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"Spannungsabfall" der Grund für BVB-Debakel

Watzke: FC Bayern "das Maß aller Dinge, Weltklasse"

29.06.2020 08:56
Lobt den FC Bayern: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke
© Kevin Voigt
Lobt den FC Bayern: BVB-Boss Hans-Joachim Watzke

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich für die schwache Leistung von Borussia Dortmund beim 0:4 gegen 1899 Hoffenheim am 34. Spieltag entschuldigt. Auch zum Titelduell mit dem FC Bayern äußerte sich der BVB-Boss.

"Der Sieg in Leipzig am Wochenende vorher hat für einen totalen Spannungsabfall gesorgt. Es standen viele junge Spieler auf dem Platz. Es ging einfach gar nichts mehr. Zudem kam erneut der fehlende Heimvorteil mit 81.000 Fans im Rücken dazu. Für die Leistung muss man sich dennoch entschuldigen, das ist klar", sagte Watzke am Sonntag im "Sport1"-Doppelpass.

Gegen Hoffenheim sei es nicht darum gegangen, "dass die Spieler keine Lust mehr hatten. Aber sie konnten den Schalter nicht mehr umlegen. Wir hatten einfach keinen guten Tag. Zudem haben es die Hoffenheimer sehr gut gemacht."

Er sei zwar "gestern Abend ziemlich geladen" gewesen, gab Watzke zu, "aber wir müssen erst mal extrem froh sein, dass wir die Saison überhaupt zu Ende spielen durften. Ich bin ja durch die Talkshows getingelt, habe viel Lobbyismus betrieben und dafür auch ordentlich auf die Fresse bekommen, wie man im Ruhrgebiet sagen würde."

Dass Trainer Lucien Favre die Mannschaft mental nicht gut auf das Hoffenheim-Spiel eingestellt habe, verneinte Watzke. "Das Spiel hätte jeder Trainer der Welt verloren. Das lag an der Mannschaft, nicht am Trainer. Wir hatten ja in Leipzig den gleichen Trainer. Lucien Favre ist mit uns zwei Mal Vizemeister geworden und hat nächstes Jahr die Chance, mit den Vorurteilen über ihn aufzuräumen."

BVB-Boss Watzke: FC Bayern "das Maß aller Dinge, Weltklasse"

Den Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung aus Reihen von Hoffenheims Konkurrent VfL Wolfsburg konterte Watzke: "Wenn ich selbst 0:4 verloren hätte, würde ich einfach die Klappe halten."

Watzkes Fazit der abgelaufenen BVB-Saison fällt gemischt aus. "Das Abschneiden in der Bundesliga ist völlig okay, auch international war das in Ordnung. Das Aus im Achtelfinal des DFB-Pokals war aber indiskutabel."

Eine offensive Kampfansage an den FC Bayern verkniff sich der Dortmunder Klub-Chef. Der Serienmeister sei momentan "das Maß aller Dinge, Weltklasse". Angesprochen auf die Aussichten, die Münchner doch eines Tages vom Thron zu stoßen, sagte Watzke: "Es kann lange dauern, es kann auch schneller gehen. Der FC Liverpool hat in England 30 Jahre gebraucht, um wieder Meister zu werden. Die haben sich auch nicht aufgelöst zwischendurch. Aber wir hoffen natürlich, dass uns das früher gelingt."

Weitere Aussagen von Hans-Joachim Watzke ...

... über die Talfahrt von Erzrivale FC Schalke 04:

"Wir waren Weihnachten noch punktgleich mit Schalke. Der Absturz ist schon hart."

... über mögliche Abgänge von Erling Haaland und Jadon Sancho:

"Haaland ist außerhalb jeder Diskussion, er wird in der nächsten Zeit für den BVB spielen. Wenn Jadon sagt, dass er weg will und es einen Verein gibt, der entsprechend zahlt, dann müssen wir darüber sprechen. Das ist bisher aber nicht passiert. Klar ist aber auch, dass es keinen einzigen Cent Corona-Rabatt gibt. Wir möchten ihn nicht verkaufen. Ich glaube, dass es keinen Transfer geben wird."

... über die Erfolgsfaktoren des FC Bayern:

"Den ganz großen Unterschied für die Bayern über die Jahre machen Manuel Neuer und Robert Lewandowski aus. 2011, als wir Meister waren, stand Neuer noch bei Schalke und Lewandowski bei uns unter Vertrag. Wir sind seitdem gar nicht so viel schlechter, der FC Bayern aber sehr viel besser geworden.

... über die Zukunft von Mario Götze:

"Mario ist alt genug, der weiß selbst, was er macht. Wir haben keinen Einfluss darauf. Er hat mich nicht um Rat gefragt. Ich hatte durch Corona aber auch kaum noch Kontakt zur Mannschaft zuletzt."

... über den Transfer von Thomas Meunier:

"Wenn er noch für PSG in der Champions League spielen will, müssten wir die Rahmendaten klären. Er überlegt noch. Er ist jetzt ausgeruht und könnte nach der Champions League direkt bei uns einsteigen. Das wäre für unsere Vorbereitung ein kleiner Nachteil, aber das müssen wir mit dem Spieler klären."

... über Hoffenheims umstrittenen Elfmeter zum 4:0:

"Der Elfmeter war lächerlich, ein Wahnsinn. Was die da in Köln im Keller gemacht haben, ist mir schleierhaft."

... über den Sprung von Werder Bremen auf den Relegationslatz:

"Ich muss Werder Bremen ein Kompliment machen. Es wäre eine Katastrophe gewesen, sie in der Bundesliga zu verlieren. Von außen wirkt es so, als sei Florian Kohfeldt immer der Meinung gewesen, er kriegt das hin."

... über den Abstiegskampf des BVB 2014/2015 unter Jürgen Klopp:

"Wir waren an Weihnachten Tabellen-17. und im Februar sogar 18. Das war nicht schön. Aber wir hatten immer das Gefühl, dass Jürgen noch der Richtige war. Das kann man nur als Verantwortlicher erspüren."

... über den Abstieg von Fortuna Düsseldorf:

"Düsseldorf hat eine gute Saison gespielt, so seltsam es sich anhört. Es wusste jeder, dass es wahrscheinlich um den Klassenerhalt geht. Mir tut es leid, dass es sie jetzt trifft. Sie waren auf jeden Fall auf Augenhöhe."

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