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"Lächerlich": Hamilton gegen Zuschauer bei Snooker-WM

30.07.2020 07:50
300 Zuschauer vor Ort können die Snooker-WM in Sheffield live verfolgen
© Christoph Soeder
300 Zuschauer vor Ort können die Snooker-WM in Sheffield live verfolgen

Der englische Snooker-Profi Anthony Hamilton hat die Entscheidung des Weltverbandes kritisiert, bei der Snooker-WM in Sheffield trotz der Coronavirus-Krise Zuschauer zuzulassen.

"Ich finde das lächerlich", sagte Hamilton, der als Asthmatiker um seine Gesundheit fürchtet. "In einen Raum mit 300 Leuten zu gehen, geht mir gegen den Strich. Ich werde mich dort persönlich nicht wohl fühlen."

Bei dem Turnier, das am Freitag im Crucible-Theater startet, sind zwischen 250 und 350 Zuschauer pro Spiel zugelassen. Die WM gilt als Pilotprojekt für größere Sportereignisse in England, darunter auch Fußballspiele.

"Wenn nur ein Mensch im Crucible krank wird und dann stirbt - dann ist es ein Mensch, der ohne jeglichen Grund gestorben ist, nur für die Unterhaltung", schimpfte Hamilton, der sich erstmals seit zwölf Jahren wieder für die WM qualifiziert hat.

Er selbst gehöre zur Risikogruppe, betonte der 49-Jährige. "Ich habe Asthma, daher war ich während des Lockdowns sehr vorsichtig", so Hamilton. "Ich habe mich praktisch abgeschirmt. Ich habe niemanden getroffen. Ich habe alleine geübt, ich habe all mein Essen gewaschen, meine Kleidung gesäubert, bevor ich ins Haus gegangen bin."

Organisatoren berufen sich auf Regierungsvorgaben

Zuvor hatte sich schon Snooker-Ikone Ronnie O'Sullivan gegen Zuschauer im Crucible ausgesprochen. "Im Moment reicht es aus, dass Sport im Fernsehen gezeigt wird", sagte der fünfmalige Weltmeister dem Sender "BBC Radio 5 Live".

Vor Publikum zu spielen, halte er für ein unnötiges Risiko. Der 44-Jährige erklärte zwar, er wolle trotzdem antreten. Er behielt sich aber vor, aus dem Turnier auszusteigen, falls er sich unbehaglich fühle.

Die Organisatoren berufen sich auf die Regierungsvorgaben und verweisen auf die hohen Sicherheitsvorkehrungen.

Dass die WM, die ursprünglich von April bis Mai hätte stattfinden sollen und wegen der Coronavirus-Krise verschoben wurde, nun als erstes Indoor-Sportereignis in Großbritannien wieder mit Zuschauern stattfinden darf, sei "ein fantastischer Triumph", hieß es.

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