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Alba zuversichtlich: "Es sieht gut aus"

27.06.2020 10:22
Alba Berlin steht kurz vor dem Gewinn des BBL-Titels
© via www.imago-images.de
Alba Berlin steht kurz vor dem Gewinn des BBL-Titels

Alba Berlin steht vor dem ersten Meistertitel seit zwölf Jahren. Ins zweite Finalspiel am Sonntag geht der einstige Seriensieger mit einem Vorsprung von 23 Punkten.

Marco Baldi konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. "Es sieht gut aus", sagte der Geschäftsführer von Alba Berlin nach dem ersten Finalspiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft. Das war eher noch untertrieben: Mit 23 Punkten Vorsprung geht der Pokalsieger in die zweite "Halbzeit" beim Finale des Endturniers der Bundesliga (BBL) gegen die MHP Riesen Ludwigsburg, der neunte Meistertitel, der erste seit zwölf Jahren, wird ihm am Sonntag (15:00 Uhr) wohl nicht mehr zu nehmen sein. "23 Punkte", räumte auch Ludwigsburgs Trainer John Patrick ein, "sind eine Menge."

Und doch wollten sich die Berliner nach dem überzeugenden 88:65 (46:29) im Münchner Audi Dome nicht zu sicher sein. "Es ist erst Halbzeit. Wenn du zur Halbzeit führst, bedeutet das nichts", sagte Trainer Aito Garcia Reneses, "du musst am Ende vorne liegen." Baldi warnte eindringlich, gerade gegen die giftigen Ludwigsburger könne immer etwas schiefgehen. "Wenn wir zwei Prozent an Intensität nachlassen, sind wir nicht zwei Prozent weniger, sondern 20 Prozent weniger, mindestens. Und das bestraft so ein Team wie Ludwigsburg", sagte er.

Allerdings: Im ersten Finalspiel traten die Albatrosse, in den beiden vergangenen Jahren jeweils Verlierer der Finalserie gegen Bayern München, schon ziemlich meisterlich auf. "Wir haben hervorragend verteidigt, hervorragend. Wie eine Gummiwand", sagte Baldi. Außerdem sei die Intensität im Spiel bei Alba so hoch gewesen wie bei bei den stets kämpferisch und mental starken Riesen, das sei der Schlüssel, auch am Sonntag. Offensiv wiederum wirbelte Berlin bisweilen nach Belieben, gleich sieben Spieler punkteten zweistellig, zwischenzeitlich betrug der Vorsprung sogar 30 Zähler.

Den Ludwigsburgern war im ersten Finalspiel ihrer Vereinsgeschichte allerdings deutlich anzumerken, dass Marcos Knight fehlte. Der bisher herausragende Spieler des Endturniers, Topscorer und Antreiber der Riesen, musste passen - wegen seines schmerzenden rechten Knöchels, der bereits seit dem zweiten Vorrundenspiel gegen Frankfurt lädiert war. "Natürlich ist es ein harter Schlag, wenn er nicht spielen kann", räumte Trainer Patrick ein. Ohne Knight sei seine Mannschaft am Freitag "übermotiviert" gewesen, jeder habe das Spiel "in die Hand nehmen wollen, wie Marcos das manchmal macht - aber das ist nicht unser Spiel."

Ob Knight am Sonntag auflaufen kann, erschien zumindest am Freitag fraglich: Da humpelte der 30 Jahre alte Amerikaner sehr auffällig und mit traurigem Blick den Berlinern nach, als die sich lachend auf dem Weg zurück in das Quarantäne-Hotel machten. Von dort wird irgendjemand bei Alba am Sonntag wohl die Meister-T-Shirts mitbringen, auch wenn Baldi betonte, dass er mit derlei Vorbereitungen rein gar nichts zu tun haben wolle: "Da bin ich abergläubisch ohne Ende." Für ihn sei es freilich auch "kein Problem, wenn keine T-Shirts da sind und wir sind trotzdem Meister".

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