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Nach ersten Trainings in Silverstone

So bewertet Hülkenberg sein Comeback

31.07.2020 19:17

"Die vergangenen 24 Stunden waren durchaus besonders, verrückt und schräg", sagt Nico Hülkenberg. Kein Wunder: Am Donnerstagabend war er noch in Deutschland und kein Formel-1-Fahrer gewesen. Am Freitag absolvierte er aber in Silverstone erstmals seit 2019 wieder ein Grand-Prix-Training und saß dabei im aktuellen Racing Point RP20 - und fuhr damit in die Top 10.

Mehr noch: In der inoffiziellen Tageswertung belegte Hülkenberg in einem ihm bis dahin unbekannten Fahrzeug den achten Platz unter 20 Fahrern. Sein Teamkollege Lance Stroll erzielte die Tagesbestzeit. Abstand zu Hülkenberg: 0,636 Sekunden.

Teamchef Otmar Szafnauer bezeichnete Hülkenbergs Leistung schon tagsüber als "richtig gut", zumal Hülkenberg mit einer Last-Minute-Aktion überhaupt ins Freitagstraining gestartet war: "Wir hatten erst eine Viertelstunde vor [Trainingsbeginn] erfahren, dass sein [Coronavirus-] Test negativ ausgefallen war. Dann mussten wir ihn schnell ins Auto setzen."

Kurze Nacht vor dem Formel-1-Comeback

Hülkenberg hatte seine erste Sitzprobe im RP20 zu diesem Zeitpunkt natürlich längst hinter sich gehabt. Gut drei Stunden nach dem Anruf von Racing Point sei er am Donnerstagabend bereits vor Ort in England gewesen, um in der Teamfabrik in Silverstone die Sitzanpassung durchzuführen. Und das dauerte "bis nachts um zwei Uhr", wie Hülkenberg erklärt.

"Heute früh um 8 Uhr saß ich für eine Stunde im Simulator. Wir mussten uns vorbereiten, also war die Nacht recht kurz. Doch es hat sich gelohnt", meint der Deutsche.

Er legte am Trainingsfreitag insgesamt 51 Runden in seinem Rennwagen zurück und sammelte dabei wichtige Erkenntnisse - und überzeugte das Team nochmals von seinen Fähigkeiten: "Nico ist rasch auf Tempo gekommen und sein Feedback war so gut wie eh und je", sagt Teamchef Szafnauer.

Hülkenbergs Bilanz nach dem ersten Fahrtag

Es sei ein typischer erster Tag gewesen, und natürlich sei nicht alles ganz nach Plan gelaufen. "Es gibt Dinge, die er mag, und Dinge, die er nicht so sehr mag", sagt Szafnauer. Insgesamt habe Hülkenberg aber "ziemlich komfortabel" im Auto gewirkt.

Hülkenberg selbst bestätigt diesen Eindruck. Er habe sich "recht wohlgefühlt" im RP20 von Racing Point, wenn auch "noch nicht zuhause", wie er sagt. "Das kann man aber nicht erwarten mit einem neuen Auto. Die ersten Schritte waren okay."

Nachholbedarf habe er vor allem noch beim Reifenhaushalt über die Distanz und bei der einen schnellen Runde auf weichen Reifen. "Den Soft", so meint er, "muss ich noch besser nutzen. Daran werden wir über Nacht arbeiten, damit wir das Bestmögliche aus diesem Wochenende machen können."

Ins kalte Wasser geworfen, bei großer Hitze!

Tatsächlich dürfte Hülkenberg gute Chancen haben, mit Racing Point ein Punkteergebnis oder sogar ein Podestresultat einzufahren. Das Auto jedenfalls sei "unheimlich schnell", erklärt der frühere Renault-Fahrer. "Man sieht das große Potenzial."

Und er selbst spüre es auch - im Nacken und in seinen Muskeln. "Ich bin zwar ordentlich in Form, aber auf dieser Strecke hier, einer der schnellsten, mit so hohen g-Kräften, in 35 Grad Celsius Hitze - ich habe mir ja auch ausgerechnet einen der heißesten Tage in Großbritannien ausgesucht!"

"Ich bin hier ins kalte Wasser geworfen worden. Das wird mein Körper morgen und übermorgen schon noch merken", erklärt er. "Es ist eine große Herausforderung, vor der ich aber nicht zurückschrecke."

Es sei schließlich "wie im Film", dass er spontan zu seinem Formel-1-Comeback komme. "Kann man gar nicht fassen", meint Hülkenberg. "Jetzt freue ich mich auf das Wochenende und werde natürlich alles geben."

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