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Seitenhieb des Bayern-Boss für Niko Kovac

Rummenigge kritisiert Müller: "Keine gelungene Aussage"

19.06.2020 07:56
Übt Kritik an Thomas Müller: Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern
© FrankHoermann/SVEN SIMON
Übt Kritik an Thomas Müller: Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat Ex-Nationalspieler Thomas Müller für dessen kritische Aussage zur Transferpolitik des FC Bayern München gerüffelt.

"Wir sind uns alle einig, dass wir den mündigen Spieler beim FC Bayern haben wollen. Trotzdem muss der mündige Spieler auch verantwortungsvoll mit seiner Meinung umgehen", sagte Rummenigge im "ZDF"-Interview. "In diesem Fall muss ich Thomas, den ich sonst als intelligenten, lustigen und auch meinungsstarken Burschen schätze, widersprechen. Das war keine gelungene Aussage. Es gibt Kompetenzen und Verantwortungsbereiche. Ein Spieler ist nicht bei Bayern München angestellt, um sich mit dem Transfermarkt oder möglichen Transfers auseinanderzusetzen."

Angesprochen auf ein mögliches Interesse des FC Bayern an seinem ehemaligen DFB-Teamkollegen Kai Havertz von Bayer Leverkusen hatte Müller bei "Sky" erklärt: "Ich ich habe leider keinen Einblick auf den Finanzbereich von Herrn Dreesen (Finanzvorstand des FC Bayern, d. Red.) und den Sportdirektorenbereich. Ich weiß jetzt nicht, was da geplant ist, welche Budgets da vergeben werden können in den aktuellen Zeiten."

Es sei "ein bisschen paradox, wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden." Dies wurde als Anspielung auf den Gehaltsverzicht der Bayern-Stars in der Corona-Krise ausgelegt, der bei 20 Prozent ihres Salärs liegen soll. Sportdirektor Hasan Salihamidzic hatte daraufhin kritisiert, Müller habe sich mit seiner Aussage "verdribbelt".

Rummenigge: Das macht Flick besser als Kovac

Rummenigge äußerte sich auch zum gelungenen Trainerwechsel des FC Bayern in dieser Saison - ein Seitenhieb gegen Ex-Coach Niko Kovac inklusive.

Angesprochen darauf, was Hansi Flick besser mache als sein Vorgänger, sagte der Klub-Boss: "Er hat einen klaren Plan. Er hat gewisse Werte wieder eingeführt, auch menschliche Werte - und die Mannschaft folgt ihm."

Flick habe "einen tollen Job gemacht", nachdem er Anfang November im Anschluss an das 1:5 bei Eintracht Frankfurt das Amt von Kovac übernahm.

Die Arbeit der Bundesliga-Konkurrenz in dieser Saison beurteilte Rummenigge negativ: "Es wäre möglich gewesen, uns in dieser Saison mehr unter Druck zu setzen. Wir hatten eine ganz große Schwächephase. Im Herbst standen wir auf Platz sieben. Da haben es die Konkurrenten verpasst, davon zu ziehen."

"Geister-Titel" des FC Bayern "skurril, aber alternativlos"

Mit dem 1:0-Erfolg vor leeren Rängen bei Werder Bremen hatte sich der FC Bayern zum ersten "Geister-Meister" der Geschichte gekrönt. "Das war eine komische Atmosphäre. Du gewinnst den Titel und dann ist keiner da, der die Mannschaft feiert. Es ist skurril, aber alternativlos", sagte Rummenigge.

Mit Sorge blickt der frühere Weltklasse-Stürmer auf den engen Terminplan im August und September.

"Ich halte es eigentlich für nicht gut, was da gerade diskutiert und hoffentlich noch nicht final beschlossen worden ist", sagte der 64-Jährige mit Blick auf die Ansetzung von Länderspielen Anfang September.

Am Mittwoch hatte die Europäische Fußball-Union zudem das Champions-League-Finalturnier in Lissabon für den Zeitraum vom 12. bis 23. August terminiert. In der Europa League wird vom 10. bis zum 21. August in Deutschland gespielt.

"Wenn eine Mannschaft, egal ob Leipzig, Bayern oder Leverkusen, weit im Wettbewerb kommt, muss man garantieren, dass die Spieler anschließend mindestens zwei Wochen Urlaub haben", sagte Rummenigge.

Rummenigge gegen "Entscheidungen am grünen Tisch"

Die Bayern müssen noch ihr Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea absolvieren (Hinspiel: 3:0), RB Leipzig steht bereits im Viertelfinale. Leverkusen ist wie der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt noch in der Europa League dabei.

Bezogen auf den Europapokal sei er froh, "dass die UEFA die Champions League zu Ende spielt", sagte Rummenigge, "weil ich ein erbitterter Gegner von Entscheidungen am grünen Tisch bin".

Die Nationalmannschaft spielt in der Nations League am 3. September gegen Spanien und drei Tage später in der Schweiz. Laut Rummenigge plant zudem die Bundesliga derzeit, dass "die neue Saison Mitte September gestartet wird." Ein möglicher Termin wäre dann Freitag, der 11. September.

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