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"Absolute Schweinerei": Ex-Keeper tritt gegen Lautern nach

10.06.2020 13:20
Spielte beim BVB und 1. FC Kaiserslautern: Zlatan Alomerovic
© imago sportfotodienst
Spielte beim BVB und 1. FC Kaiserslautern: Zlatan Alomerovic

Von 2006 bis 2015 spielte Torhüter Zlatan Alomerovic im Nachwuchsbereich von Borussia Dortmund, kam allerdings nie bei den Profis des BVB zum Einsatz. Anschließend zog es den heute 28-Jährigen zum 1. FC Kaiserslautern - aus Alomerovics Sicht ein dunkles Kapitel in seiner Laufbahn.

Der FCK sei von Anfang an "der falsche Verein" für ihn gewesen, gestand Alomerovic im Interview mit "Spox" und "Goal", "und das hätte ich früher erkennen sollen".

Lautern habe ihm vor seiner Verpflichtung zwar ein offenes Duell mit Eigengewächs Marius Müller um die Nummer eins in Aussicht gestellt. Letztlich, so Alomerovic, sei der Zweikampf aber nicht so offen gewesen, "wie er nach außen kommuniziert wurde".

Alomerovic erklärte: "Der Verein lebt seit Jahrzehnten davon, Torhüter herauszubringen. Die Torhüter haben immer ordentlich Geld in die Kassen gespült, so dass es logisch war, mit Müller auf den Torwart aus der eigenen Jugend zu setzen, um ihn nach einem Jahr verkaufen zu können."

Alomerovic sieht Gerry Ehrmanns Rolle zwiespältig

Nicht einmal die beim FCK für den Backup sonst üblichen Einsätze in den Pokalspielen habe er bekommen, klagte der serbisch-deutsche Schlussmann. "Es war deprimierend. Nach drei Monaten wurden der Trainer und der Sportdirektor entlassen. Dann hoffte ich kurz, aber es hat sich nichts verändert."

Auch die Rolle der bei den Pfälzern inzwischen geschassten Torwarttrainer-Ikone Gerry Ehrmann beschrieb Alomerovic zwiespältig: "Gerry ist geradeaus, er hat auch keine Angst vor Trainern oder Sportdirektoren. Manchmal geht das vielleicht auch ein bisschen zu weit. Er hat einfach seine klaren Ansichten, die er voll vertritt. Ich war nicht seine Nummer eins und dann merkte ich auch, dass ich nicht die allergrößte Anerkennung erhalte."

Bei seinem einzigen Zweitliga-Einsatz für die Roten Teufel sei ihm schließlich ein Fehler unterlaufen. "Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass mir der Trainer noch ein Spiel gibt, bevor er wieder wechselt. Es ist ja auch üblich, dass nicht jede Woche der Torwart getauscht wird, denn so verbrennt man einen Spieler nur", sagte Alomerovic.

Trotz anderslautender Bekundungen der Verantwortlichen sei ihm schließlich am 15. Juli 2016 mitgeteilt worden, dass der Klub nicht mehr mit ihm plane, erinnerte sich der inzwischen bei Lechia Gdańsk in Polen beschäftigte Keeper. "Das war eine absolute Schweinerei."

Lob für den BVB - und für Jürgen Klopp

Positive Worte fand Alomerovic für den BVB, dessen Farben er insgesamt neun Jahre lang trug. "Dortmund ist mein Verein. Ich habe dort in der Jugend um viele Titel gespielt und bin mit der U21 aufgestiegen."

Als Nummer drei hinter Roman Weidenfeller und Mitch Langerak ab 2012 sei er auch an den damaligen Erfolgen des BVB beteiligt gewesen, stellte Alomerovic klar. 

"Es war schade, wie die Zeit endete", ergänzte der Profi, dem nach der Verpflichtung von Thomas Tuchel als Nachfolger von Jürgen Klopp ein Vereinswechsel nahe gelegt wurde. "Das ist mir persönlich schwergefallen, aber ich musste es akzeptieren."

Den langjährigen BVB-Erfolgscoach Klopp bezeichnete Alomerovic als "außergewöhnlichen Trainer und Mensch". Der heutige Teammanager des FC Liverpool könne den Spielern "unglaubliches Selbstbewusstsein vermitteln", habe allerdings mitunter auch "laute Worte" gewählt. "Ihm gelingt es extrem gut, zur richtigen Zeit die richtigen Dinge zu sagen - und damit packt er die Spieler."

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