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Blitz-Rücktritt von RUSAF-Präsident

14.07.2020 10:00
Rücktritt nach nur fünf Monaten: Jewgeni Jurtschenko
© AFP/SID/KIRILL KUDRYAVTSEV
Rücktritt nach nur fünf Monaten: Jewgeni Jurtschenko

Jewgeni Jurtschenko ist als Präsident des wegen des Dopingskandals suspendierten russischen Leichtathletik-Verbandes RUSAF zurückgetreten. Dies teilte die RUSAF am Montag in einem Statement mit. Der ehemalige Vizegouverneur der Region Woronesch hatte erst im Februar die Nachfolge des zurückgetretenen Dimitri Schljachtin angetreten und sollte den Verband aus der Krise führen.

"Ich hoffe, dass der neu gewählte Chef der RUSAF in der Lage sein wird, bei der Lösung der seit fast fünf Jahren bestehenden Probleme mit dem Weltverband voranzuschreiten. Und dass er dafür sorgen wird, dass ausreichende Mittel für die Entwicklung des Verbandes aufgebracht werden", sagte Jurtschenko.

Hintergrund des Rücktritts könnte die nicht gezahlte Geldstrafe sein, die der Weltverband World Athletics an die seit 2015 suspendierte RUSAF verhängt hatte. Dadurch droht Russlands Topstars um Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene und Stabhochsprung-Weltmeisterin Anschelika Sidorowa ein internationales Startverbot und womöglich das Olympia-Aus für Tokio.

Die RUSAF hätte bis zum 1. Juli fünf Millionen Dollar (4,46 Millionen Euro) überweisen müssen, sah sich dazu aber nicht in der Lage. Das Council des Weltverbandes will Ende Juli über den Fall beraten.

World Athletics hatte die RUSAF im März wegen wiederholter Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien zu einer Strafzahlung von zehn Millionen Dollar verurteilt. Sollte die RUSAF bis zum Stichtag nicht die geforderte Rate von fünf Millionen Dollar zahlen (der Rest wäre auf Bewährung ausgesetzt worden), würde das bisherige System kassiert werden, das nachweislich unbelasteten russischen Athleten wie Lassizkene Starts als neutrale Athleten gestattet.

World Athletics hatte im Juni noch einmal klargestellt, dass bei Nichtleistung den nach den jüngsten wiederholten Manipulationsvergehen ohnehin nur noch zehn erlaubten neutralen Athleten das Startrecht entzogen wird.

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