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Mercedes zurück in alter Dominanz

Hülkenberg im dritten Training deutlich vor Vettel

01.08.2020 13:11
Überzeugte auch im 3. Training: Nico Hülkenberg
© HOCH ZWEI/Pool/Frank Augstein
Überzeugte auch im 3. Training: Nico Hülkenberg

Nachdem Mercedes bei brütender Hitze am Freitag erstmals verwundbar ausgesehen hatte, ist das Weltmeister-Team rechtzeitig vor dem Qualifying zum Grand Prix von Großbritannien wieder zurück in Form.

Denn im dritten Freien Training in Silverstone sicherten sich Valtteri Bottas und Lewis Hamilton die Positionen eins und zwei.

Bottas stellte eine Bestzeit von 1:25.873 Minuten auf und war damit um 0,138 Sekunden schneller als sein Teamkollege.

Der lag zwar bei den abschließenden Qualifying-Übungen schon nach dem ersten Sektor leicht hinten, verlor dann aber noch mehr Zeit, als er mutmaßlich vom teilweise sehr starken Seitenwind aus dem Konzept gebracht wurde.

"Mercedes hat mehr Energie übrig"

Der Vorsprung auf den ersten (und einzigen ernsthaften) Verfolger Max Verstappen (Red Bull) beträgt vor dem Qualifying 0,300 Sekunden.

"Mercedes", analysiert Formel-1-Experte Gary Anderson, "bekommt entweder das Energiemanagement besser hin, oder sie haben einfach für den letzten Sektor mehr Energie übrig. Andere brauchen im ersten Sektor mehr Energie."

Der Blick auf die Zwischenzeiten bestätigt das: Während im ersten Sektor sogar Daniel Ricciardo (8./Renault/+0,968) am schnellsten war, nehmen die "Schwarzpfeile" der Konkurrenz im dritten Sektor drei Zehntelsekunden und mehr ab.

Das ist die Powerpassage der Strecke, mit der Hangargerade und dem Weg zurück zu Start und Ziel.

Max Verstappen mit dem Red Bull nicht zufrieden

Verstappen war mit dem Handling des RB16 seinerseits nicht zufrieden. Zuerst meldete er am Boxenfunk ein "rüttelndes Gefühl" links vorne.

Und nach seinem schnellen Run funkte er: "Wieder das gleiche. Ich habe hinten keinen Grip mehr." Was suggeriert, dass der Red Bull die Pirelli-Reifen zu schnell verschleißt.

Seinem Teamkollegen Alexander Albon (13.) brummte Verstappen eine Sekunde Rückstand auf.

Diesmal ist Albon aber entschuldigt. Nach seinem Crash am Freitag verzichtete Red Bull darauf, sein Chassis zu wechseln. Beim Fire-up am Samstagmorgen stellten die Honda-Ingenieure dann ein Problem mit der Batterie fest. Das zu beheben, kostete 45 Minuten Trainingszeit.

Stroll hängt starken Hülkenberg ab, Ferrari erneut desaströs

Hinter den "großen Drei" eroberte Lance Stroll Platz vier. Rückstand: 0,703 Sekunden. Die beiden Racing Points gingen spät auf die Strecke, als diese am griffigsten war.

Bis zur zweiten Zwischenzeit lagen Stroll und Nico Hülkenberg Kopf an Kopf. Erst im dritten Sektor ließ Hülkenberg drei Zehntelsekunden liegen. Letztendlich wurde er Neunter, mit einer Sekunde Rückstand.

Und war damit bester Deutscher! Für Sebastian Vettel läuft Silverstone 2020 weiterhin nicht nach Wunsch. Auf seiner schnellsten Runde bockte der SF1000 ausgerechnet in der ultraschnellen Becketts-Passage.

Und später schraubten die Mechaniker schon wieder seinen Fußraum rund um die Pedalerie auf. Bilder, die wir am Freitag schon gesehen hatten.

Mit dem Kampf um die Pole-Position hat Ferrari diesmal nichts zu tun. Vettel wurde mit fast eineinhalb Sekunden Rückstand 14. Auf Charles Leclerc fehlte ihm eine halbe Sekunde. Der belegte immerhin P6.

Es sagt viel aus, dass fünf der sechs Ferrari-Motoren im Feld im Abschlusstraining auf den letzten sieben Positionen lagen.

Das dritte Training zum Großen Preis von Großbritannien in der Chronologie:

Nach zehn Minuten im dritten Freien Training führte Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel mit 1:28.879 Minuten das Klassement an, allerdings hatten bis dahin nur er und Kimi Räikkönen überhaupt fliegende Runden absolviert - und das bei wesentlich kühleren Bedingungen als im Freitagstraining.

Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton meldete kurz darauf "Vibrationen" per Funk. Bei Red-Bull-Fahrer Alexander Albon waren schon vor dem Losfahren elektronische Probleme aufgetreten, sodass Albon zunächst gar nicht in Erscheinung trat.

Nach genau 20 Minuten übernahm Lewis Hamilton mit 1:26.825 Minuten den Spitzenplatz, vor inzwischen neun weiteren Fahrerkollegen mit Rundenzeiten. Es war die bis dahin schnellste Runde an diesem Wochenende.

Valtteri Bottas unterbot diese Bestzeit fast umgehend mit 1:26.526 Minuten und stand nach einer halben Stunde im dritten Freien Training auf Platz eins.

Formel-1-Rückkehrer Nico Hülkenberg wurde für Racing Point auf Rang vier notiert, hinter Red-Bull-Fahrer Max Verstappen. Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel lag auf Position 18. Alexander Albon war der einzige Fahrer noch ohne Zeit.

Und es blieb bei einem Mercedes-Duell ganz vorne: Lewis Hamilton übernahm mit 1:26.332 Minuten erneut die Spitzenposition. Kurz darauf stieß Sebastian Vettel in die Top 10 vor und reihte sich, neun Zehntel hinter Hamilton, auf Position sieben ein - und damit vor Nico Hülkenberg, der nun Neunter war.

Eine Viertelstunde vor Schluss markierte Valtteri Bottas in 1:25.873 Minuten eine deutliche neue Bestzeit und distanzierte Lewis Hamilton um fast eine halbe Sekunde.

Sebastian Vettel meldete per Funk: "Es ist wieder etwas los beim Bremspedal." Schon im Freitagstraining hatte ihn ein Defekt fast eine komplette Einheit verpassen lassen.

Alexander Albon nahm zu dieser Zeit sein Training auf, mit über einer Dreiviertelstunde Verspätung.

In den Schlussminuten der Einheit kam es hinter den Top 3 noch einmal zu einzelnen Positionsverschiebungen.

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