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Ross Brawn hat die virtuellen Grands Prix genau beobachtet

Was die Formel 1 von eSports-Rennen lernen kann

20.06.2020 20:02
Bild im Bild: Lando Norris als "gläserner" Rennfahrer bei Online-Grands-Prix
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Bild im Bild: Lando Norris als "gläserner" Rennfahrer bei Online-Grands-Prix

"Es war ein Rettungsanker, um die Fans bei der Stange zu halten." So beschreibt Formel-1-Sportchef Ross Brawn die virtuelle Grand-Prix-Serie, die in der Coronakrise statt der realen Formel-1-Rennen ausgetragen wurde - und als "wundervoll".

Man habe den Formel-1-Fans mit den eSports-Veranstaltungen während der vielerorts geltenden Ausgehbeschränkungen zumindest etwas "Unterhaltung" geboten, meint Brawn.

"Was mich daran am meisten fasziniert hat: dass die echten Fahrer daran teilgenommen und wie sie mit den Fans interagiert haben", so der Formel-1-Sportchef weiter. Mittels Livestreams und Livechats hätten die Zuschauer den direkten Kontakt zu ihren Idolen herstellen können.

Mal andere Fahrer im Rampenlicht

Die Fans, sagt Brawn, haben so einen "viel besseren Eindruck von der Persönlichkeit und dem Charakter eines Fahrers" bekommen als bei den normalen Grand-Prix-Übertragungen. Es habe einen regelrechten "Boom" gegeben, gerade weil die Formel-1-Stars auf einmal so präsent und nahbar gewesen seien.

Und: Es seien einmal nicht immer nur die Spitzenreiter prominent zu sehen gewesen, sondern auch Fahrer, "von denen man vorher wahrscheinlich nicht so viel gesehen hat", wie er meint. Explizit erwähnt Brawn hier McLaren-Fahrer Lando Norris und Williams-Fahrer George Russell. Letzterer entschied die virtuelle Formel-1-Meisterschaft über insgesamt acht Rennen für sich.

Nicht am Start waren übrigens die mehrmaligen Weltmeister Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, auch Max Verstappen beteiligte sich nicht an diesen Online-Rennen, sondern bestritt anderweitig eSports.

Brawn glaubt: eSports wächst weiter

In der virtuellen Formel-1-Serie hätten die Fans trotzdem "mehr" gesehen als sonst, zum Beispiel "wie [die Fahrer] wirklich sind, was sie tun, wie sie leben", so Brawn. Diese Nähe sei ein "nützliches Element des E-Sports" und könnte auch als Vorbild dienen für die echte Formel 1.

In jedem Fall hat Brawn "das Positive erkannt" und will "daran festhalten", wie er sagt. "Wir haben das schon immer unterstützt, wenngleich [an der eigentlichen Formel-1-E-Sport-Serie] meistens professionelle Spieler teilnehmen."

"Dass nun die echten Fahrer dabei waren, das hat dem E-Sport noch einmal massiv Schwung verliehen", meint Brawn. "Ich bin mir sicher: In Zukunft erfährt der eSports noch viel mehr Unterstützung. Die Formel 1 steht dahinter."

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