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Kabayel beendet Leidenszeit: Warten nun Wilder oder Powetkin?

19.07.2020 13:36
Kabayel gewann all seine 20 Profikämpfe
© unknown
Kabayel gewann all seine 20 Profikämpfe

Nass geschwitzt und voller Stolz trug Agit Kabayel den schweren Gürtel als neuer Continentalchampion der WBA durch den Ring. Nach 505 langen Tagen ohne Kampf war die Frustphase abgeschlossen. Durch den einstimmigen Punktsieg über den Griechen Evgenios Lazaridis hat der Schwergewichtler aus dem Ruhrgebiet nun gute Chancen auf einen WM-Kampf - wenn da nicht Corona wäre.

"Es hat sehr viel Spaß gemacht. Leider habe ich ein bisschen Ringstaub angesetzt, doch es war trotzdem gut", sagte Kabayel. Der zurzeit beste deutsche Schwergewichtler geriet zu keiner Zeit des Kampfes in Bedrängnis, machte viel Druck, am Ende fehlte nur der Knockout.

Sieg trotz Handverletzung

"Wir wollten den Sieg so sehr", sagte Kabayels Trainer Sükrü Aksu und lüftete ein Geheimnis. Erst während des Kampfes hatte ihm sein Schützling verraten, dass er seit Wochen an einer Handverletzung leide. Aus Angst, nicht kämpfen zu können, schwieg der 27-Jährige aber. Erst als die Verletzung im Kampf wieder aufbrach, verriet er dem Trainer sein Geheimnis.

Eine erneute Absage hätte Kabayel wohl kaum verkraften können. Zu Beginn des Jahres musste er einen Fight in den USA wegen fehlender Visa-Unterlagen absagen, dann kam Corona. In der langen Zeit hatte der Bochumer auch psychisch einige Durchhänger, wollte schon alles hinschmeißen. "Ich war kurz davor", bestätigte Kabayel am Samstag.

"In Deutschland haben wir keine Gegner mehr"

Nun aber lockt wieder die Sonnenseite des Lebens, und durch den Sieg eröffnen sich dem ehemaligen Europameister gute Chancen auf einen WM-Kampf. "Wilder oder Powetkin", meinte Trainer Aksu, als er gefragt wurde, wen Kabayel als nächsten Gegner haben wolle: "Wir müssen international kämpfen, in Deutschland haben wir keine Gegner mehr."

Allerdings ist es angesichts der aktuellen Coronakrise sehr fraglich, ob sich ein Kampf gegen einen der Top-Stars womöglich in den USA überhaupt umsetzen ließe. Promoter Ulf Steinforth war zunächst einmal froh, dass der erste Profikampfabend in Deutschland mit Zuschauern auf der Magdeburger Seebühne funktionierte.

550 Besucher an der Seebühne

Steinforths SES-Stall hatte die Genehmigung für 1000 Zuschauer, rund 550 Besucher kamen schließlich und sahen auch gute Vorkämpfe. Der erst 23 Jahre alte Peter Kadiru deutete in seinem Kampf gegen Eugen Buchmüller (Bremen) seine Klasse an und gewann durch technischen K.o. nach der 3. Runde. Buchmüller musste wegen einer Schulterverletzung aufgeben.

"Es war schön, Open Air zu boxen. Die Luft tat mir gut, ich war locker und konnte den Fight früh beenden", sagte Kadiru. Der Junioren-Weltmeister aus Hamburg wird vom früheren Klitschko-Manager Bernd Bönte betreut. "Er hat heute sehr diszipliniert geboxt. Darauf kann man aufbauen", sagte Bönte.

Auch Europameisterin Nina Meinke erfüllte die Erwartungen ihres SES-Boxstalls. Die Berlinerin setzte sich im Federgewicht nach fast 15-monatiger Pause gegen die Ungarin Edina Kiss durch und empfahl sich für weitere Auftritte. Vielleicht schon im August, denn dann soll der nächste Kampfabend auf der Magdeburger Seebühne folgen.

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