Anzeige

Neuer Coach, neuer Versuch, neue Hoffnung

Willkommen auf dem Schleudersitz: HSV bestätigt Thioune

06.07.2020 14:10
Daniel Thioune wird wohl neuer Trainer des HSV
© osnapix / Titgemeyer via www.imago-images.de
Daniel Thioune wird wohl neuer Trainer des HSV

Neuer Coach, neuer Versuch, neue Hoffnung: Mit Daniel Thioune statt Dieter Hecking auf der Trainerbank will der Hamburger SV im dritten Anlauf wieder in die Bundesliga zurückkehren. Am Montag bestätigte der Klub die Verpflichtung des 45-Jährigen, der vom VfL Osnabrück an die Elbe wechselt.

Der Kontrakt des zehn Jahre älteren Hecking war nach dem erneut verpassten Aufstieg in der vergangenen Woche ausgelaufen. Thioune, Sohn eines Senegalesen und einer Deutschen, ist seit 2008 bereits der 21. (!) Cheftrainer beim einstigen Bundesliga-Dino. Der neue Mann an der Seitenlinie unterschreibt in Hamburg einen Vertrag bis 2022.

"Für mich ist die Aufgabe beim HSV eine große Herausforderung, die ich mit viel Fleiß, Teamwork und Herz angehen möchte", erklärte Thioune in einer ersten Stellungnahme: "Dass der HSV zurück in die Bundesliga möchte, weiß jeder. Aber davon zu reden, bringt uns den Zielen nicht näher. Ich werde vom ersten Tag an mit meinem Team hart daran arbeiten, dass sich alle Spieler weiterentwickeln und wir erfolgreich Fußball spielen."

"Wir wollen einzelne Spieler und damit unser Team als Ganzes entwickeln. Wir haben mit Daniel Thioune einen Trainer geholt, der in Osnabrück mit überschaubaren Mitteln eine Mannschaft stetig weiter entwickelt hat. Er passt zu unserer den etwas veränderten Möglichkeiten angepassten Ausrichtung", begründete HSV-Sportchef Jonas Boldt die Verpflichtung.

HSV zahlt 300.000 Euro Ablöse

Thioune selbst hatte in der abgelaufenen Spielzeit einen maßgeblichen Anteil daran, dass die Hamburger auch 2020/21 zweitklassig spielen müssen. Mit den Niedersachsen holte der Sport- und Erziehungswissenschaftler gegen den HSV vier von sechs möglichen Punkten. 2017 hatte er mit dem VfL noch als Drittligist den damaligen Erstligisten HSV im Pokal aus dem Rennen geworfen.

Der frühere Zweitliga-Profi gilt als innovativer Fußballlehrer, der junge Spieler besser machen kann. Ungeachtet schwieriger finanzieller Bedingungen in Osnabrück geriet der Klassenerhalt des VfL unter seiner Regie nie ernsthaft in Gefahr. Da Thioune noch bis zum 30. Juni 2021 an seinen aktuellen Arbeitgeber gebunden ist, wird der HSV eine Ablösesumme zahlen müssen. Diese liegt angeblich bei 300.000 Euro.

Thioune als günstige Lösung

Damit hat der zweimalige Europapokalsieger scheinbar die erste wichtige Baustelle geschlossen. Nun gilt es, schnellstmöglich finanzielle Probleme zu lösen. In der Hansestadt wird nach einem neuen Hauptsponsor (bisher Emirates) gesucht. Ebenfalls noch nicht gefunden ist ein Namensgeber für das Volksparkstadion. Thioune gilt in diesem Zusammenhang auch als eher kostengünstige Lösung auf der Bank.

Schon bei seiner Vertragsverlängerung im September vergangenen Jahres hatte der einstige Stürmer indes keinen Hehl daraus gemacht, mittelfristig noch höher hinaus zu wollen: "Als Spieler wollte ich in die Bundesliga, habe es aber nicht geschafft. Als Trainer habe ich dieses Fernziel auch."

Immerhin reichte es zu 126 Zweitligaspielen. Thiounes größter sportlicher Erfolg als Profi war aber das Erreichen des Halbfinales im DFB-Pokal 2003/2004 mit dem VfB Lübeck. In der Vorschlussrunde verloren die Schleswig-Holsteiner beim späteren Double-Gewinner Werder Bremen erst in der Verlängerung unglücklich mit 2:3 - und mit Hecking an der Seitenlinie des Weserstadions.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
2. Bundesliga 2. Bundesliga
Anzeige
Anzeige