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Walkenhorst treibt Beach Liga voran

11.06.2020 13:36
Alexander Walkenhorst will wieder Beachvolleyball spielen
© unknown
Alexander Walkenhorst will wieder Beachvolleyball spielen

Am Samstag startet in Düsseldorf die Beach Liga. Organisiert ist das Turnier von Spielern für Spieler, der Verband ist außen vor.

Alexander Walkenhorst packt überall mit an. "Gestern habe ich noch ein paar Tonnen Sand von links nach rechts geschoben, weil der Court nicht eben war", sagt der Beachvolleyball-Profi im Gespräch mit dem "SID" vor dem Auftakt der neuen Beach Liga am Samstag.

Walkenhorst ist Mitbegründer, Organisator und Teilnehmer des Turniers. In den vergangenen sechs Wochen hat der 31-Jährige Sponsoren akquiriert, ein Hygienekonzept erarbeitet, Spielervereinbarungen geschlossen, beim Aufbau angepackt und so ganz nebenbei auch noch einmal am Tag trainiert. "Im Moment mache ich zwei bis drei Jobs gleichzeitig, das ist schon anstrengend", sagt der Bruder von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst.

Auf das Ergebnis ist er stolz: Eine Liga von Spielern für Spieler, auf die Beine gestellt ohne Beteiligung oder direkte Unterstützung des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Am Samstag gehen die ersten Spiele über die Bühne, es nehmen je acht Teams pro Geschlecht teil.

Die Idee für das neue Format kam Walkenhorst in Australien. Da hatten sein Partner Sven Winter und er bereits ein vierwöchiges Trainingslager absolviert, als die Saison der Corona-Pandemie zum Opfer fiel. "Ich wusste, das würde im Verband zu einer Schockstarre führen", so Walkenhorst, der oft als "Enfant Terrible" bezeichnet wird.

Walkenhorst und Co. sind ehrenamtlich aktiv

Mit Kritik hält er sich nicht zurück, selbst wenn es dafür viel Gegenwind gibt, auch vom Verband: "Ich bin vor allem einer, der immer mit dem Finger auf Probleme zeigt." Die Coronakrise begreift Walkenhorst als Chance, etwas Neues voranzutreiben, selbst die Initiative zu ergreifen und sich so vom Verband zu emanzipieren. Damit liegt er im Trend.

Letztens habe ein Gespräch mit einem Verbandsvertreter stattgefunden, erzählt Walkenhorst: "Der hat gesagt, das sei nun mal ein festgefahrenes System im Verband und wir seien so eine ganz bewegliche Fußeinheit, die jetzt drum herum nach vorne kommen könne in so einer festgefahrenen Situation."

Der DVV wisse, dass Walkenhorst und seine Mitstreiter gut vernetzt sind und so ein Event auf die Beine stellen können. "Wir haben auch nicht nach Hilfe gefragt", sagt Walkenhorst. Die Finanzierung ist durch Sponsoren gesichert, doch die Organisatoren bekommen keinen Cent. Hunderte von Stunden stecken Walkenhorst und Co. ehrenamtlich in das Turnier.

Neuer Modus

Walkenhorst hofft darauf, dass sich durch die neue Liga etwas bewegt. "Ich weiß aber auch, dass das System so starr ist und dass oben so viele Platzhirsche sitzen, die Angst vor Veränderung haben, dass es nichts bringen wird." Der DVV zumindest hat das Engagement grundsätzlich begrüßt. "Wir freuen uns, dass der Beach-Sommer wieder Fahrt aufnimmt und unterstützen diese Initiative. Medial sehen wir definitiv eine Chance, um den Beachvolleyball einen Schub zu geben und sich als einen der großen sportlichen Höhepunkte im Sommer 2020 zu etablieren", sagte Beachvolleyball-Sportdirektor Niclas Hildebrand.

Sowohl beim Modus als auch der Vermarktung gehen die Organisatoren neue Wege: 16 Teams messen sich über 30 Tage in einem neuen Liga-Modus, Männer und Frauen wechseln sich wochenweise ab. Jedes Duo spielt pro Tag zwei Spiele, 14 pro Woche. Die Meister werden in einem Final Four gekürt. Alle Partien sind kostenlos auf der Streaming-Plattform Twitch zu sehen.

Nach all der Organisation ist Walkenhorst heiß auf den Wettkampf und lässt sich eine Kampfansage an die Konkurrenz nicht nehmen: "Ich will meine eigene Liga natürlich gewinnen."

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