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"Die Aussagen hätte sich Uli Hoeneß besser gespart"

BVB-Führungsriege wehrt sich gegen Hoeneß-Aussagen

03.08.2020 22:52

Die BVB-Führungsetage hat sich mit klaren Worten gegen die Kritik von Uli Hoeneß an der Transferpolitik seiner Dortmunder Borussia gewehrt. 

Hoeneß hatte den Westfalen in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine zu schnelle Verkaufskultur vorgeworfen, die den Schwarz-Gelben beim Erreichen ihrer Ziele oftmals im Weg gestanden habe.

"Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Klub selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird", so der Hoeneß-Vorwurf. 

Jetzt schossen die Dortmunder im Gespräch mit der "Bild" nicht minder scharf formuliert zurück: "Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant, aber einiges ist auch sachlich de facto falsch", erwiderte Sportdirektor Michael Zorc. 


Mehr dazu: Hoeneß kritisiert Transferpolitik des BVB


Den Vorwurf von Hoeneß, BVB-Verpflichtungen könnten sich nicht komplett mit dem Klub identifizieren, weil sie sich ohnehin nur als Verkaufsobjekt begreifen, konterte der 57-Jährige weiter: "Grundsätzlich: Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken."

In den vergangenen Jahren hat der BVB immer wieder Spieler in den Verein geholt, die nach einiger Zeit mit zum Teil riesigen Gewinnen weiterverkauft wurden.

Dazu zählten in den letzten Jahren beispielsweise Henrikh Mkhitaryan, Pierre-Emerick Aubameyang, Christian Pulisic und Oumane Dembélé. Vor allem Letztgenannter gilt als absolute Transfer-Meisterleistung der Dortmunder Klubbosse um Sportdirektor Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Im Jahr 2016 für 15 Millionen Euro von Stade Rennes aus Frankreich verpflichtet, wurde der spätere Weltmeister nur ein Jahr später für unglaubliche 138 Millionen Euro (inklusive bereits fällig gewordener Boni) zum FC Barcelona transferiert.

BVB-Bosse blasen zur Verbalattacke

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke bedauerte die Attacke von Hoeneß: "Karl-Heinz Rummenigge und ich bemühen uns seit Jahren darum, dass die beiden größten deutschen Klubs ein respektvolles Verhältnis miteinander pflegen. Ich finde es sehr schade, dass in regelmäßigen Abständen versucht wird, dies zu unterwandern ..." Auch Präsident Rainer Rauball bezog eindeutig Stellung: "Die Aussagen hätte sich Uli Hoeneß besser gespart. Der Zeitpunkt ist auch sehr verwunderlich, schließlich haben die Bayern nächste Woche Champions League und eigentlich Besseres zu tun."

Zudem zitiert die "Bild" Ex-Borussia-Keeper Roman Weidenfeller: "Da scheint der Frust mal wieder tief zu sitzen, dass sich Jude Bellingham gegen die Bayern und für den BVB entschieden hat."

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