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Reif über Kritik am BVB: "Was sollen sie anderes machen?"

06.08.2020 14:23
Spricht über die Transferpolitik des BVB: Marcel Reif
© Christoph Hardt via www.imago-images.de
Spricht über die Transferpolitik des BVB: Marcel Reif

Der langjährige TV-Kommentator und Bundesliga-Experte Marcel Reif glaubt noch an einen Wechsel von Jadon Sancho von Borussia Dortmund zu Manchester United. Und zwar zu den vom BVB diktierten Konditionen.

"Dortmund wird kriegen, was sie wollen", sagte der 70-Jährige in seiner Sendung "Reif ist live" bei "bild.de". Die Schwarz-Gelben fordern mindestens 120 Millionen Euro für ihren Offensiv-Star, der in der abgelaufenen Spielzeit mit 17 Toren und 16 Vorlagen Topscorer beim BVB war. 

"Da glaube ich Watzke. Die geben den nicht zu einem Schnäppchen-Preis her. United wird zahlen, weil sie Sancho brauchen", so Reif. Zuvor hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke betont, sich auf kein Zahlengeschachere mit ManUnited einlassen zu wollen. 

Reif wies allerdings auch darauf hin, dass sich die Westfalen einen qualitativ ähnlich hochwertigen Ersatz besorgen müssen, sollte Sancho die Dortmunder Borussia tatsächlich noch verlassen: "Wenn Sancho geht, kann Dortmund keine Kindermannschaft auf den Platz schicken. Sie müssen Ersatz auf anderem Niveau finden."

Hoeneß-Kritik am BVB: "Was sollen sie anderes machen?"

Bis zum Wochenende muss United Nägel mit Köpfen machen, sollten sie den 20-Jährigen wirklich zurück auf die Insel lotsen wollen. Bis zuletzt war noch kein offizielles Angebot in Dortmund eingegangen. Sportdirektor Michael Zorc hatte zuletzt ebenso wie Watzke beton, dass sie der ganzen Causa eine Frist bis zum 10. August gegeben haben. Erhält der BVB bis dahin kein entsprechendes Angebot, soll Sancho in Dortmund bleiben.

Verständnis zeigte Reif für die Transferpolitik des BVB, der schon häufig seine besten Spieler gegen große Transfererlöse weiterverkauft hatte. "Was sollen sie anderes machen? Die Spieler kommen aus der großen Premier League und sehen einen Ausbildungsverein, bei dem sie die nächsten zwei bis drei Jahre toll was lernen können. Und dann kommen die Vereine aus dem ersten Regal", blickte Reif auf das Beispiel Sancho.

Zuletzt hatte sich Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß öffentlich zu den Personalentscheidungen der Dortmunder in den letzten Jahren geäußert und der "FAZ" gesagt: "Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Klub selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird. Das halte ich für unklug. Wie soll ein Spieler die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein?"

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