Anzeige

Sachenbacher-Stehle nach Doping-Entlastung erleichtert

29.07.2020 16:39
Wurde 2014 wegen einer positiven Dopingprobe aus dem deutschen Biathlon-Team ausgeschlossen: Evi Sachenbacher-Stehle
© dpa
Wurde 2014 wegen einer positiven Dopingprobe aus dem deutschen Biathlon-Team ausgeschlossen: Evi Sachenbacher-Stehle

Ex-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle hat mit Fassungslosigkeit auf entlastende Aussagen des russischen Whistleblowers Grigori Rodschenkow zu ihrer positiven Dopingprobe bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi reagiert.

"Ich weiß nicht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll. Aber die Erleichterung überwiegt dann doch, dass ich auch von dieser Seite in ein richtiges Licht gerückt werde", sagt Sachenbacher-Stehle der "Augsburger Allgemeinen".

Als sie davon erfahren habe, seien ihr die Tränen gekommen. "Alles ist wieder hochgekommen. Ich habe zwar gelernt, damit zu leben, aber es steckt halt doch noch drin."

Laut Auszügen aus dem Buch Rodschenkows ("The Rodschenko Affairs"), das an diesem Donnerstag erscheint, seien die russischen Betrügereien Sachenbacher-Stehle zum Verhängnis geworden. "Erstes Opfer war die deutsche Athletin Evi Sachenbacher-Stehle, die nach einem Rennen eine geringe Menge Methylhexanamin im Urin hatte", schreibt Rodschenkow. "Ihr Fall war ein Grenzfall. Dieses Stimulanzmittel taucht normalerweise in hohen Konzentrationen auf."

Russischer Inlandsgeheimdienst am Betrug beteiligt

Um die Funktionsfähigkeit seines russischen Labors zu beweisen, habe Rodschenkow den Fall gemeldet. "Wenn ich bereits fünf echte Verstöße angemeldet hätte, hätte ich sie möglicherweise nicht abgegeben", schreibt Rodschenkow weiter. "Sie wurde gesperrt, und die Bestrafung passte nicht wirklich zu ihrem Verbrechen."

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte sie aufgrund der positiven Dopingprobe am 21. Februar 2014 aus der Olympia-Mannschaft ausgeschlossen. Das Internationale Olympische Komitee erkannte ihr die vierten Plätze im Massenstart und mit der deutschen Mixed-Staffel ab. Sachenbacher-Stehle hatte angegeben, die Substanz unbewusst über ein Nahrungsergänzungsmittel eingenommen zu haben.

Unter der Leitung des damaligen Leiters im Doping-Analyselabor in Sotschi waren positive Proben von russischen Sportlern manipuliert worden. An dem Betrug hatte auch der russische Inlandsgeheimdienst FSB mitgewirkt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige