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"Über das Ziel hinausgeschossen"

Hamilton findet Roboter-Siegerehrung "seltsam"

13.07.2020 16:28
Bitte zugreifen: Die Fahrer mussten warten, bis die Pokale vorbeirollen
© MST
Bitte zugreifen: Die Fahrer mussten warten, bis die Pokale vorbeirollen

Das war wohl eine der ungewöhnlichsten Podestzeremonien der Formel-1-Geschichte. Kein Sportminister, kein Verbandschef und kein Bundeskanzler überreichten beim Steiermark-GP die Pokale an die drei Sieger und das siegreiche Team, stattdessen kamen die Trophäen auf fahrenden schwarzen Boxen angerollt - die Fahrer mussten selbst zugreifen.

"Ich finde das ziemlich cool", amüsiert sich der zweitplatzierte Valtteri Bottas über die ungewöhnliche Zeremonie. Schon in den Rahmenserien waren die Podocops, wie sie genannt werden, erstmals im Einsatz und sorgten für Staunen und für zahlreiche Twitter-Videos. Teilweise wussten die Fahrer gar nicht, was sie überhaupt machen sollten und wann sie zugreifen durften.

Aufnahmen in den sozialen Netzwerken zeigen, dass sich unter den Boxen kleine ferngesteuerte Autos befanden, die die Boxen in Richtung der Sieger fuhren. Beim Auftakt in Spielberg eine Woche zuvor wurden die Trophäen noch traditionell per Hand überreicht - wenn auch mit gebührendem Abstand und natürlich mit Handschuhen.

"Über das Ziel hinausgeschossen"

Einer, der mit der neuen Zeremonie überhaupt nichts anfangen kann, ist Rennsieger Lewis Hamilton: "Ich fand das seltsam", sagt er. "Es war definitiv seltsam."

Der Mercedes-Pilot fand die Aktion ziemlich übertrieben: "Damit hat man meiner Meinung nach über das Ziel hinausgeschossen, denn wir waren alle getestet und haben Handschuhe getragen und so", sagt er. "Da wäre es mir lieber gewesen, wenn man sie mir zugeworfen hätte."

Doch auch die Szenen nach dem Rennen fühlten sich für den sechsmaligen Weltmeister irgendwie anders an. Zwar merke man im Auto selten einen Unterschied, ob Zuschauer an der Strecke sind oder nicht, "aber es hat mich wirklich getroffen, als ich am Ende aus dem Auto gestiegen bin und es überhaupt keine Atmosphäre gab", sagt er.

"Dir fehlen die Fans. Das zeigt einfach, welche großen Unterschied die Fans ausmachen", so der Mercedes-Pilot, der sich nach fast jedem Rennen bei den Zuschauern bedankt. "Das vermisse ich im Moment wirklich."

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