der Senkrechtstarter der Golf-Szene nach dem beeindruckenden Triumph bei der 102. US PGA Championship, "das ist noch nicht das Ende".

Und wenn der 23-Jährige weiter so unbeirrt seinen Weg geht, dann dürfte er tatsächlich kein One-Hit-Wonder bleiben. Der Erfolg am Sonntag war nämlich nicht das erste Ausrufezeichen in der gerade einmal 14 Monate andauernden Profi-Laufbahn. Es war gleichwohl allerdings das mit dem größten Aufsehen - auch wegen seiner Panne beim Hochrecken der Wanamaker Trophy.

Nur McIlroy und Nicklaus waren jünger

"Ich schwebe auf Wolke sieben. Als junger Spieler so kurz nach dem Wechsel in das Profi-Lager in meiner Wahlheimat zu gewinnen, ist sehr speziell", sagte Morikawa, der seinen ersten Major-Titel in San Francisco holte und sich damit in einen erlesenen Kreis spielte. Seit dem Zweiten Weltkrieg waren nur zwei Größen des Sports bei ihrem ersten US-PGA-Championship-Sieg jünger: Rory McIlroy und Jack Nicklaus.

Selbst Tiger Woods war bei seinem Debüt ein paar Tage älter als Morikawa, der bescheiden meinte: "Es wäre vermessen, mich mit ihnen zu vergleichen." Wiederum: In einem Atemzug mit den mehrmaligen Major-Champions genannt zu werden, bedeutet auch, "dass man irgendetwas ganz gut gemacht hat." Vor allem auf dieser traumhaften Schlussrunde am Sonntag.

Mit einem Chip-in aus rund zwölf Metern eroberte Morikawa am 14. Loch die Führung, die er an Bahn 16 mit einem Eagle ausbaute. Den Grundstein hatte er dort mit einem Abschlag gelegt, der den Ball ganz dicht an die Fahne rollen ließ. "Das sind die Momente, an die ich mich ein Leben lang erinnern werde", sagte der Ex-Golfer der University of California. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war er nicht mehr aufzuhalten.

Dabei hätte es zumindest vor der letzten Runde noch einige Rivalen gegeben, die seinen dritten Erfolg auf der US-Tour hätten verhindern können. Zehn Spieler befanden sich innerhalb von nur drei Schlägen, Morikawa spürte aber schon am Morgen das gute Gefühl. "Ich war überhaupt nicht ängstlich, ich war bereit", sagte er.

In der Weltrangliste wird Morikawa nun bereits an Position fünf geführt, vor etwas mehr als einem Jahr war er noch die Nummer 631. Sehr viel Luft nach oben besitzt Morikawa diesbezüglich zwar nicht mehr, trotzdem strebt er weiterhin das Maximum an. "Ich will nicht nur Majors gewinnen", sagte er und fügte selbstbewusst an: "Ich will jedes Turnier gewinnen".

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