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Rekord-Olympionikin Fischer zweifelt Boykotte erneut an

29.07.2020 07:02
Erfolgreichste deutsche Sportlerin bei Olympischen Spielen: Birgit Fischer
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Erfolgreichste deutsche Sportlerin bei Olympischen Spielen: Birgit Fischer

Birgit Fischer, die erfolgreichste deutsche Sportlerin bei Olympischen Spielen, hat den Sinn der Boykotte großer Sportnationen erneut infrage gestellt.

Schon vor ihrem ersten Olympiasieg vor 40 Jahren in Moskau habe sie begriffen, dass "Boykotte niemandem nützen, nur Sportler traurig machen und einfach nur doof sind", sagte die mit acht olympischen Goldmedaillen dekorierte Kanutin der "Deutschen Presse-Agentur".

Die 58-Jährige hofft, dass künftig nie wieder Sportkarrieren durch solche Boykotte einen Knick erhalten. "Hoffentlich haben alle da oben gemerkt, dass dies alles überhaupt nichts bringt", sagte Fischer.

Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan im Dezember 1979 hatte US-Präsident Jimmy Carter als Reaktion den Boykott der Moskau-Spiele verkündet, dem sich über 40 Nationen angeschlossen hatten.

"Wir haben uns tierisch aufgeregt"

"Meine Konkurrentinnen waren in Moskau alle da. Da hat niemand boykottiert, der eine Chance auf das Treppchen gehabt hätte. Deshalb habe ich keine Sekunde daran gezweifelt, dass meine Goldmedaille nur halb so viel Wert sein könnte", sagte die erfolgreichste Kanutin der Welt.

Vier Jahre später war sie selbst von einem Boykott betroffen und durfte wegen der Retourkutsche der osteuropäischen Länder nicht zu den Spielen nach Los Angeles.

"Wir haben uns tierisch aufgeregt, als man uns sagte, unsere Sicherheit sei dort nicht gewährleistet. Wir haben damals gemeint: Dann fahren wir eben auf eigene Gefahr, aber das war natürlich unrealistisch. Das war eine politische Entscheidung", erinnerte sie sich und fügte hinzu: "Wir mussten damit leben. Das war Scheiße."

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