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Achtelfinal-Rückspiel beim FC Bayern

Vier Dinge, die Chelsea noch Hoffnung machen

08.08.2020 19:37

Am Samstagabend (21:00 Uhr) empfängt der FC Bayern den FC Chelsea zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League. Nach dem klaren 3:0 im Auswärtsspiel an der Stamford Bridge gehen die Münchener als klarer Favorit in die Partie. Ausruhen können sich die Bayern jedoch nicht. sport.de benennt vier Dinge, die den Blues Hoffnung machen.

1. Die Spielpraxis

Während die anderen europäischen Top-Ligen Mitte Mai noch neidisch auf die wieder startende deutsche Bundesliga schauten, hat sich das Blatt inzwischen gewendet. Für den FC Chelsea wird das Achtelfinal-Rückspiel das 13. Pflichtspiel seit dem 21. Juni und damit innerhalb von acht Wochen sein.

Im selben Zeitraum kamen die Bayern auf lediglich drei Spiele. Und von diesen dreien liegen das 4:0 am letzten Bundesliga-Spieltag in Wolfsburg und der DFB-Pokalsieg (4:2) gegen Bayer Leverkusen bereits sechs, respektive fünf Wochen zurück. Zwar wurde die Generalprobe gegen Olympique Marseille mit 1:0 gewonnen, der Erkenntnisgewinn aus diesem Testspiel hielt sich jedoch im überschaubaren Rahmen.

Auf der einen Seite sind die Engländer also voll im Spielrhythmus, während die Münchener frisch aus der Vorbereitung kommen. Das steht nicht nur sinnbildlich für die außergewöhnlichen Umstände, unter denen die Champions League zu Ende gebracht wird, sondern kann durchaus ein Vorteil für die Gäste sein.

Auch Manuel Neuer rätselte im Vorfeld über die Auswirkungen der langen Pause und sagte: "Ob die ein oder andere Mannschaft uns gegenüber einen Vorteil hat, weil sie länger gespielt und eine kürzere Pause gehabt hat, das werden wir sehen."

2. Die Post-Coronapause-Form

Die Bilanz des FC Chelsea in der Post-Corona-Zeit ist durchaus formidabel. In den zwölf Spielen seit dem Restart feierten die Londoner acht Siege. Dem gegenüber stehen vier Niederlagen. Dank dieser Konstanz reichte es in der Liga am Ende zu Platz vier. Unabhängig vom Ausgang der noch laufenden Champions-League-Saison spielen die Blues auch in der kommenden Saison in der Königsklasse.

Während die Defensive mit 18 Gegentoren in eben diesen zwölf Spielen keineswegs sattelfest war, kristallisierte sich die Offensive als Prunkstück heraus: Denn durch die 23 geschossenen Tore kommt Chelsea auf fast zwei Treffer pro Spiel im Schnitt.

Nur bei der deutlichen 0:3-Niederlage gegen Sheffield United stand vorne die Null. Und genau in diesem Spiel stand ein Mann nicht in der Startelf, der zuletzt zuverlässig Tore lieferte und bewies, dass die Rolle des klassischen Mittelstürmers auch im Jahr 2020 keineswegs zu unterschätzen ist.

3. Der treffsichere Olivier Giroud

Die Rede ist von Olivier Giroud, der seit dem Restart eine starke Quote vorweisen kann. Der Franzose erzielte sechs seiner acht Liga-Tore in den letzten neun Spielen. Die Hälfte dieser Tore fielen in die Kategorie der sogenannten "Match-winning goals“, waren also spielentscheidend.

Im Alter von 33 Jahren unterstreicht der amtierende Weltmeister, dass er keineswegs zum alten Eisen gehört. Vielmehr ist er die erfahrene und zugleich auch verlässliche Größe in der Mannschaft und einer der Gewinner in der Rückrunde.

Dank seiner Statur (1,93 Meter groß, 91 Kilogramm schwer) ist er zudem auch körperlich in der Lage, es mit jedem Bayern-Verteidiger aufzunehmen. Ganz gleich, ob dieser nun David Alaba, Jérôme Boateng, Lucas Hernández oder Niklas Süle heißt.

Boateng kennt der 97-malige Nationalspieler aus bisher sieben Begegnungen. Drei Mal gewann der Franzose mit seinen Teams, vier Mal der Deutsche. In drei dieser sieben Duellen netzte der Sturmtank je einmal ein. Auch Hernández ist für ihn kein Unbekannter, schließlich feierten sie 2018 in Russland zusammen den WM-Titel.

4. Die Außenseiterrolle

Die Hypothek der Blues von drei aufzuholenden Auswärtstoren ist immens. Zudem fallen mit Kapitän Cesar Azpilicueta, Christian Pulisic und Pedro gleich drei Spieler verletzt aus. Außerdem sind Jorginho und Marcos Alonso gesperrt. Diese Ausfälle können auch nicht durch die Neuzugänge Hakim Ziyech und Timo Werner kompensiert werden, da diese nicht spielberechtigt sind.

Doch genau in der Tatsache, dass auf dem Papier nichts für das Team von Frank Lampard spricht, könnte auch eine Chance liegen. Als Chelsea nämlich das letzte Mal als klarer Außenseiter in der Allianz Arena antrat, kamen sie mit dem Henkelpott wieder zurück.

Das "Finale dahoam" 2012 sollte für die Bayern der größte Feiertag der Vereinsgeschichte werden, entwickelte dann aber zu einem Albtraum, nämlich der Niederlage im Elfmeterschießen (3:4). Lampard führte die Blues seinerzeit als Kapitän aufs Feld und wird seine Erlebnisse ganz sicher als Heißmacher an seine Jungs vermitteln.

Als weitere Inspiration könnte sogar ausnahmsweise der FC Liverpool dienen. Denn die Reds drehten im letztjährigen Halbfinale eine 0:3-Niederlage in Camp Nou noch mit einem 4:0 an der Anfield Road. Ganz nach dem Motto "It ain’t over till it’s over" (Es ist nicht vorbei, bis es vorbei ist) - und das gilt auch für dieses Achtelfinal-Rückspiel.

Luis Holuch

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