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Pferdesport in Zeiten von Corona

10.06.2020 13:24
© Foto Frank Sorge via www.imago-images.de

Die Corona-Krise, also die Auswirkungen des Virus COVID-19, trifft nicht nur die Hobbyreiter, sondern vor allem auch den professionellen Pferdesport. Darunter nicht nur die Züchter, sondern auch die Vereine, Betriebe oder Turnierveranstalter. Und selbstverständlich diejenigen, die nur indirekt mit Pferden zu tun haben und gerne auf Pferderennen wetten.

Die Branche lag eine Zeitlang komplett brach und auch die ersten Lockerungen können natürlich nicht für einen sofortigen Aufwind im Pferdesport sorgen. Doch wie sieht die Lage aktuell aus?

Können Pferde sich mit Corona anstecken?

Das Virus wurde offenbar durch Tiere (Fledermäuse) übertragen, doch bisher gibt es zum Glück noch keinen Hinweis darauf, dass sich auch Pferde infizieren können. Sogar eine Verbreitung des Virus über die Pferde gilt bisher nach einer Information des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) als ausgeschlossen. 

Welche Infektionsschutzmaßnahmen wurden im Pferdesport ergriffen?

Auch hier galten und gelten grundsätzlich dieselben landesspezifische Regelungen wie in anderen öffentlichen Bereichen. Zum Glück sind mittlerweile in einigen Bundesländern (wie beispielsweise Brandenburg) sowohl das Training als auch der Unterricht wieder möglich. Dabei müssen sich die Sportler trotzdem an einen Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern halten und die bekannten Hygieneregeln beachten.

Die Vereine und Betriebe müssen dafür sorgen, dass die Anwesenheit aller Menschen auf den jeweiligen Anlagen und in den Betrieben dokumentiert werden. Damit der Abstand gewährleistet ist, muss zudem die Zahl der Reiter oder Trainern eingeschränkt sein. Auch die Anzahl der Pferde in den Ställen ist entsprechend zu reduzieren.

Die Kontakte der anwesenden Personen untereinander müssen auf ein Minimum reduziert sein. Zudem ist die Handhygiene stets einzuhalten. Dazu kommt, dass pro Reitstall oder Zuchtbetrieb eine Person zu benennen ist, die die Überwachung der Maßnahmen übernimmt und für die Einhaltung und Beratung zu den Hygienevorschriften verantwortlich ist.

Auswirkungen auf Sportwetten

Aufgrund der fehlenden Turniere waren Sportwetten ebenfalls nicht möglich. Dies betraf nicht nur den Reitsport, sondern verschiedene Sportarten. Glücklicherweise gab es hierzu eine praktikable Alternative, die auch in anderen Sportarten immer beliebter wird – unabhängig von Corona. Denn der Spielspaß bei den „Virtual Sports“ ist derselbe wie bei echten Sportarten.

Virtual Sports als Alternative

Der virtuelle Wettsport gilt bei vielen als seriöse Alternative, da eine Absprache nur unter Buchmachern, nicht aber unter den Algorithmen eines Spieles möglich ist. Die Tipps zu diesen Wetten werden verschlüsselt und sind daher sicher. Vorsicht ist nur bei Phishing-Mails geboten. Es kann bei den virtuellen Sportarten auch nicht zu ausgefallenen Veranstaltungen kommen.

Als Virtual Sports stehen unter anderem zur Auswahl:

  • American Football
  • Autorennen
  • Cricket
  • Darts
  • Fußball
  • Pferderennen
  • Radsport
  • Speedway
  • Tennis
  • Trabrennen
  • Windhundrennen

Viele dieser Events starten innerhalb von wenigen Minuten erneut, sodass man öfter spielen kann – was bei echten Veranstaltungen nicht so häufig möglich ist.

Pferdesportveranstaltungen und Olympische Spiele verschoben

Normalerweise hätten 2020 die Olympischen Spiele stattfinden sollen, doch diese wurden nun auf den Sommer 2021 verlegt, um die teilnehmenden Athleten zu schützen. Der Pferde-Rennsport muss glücklicherweise nicht so lange warten, bis die Turniere wieder möglich sind.

Auch wenn diese nicht wie gewohnt ablaufen können, sondern unter strikten Sicherheitsvorkehrungen abgehalten werden. Dabei kommt es zu Geisterrennen – ohne Zuschauer, also genau wie beim Fußball. Denn Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August deutschlandweit untersagt.

Absage auch für die Global Champions Tour in Berlin

Für den 24. bis 26. Juli 2020 wäre die Global Champions Tour (GCT) in Berlin geplant gewesen. Sie zählt zu den bekanntesten Springreitveranstaltungen und wäre mit 17 Veranstaltungen und Preisgeldern von mehr als 40 Mio. Euro an den Start gegangen. Am 25. Mai wurde die Veranstaltung sowie die Global Champions League (GCL) jedoch abgesagt und auf 2021 verschoben.

Großartiger Einsatz des Dachverbandes

Während der Corona-Krise müssen selbstverständlich alle wichtigen Hygieneregelungen eingehalten werden. Doch ein Pferd bedarf einer gewissen Pflege und Bewegung, Rennpferde benötigen regelmäßiges Training. Es ist nicht möglich, die Pferde in dieser Zeit sich selbst zu überlassen und auch die Einhaltung der Abstandsregeln gestaltet sich mitunter schwierig.

So hat sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in Warendorf – der Dachverband aller Züchter, Reiter, Fahrer und Voltigierer für das Thema stark gemacht. (FN steht übrigens für Fédération Equestre Nationale und ist die internationale Bezeichnung des Verbandes). Unter anderem dafür, dass Training und Unterricht, aber auch Leistungsprüfungen und Turniere trotzdem stattfinden dürfen.

Doch der Verband kann keine verbindlichen Regeln verfügen, daher müssen sich alle Betroffenen an den jeweils gültigen Regeln ihres Bundeslandes orientieren. In einigen Bereichen konnten dabei auch tatsächlich erste Lockerungen schon Anfang Mai erzielt werden.

Was ist nach den Lockerungen möglich?

Im Rahmen der Hygieneregelungen kann das Training an der frischen Luft endlich wieder stattfinden. Dabei ist aber zu beachten, dass dies nur in kleinen Gruppen gestattet ist.  Auch externe Trainer dürfen den Unterricht in den Hallen abhalten. Und selbstverständlich können Tierärzte und Schmiede oder andere Dienstleister die Betriebe betreten.

Rennsportveranstaltungen hängen vom jeweiligen Bundesland ab

Pferdebesitzer oder Trainer, die aus dem Ausland nach Deutschland einreisen wollen, müssen sich vorab erkundigen, ob und unter welchen Voraussetzungen dies möglich ist. Infos hierzu gibt es auf den Seiten der Bundespolizei. Turniere waren lange überhaupt nicht möglich, was von den Pferdesportlern weltweit schwer kritisiert wurde.

Auftakt demnächst in Köln

Erste Galopprennen gab es als Geisterrennen allerdings bereits. Der Startschuss für die ersten "gelockerten" Turniere in Köln musste jedoch zunächst verschoben werden. Erst nachdem der Dachverband Deutscher Galopp ein überzeugendes Hygienekonzept erarbeitet hat, können die Turniere unter Auflagen starten.

Beim klassischen Galopprennen starten am Pfingstmontag, den 1. Juni, in Köln die Spitzen-Dreijährigen. Allerdings ohne Zuschauer und nur mit maximal zwei Besitzern pro Pferd.

Was ist bei Turnieren zu beachten?

Die jeweiligen Vorgaben kommen vom zuständigen Bundesland, das das gültige Hygienekonzept dafür vorschreibt. Die üblichen Hygieneregeln (Händewaschen, Nies-Etikette, Abstand) sind obligatorisch. Das Tragen einer Maske kann vor Ort entweder freiwillig oder verpflichtend festgelegt sein. Außerdem werden nur Personen zur Veranstaltung zugelassen, die symptomfrei sind.

Dazu kommt die Benennung eines Verantwortlichen für die Hygienemaßnahmen sowie die Dokumentation der anwesenden Personen. Wo notwendig, müssen Glasscheiben als "Spuckschutz" angebracht werden. Häufig berührte Gegenstände sind regelmäßig zu desinfizieren. Außerdem ist für eine ausreichende Menge Wasser für die Hygienemaßnahmen zu sorgen. Die Gastronomie wird ebenfalls je nach Bundesland reglementiert.

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