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Wechsel in die Bundesliga bahnt sich an

Hoeneß entwächst dem FC Bayern

22.07.2020 08:52
Sebastian Hoeneß könnte den FC Bayern Richtung Bundesliga verlassen
© Jan Huebner/Kleer via www.imago-images.de
Sebastian Hoeneß könnte den FC Bayern Richtung Bundesliga verlassen

Sebastian Hoeneß gilt als Favorit auf den Trainerposten bei der TSG Hoffenheim. Der Sohn von Ex-Nationalspieler Dieter und Neffe von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte die zweite Mannschaft des FC Bayern in der vergangenen Saison überraschend zum Drittliga-Titel geführt.

Uli Hoeneß möchte sich nicht einmischen. Was soll er seinem Neffen, dem 38 Jahre alten Sebastian, auch raten? Als Cheftrainer hat der in München nämlich alles erreicht, was er derzeit erreichen kann. Mit der zweitwertvollsten Mannschaft des FC Bayern ist er in diesem Jahr Meister geworden.

Nach einer mauen Hinrunde, stets in der Nähe der Abstiegszone, steigerte sich die Reserve des Rekordmeisters gnadenlos und fegte mit offensivem Furor und defensiver Stabilität in der zweiten Serie am Rest der 3. Fußball-Liga vorbei. An strauchelnden Zebras, an soliden Löwen, an groß denkenden und klein spielenden Uerdingern und an Würzburg sowie Braunschweig, die in die 2. Fußball-Bundesliga aufsteigen, während Bayern II bleibt, wo es ist - was sie in München nicht so toll finden und sich deswegen mit Fußball-Deutschland anlegen.

Verliert der FC Bayern Hoeneß an die TSG?

Mehr geht nicht. Zumindest in diesem Sommer nicht. Die Profimannschaft, die nächste, die finale Stufe für Sebastian Hoeneß beim FC Bayern liegt unantastbar in den Händen von Hansi Flick. Der bereitet sich und seine Mannschaft nun darauf vor, das erste Triple seit 2013 einzufahren. Beim Finalturnier der Champions League ab Mitte August in Lissabon.

Zur gleichen Zeit soll auch die Reserve wieder auf dem Rasen stehen und sich für die neue Saison in der Dritten Liga fit machen. Ob mit Hoeneß oder ohne, das ist eine Frage, die den Klub eindringlich beschäftigt. Denn die gute Arbeit des Trainers hat sich weit herumgesprochen, auch wenn es bis Hoffenheim nur 330 Kilometer sind. Die dort spielende TSG soll sich intensiv mit Hoeneß beschäftigen. Laut "kicker" ist er Topfavorit für die vakante Stelle.

Hoeneß passt perfekt ins Profil

Die Mannschaft aus dem Kraichgau, die sich nach der überraschenden Entlassung von Alfred Schreuder mit einem sechsköpfigen Interims-Trainerteam unter Führung von Sportdirektor Alexander Rosen direkt für die Europa League qualifiziert hatte, ist die einzige in der ersten Liga, die derzeit noch ohne Chef ist.

Nach der erfolgreichen Mini-Ära mit Julian Nagelsmann, der mittlerweile in Leipzig an der Titelreife von RB arbeitet, und der offenbar eher schwierigen Zeit mit Schreuder, soll nun wieder Ruhe auf die Position des Trainers kommen. Wieder ein junger Mann soll es offenbar werden, einer, der attraktiven, aber eben auch erfolgreichen Fußball spielt - Hoeneß hat das umgesetzt. Allerdings in Liga drei und mit einem Kader, der bestens besetzt war, unter anderem mit den Top-Talenten Christian Früchtl, Derrick Köhn, Sarpreet Singh, Oliver Batista Meier und Joshua Zirkzee sowie Kwasi Okyere Wriedt, dem wohl besten Stürmer der Liga.

Hoeneß bittet um Bedenkzeit

Nun, auch in Hoffenheim findet er einen Kader (Stand jetzt), der sehr viele Möglichkeiten bietet. Der mit Maximilian Beier, mit Jacob Bruun Larsen, mit Christoph Baumgartner und Dennis Geiger ebenfalls viele Top-Talente bereithält. Der mit Robert Skov, mit Florian Grillitsch, Ihlas Bebou und Diadie Samassékou Spieler umfasst, die über ein großes (nicht ausgeschöpftes Potenzial) verfügen. Und der mit Andrej Kramaric einen Stürmer besitzt, der in der Bundesliga zu den allerbesten gehört. Der seine Klasse am 34. Spieltag einmal mehr untermauerte, als er in Dortmund gegen den BVB vier Tore erzielte. Ob Hoeneß diese Aufgabe reizt?

Laut "kicker" hat er sich noch ein wenig Bedenkzeit für seine Entscheidung erbeten. Zuletzt hatte er der "Sport Bild" bereits gesagt: "Ein Schritt weg von hier (Anmerk. d. Red.: vom FC Bayern) müsste schon sehr gut durchdacht sein und perfekt passen."

Co-Trainer von PSG wird auch gehandelt

Ungeachtet der offenen Entscheidung sollen sich die Verantwortlichen in München bereits Gedanken um einen möglichen Nachfolger machen. Und sie Suche nach einem passenden Kandidaten, zumindest aus dem eigenen Stall, ist offenbar nicht so einfach. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, kommt weder Mirolav Klose infrage, er wurde gerade erst zum Assistenten von Flick befördert, noch die Nachwuchs-Trainer Martin Demichelis oder aber Halil Altintop. Sie gelten demnach als zu unerfahren.

Probleme, mit denen sich Hoeneß, also Onkel Uli, nicht befassen möchte. Er habe Sportvorstand Hasan Salihamidzic gesagt, "dass sie diese Entscheidung ganz alleine zu treffen haben, so oder so, weil ich mich da als befangen betrachte", sagte der 68-Jährige in der Sendung "Der Sonntags-Stammtisch" im "Bayerischen Rundfunk". Er habe sich deshalb "aus dieser Diskussion herausgehalten".

Sollte sich Hoeneß, also Sebastian, gegen die TSG entschieden, soll übrigens der aktuelle Co-Trainer von Thomas Tuchel bei Paris St. Germain, Zsolt Löw, ein sehr aussichtsreicher Kandidat sein. Über die in den vergangenen Wochen öffentlich diskutierten Valerien Ismael, nach seinem Rauswurf beim Linzer ASK ohne Job, Jesse Marsch (Salzburg) und Gerardo Seoane (Bern) wird dagegen derzeit kaum noch gesprochen.

Tobias Nordmann

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