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Was verdienen E-Sportler wirklich? FIFA vs. Real Life

10.06.2020 13:47
E-Sportler werden immer bekannter und verdienen demnach auch immer mehr
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E-Sportler werden immer bekannter und verdienen demnach auch immer mehr

Es gibt immer mehr Vereine, die dem E-Sport ein Zuhause geben. Unter ihnen sind gleich mehrere Bundesligisten. In den Nachrichten wird zudem immer wieder davon gesprochen, wie viel E-Sportler verdienen. Aber wie sieht das eigentlich aus? Sicherlich erlangt der E-Sport eine immer größere Beliebtheit, doch können E-Sportler verdiensttechnisch mit echten Fußballern mithalten? Eine Antwort vorweg: Ja. Bevor jemand nun umsattelt, sollte der Artikel jedoch gelesen werden.

E-Sports auf dem aufsteigenden Ast

Wie stark E-Sports mittlerweile in den Fokus rückt, zeigte die Überlegung, den Sport in die Riege der olympischen Sportarten zu erheben. Dieser Vorschlag wurde von der Kommission zwar noch nicht beschlossen, dennoch offenbart er die Wertigkeit dieses Sports. Auch die Tatsache, dass immer mehr Profifußballvereine ihre eigene E-Sports-Abteilung gründen, beweist die hohe Nachfrage. Zudem gilt:

  • Wetten – E-Sports ist in den Wettbüros angekommen. Wettfreunde können nicht mehr nur auf Fußballergebnisse oder, bei manchen Buchmachern, die nächste Trainerentlassung tippen, sondern auf die Ergebnisse aus FIFA, Fortnite und anderen "Computerspielen". Für alles rund um E-Sports Wetten: Weitere Informationen findet Ihr hier.
  • Ligen – es bilden sich immer mehr Ligen, die verstärkt dem Fußball gleichen.
  • Übertragungen – große Events werden live übertragen. Nicht nur im Internet, sondern vermehrt auf Sportdiensten oder im TV.

Das immer größere Interesse ermöglicht das Wachstum natürlich zusätzlich. Längst haben Sponsoren E-Sports für sich entdeckt und investieren große Summen in Werbeflächen oder auch in eigene Teams. Und genau mit diesen Sponsoren steigen natürlich die Chancen, als E-Sportler wirkliches Geld zu verdienen.

Wie sieht es mit dem Verdienst aus?

Wie anfangs schon erwähnt: E-Sportler können so viel verdienen, wie gewöhnliche Fußballer. Diese Aussage allein sagt nämlich noch nichts aus, denn der gewöhnliche Fußballer ist tatsächlich glücklich, wenn er Fahrtkosten erstattet bekommt. Von diesen Beträgen ist gewiss nicht die Rede, doch wer im E-Sport ernsthaft verdienen möchte, der muss einen Weg gehen, wie ihn auch jeder Fußballprofi geht. Die in den Medien genannten Verdienste von E-Sportlern betreffen immer die Profis der Branche und diese sind vergleichbar mit Ronaldo, Neymar und Co. Grundsätzlich gilt:

  • Einstieg – der führt über, um beim Fußballvergleich zu bleiben, über Amateurligen. Es geht darum, Praxis zu sammeln und eventuell das Glück zu haben, entdeckt und abgeworben zu werden.
  • Training – Profispieler trainieren täglich und das für viele Stunden. Stehen sie vom Computer auf, trainieren sie sich. Wer wirklich in den Olymp aufsteigen oder auch nur die Chance, bei einem bekannten Verein einen Vertrag zu erhalten, bewahren will, der muss für diesen Sport leben.

Trotzdem soll es einen Überblick über die Verdienstmöglichkeiten geben:

  • Profi-FIFA - wer es schafft, von Schalke 04 oder anderen Bundesligisten unter Vertrag genommen zu werden und für sie FIFA zu spielen, der kann bis zu 10.000 Euro monatlich als festes Gehalt verdienen. Die Rede ist allerdings von Profispielern.
  • Andere Bereiche - die Summen rund um FIFA sind recht beschränkt. Anders sieht es bei anderen Games und gerade international aus. Hier liegen die Profis bei einem Jahresgehalt im fünfstelligen Bereich.
  • Top-Spieler - die Ronaldos der Szene erhalten mühelos Verträge mit Festsummen von 2,5 Millionen USD jährlich.
  • Länder - in China, Südkorea und den USA wird am meisten verdient.

Die Preisgelder aus gewonnen Turnieren werden, sofern es die Verträge erlauben, auch an die Spieler ausbezahlt. Nicht zu vergessen bei den Einnahmequellen dürften jedoch die Werbeverträge sein. E-Sportler sind praktisch die Boybands der Szene und erhalten unzählige Werbeverträge, die freilich hoch dotiert sind.

Trotz dieser Summen darf nicht vergessen werden, dass nur die Top-Verdiener gezählt werden. Der Großteil der E-Sportler verdient höchstens ein Taschengeld und stellt sich somit neben den passionierten Fußballer, der Woche für Woche für den Stadtteilklub auf dem Rasen steht.

Wie könnte sich der E-Sport entwickeln?

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieser Sport immer mehr als »echter« Sport anerkannt wird und somit auch mehr Präsenz erhält. Schon durch den Fakt, dass bekannte Fußballvereine eigene Teams und Abteilungen gründen, wird E-Sports insbesondere hierzulande aus dem Gamingbereich in den Sportbereich katapultiert. Denn wenngleich die großen Events unter Kennern der Szene schon längst ein Highlight waren, gibt es heute noch etliche Personen, die E-Sports abwertend gegenüberstehen. Umso mehr große und anerkannte Vereine oder Unternehmen sich zu E-Sports bekennen, desto eher wachsen auch die Chancen für die einzelnen Spieler. Mögliche Entwicklungen wären:

  • Große Plattformen – würden große Plattformen die Übertragungen ausrichten, wäre schon der erste große Schritt getan. Mit Übertragungen kommen Rechte und für diese werden wiederum Gelder gezahlt. Bislang wird die Virtual Bundesliga zwar auf Pro Sieben Maxx und ran.de übertragen, doch würden sich Pay-TV-Sender, DAZN oder Amazon daran wagen, wären ganz andere Summen möglich, die wiederum auch dem Amateursport zugutekämen.
  • Sponsoring – gerade in China haben Unternehmen schon längst den Wert des E-Sports erkannt. Sie unterstützen Teams, Spieler und unterhalten Werbeplattformen in den jeweiligen Hallen bei Großevents. Andere drehen vollständige Teaser oder Trailer rund um ein großes Event. Diesbezüglich ist es in Deutschland noch nicht so weit, allerdings ist es bei uns selbst bei Großveranstaltungen nicht üblich, die Halbzeitpausen ähnlich wie die Pausen beim Super Bowl zu nutzen. Einfache Werbe- und Sponsoringverträge sind allerdings durchaus schon gängig.

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich E-Sports zu einer festen Größe entwickelt, ist sehr hoch, zumal er eine sehr soziale Komponente besitzt und kaum Personen ausschließt. Erhält der Profisport mehr Aufmerksamkeit, so wird es auch mehr Amateurvereine geben, die wiederum eine Anlaufstelle für diejenigen sind, die, aus welchen Gründen auch immer, nicht dem "normalen" Sport frönen können.

Irgendwann sind E-Sports genauso beliebt wie herkömmlicher Sport
Irgendwann sind E-Sports genauso beliebt wie herkömmlicher Sport

 

Fazit – wer es schafft, der verdient

Die meisten Menschen, die E-Sport betreiben, verdienen so viel, wie diejenigen, die im örtlichen Fußballverein spielen. Auch E-Sports ist hartes Training, allerdings ist letztlich jeder inkludiert, der an sich und seinem Spiel arbeitet. Und wer es schafft, der mag als Profi schon in Deutschland das Vierfache eines Altenpflegers verdienen, sofern er bei Schalke 04 angestellt ist. International werden gewiss ganz andere Summen erhoben, wobei auch diese ein Zusammenspiel aus Vertrag, Gewinnen und Marketingverträgen sind.