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Bayer Leverkusen im Finale von Berlin

Eiskalte Werkself beendet Saarbrückens Pokal-Märchen

10.06.2020 07:47
Bayer Leverkusen schlägt den 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal
© Andreas Schlichter
Bayer Leverkusen schlägt den 1. FC Saarbrücken im DFB-Pokal

Mit der Dominanz eines entschlossenen Topteams hat Bayer Leverkusen das Pokal-Märchen des 1. FC Saarbrücken schon vor dem letzten Kapitel beendet.

Der Fußball-Bundesligist gewann das Halbfinale 3:0 (2:0) beim ersten Viertligisten, der jemals die Vorschlussrunde erreicht hat. Bayer steht zum vierten Mal im Endspiel und greift nach seinem zweiten Titel.

Moussa Diaby (11.), Lucas Alario (19.) und Karim Bellarabi (58.) trafen für den Pokalsieger von 1993, der im Finale am 4. Juli in Berlin auf den FC Bayern München oder Eintracht Frankfurt trifft. Zudem ist Bayer eine Prämie von über drei Millionen Euro sicher.

Dagegen ist der FCS beim vierten Anlauf zum vierten Mal an der letzten Hürde vor dem Endspiel gescheitert.

"Die erste Halbzeit war genauso, wie man als Favorit bei einem Überraschungsteam agieren muss", sagte Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler: "Schon nach einer Viertelstunde hatte man das Gefühl, dass nichts anbrennt. Jetzt fahren wir nach Berlin, darüber freuen wir uns."

FCS-Trainer Lukas Kwasniok resümierte in der "ARD": "Mich hat gestört, dass wir nicht eklig genug waren. Das ärgert mich, dass wir nicht so reingekommen sind."

Dennoch haben die Saarländer, die nach dem Saisonabbruch der Regionalliga Südwest als Aufsteiger in die 3. Liga feststehen, deutsche Fußballgeschichte geschrieben.

Dafür sorgte der Siegeszug des Bundesliga-Gründungsmitglieds, dem Jahn Regensburg, der 1. FC Köln, der Karlsruher SC und Fortuna Düsseldorf zum Opfer gefallen waren.

Bayer bestimmt das Geschehen - und trifft früh

Beim Geisterspiel im Hermann-Neuberger-Stadion in Völklingen bestimmte Leverkusen in der Anfangsphase wie erwartet das Geschehen.

Die Saarbrücker, die nach jahrelangen Bauarbeiten am Ludwigspark zu Beginn der neuen Saison wohl in ihr Heimatstadion zurückkehren können, versuchten es mit gelegentlichen Nadelstichen.

Diese Taktik ging nicht lange auf. Nach guter Vorarbeit von Kerem Demirbay traf der Franzose Diaby für die Gäste.

Die Leverkusener, die ohne ihren verletzten Topstar Kai Havertz (muskuläre Probleme) und Lars Bender auskommen mussten, blieben auch nach der Führung konzentriert.

Bosz-Elf nach Pleite gegen den FC Bayern hochkonzentriert

Drei Tage nach der Niederlage in der Liga gegen Bayern (2:4) war der Mannschaft von Trainer Peter Bosz anzumerken, dass sie die Finalchance nutzen wollte.

Die Saarbrücker, die seit dem 7. März (0:1 bei Astoria Walldorf) kein Punktspiel mehr bestritten hatten, konnten nur ihren Kampfgeist entgegensetzen. Das zweite Tor für Bayer lag in der Luft, der Argentinier Alario traf dann schließlich.

Danach ließen die Leverkusener etwas ruhiger angehen, verschnaufen konnten die Saarbrücker aber nicht. Das Team von Coach Lukas Kwasniok befand sich fast ausschließlich in der Defensive. Paulinho konnte die Chancen zum dritten Tor zweimal nicht verwerten (38. und 39.).

Saarbrücken kommt verbessert aus der Pause

Zu Beginn des zweiten Durchgangs trauten sich die Gastgeber etwas mehr zu. An der Überlegenheit der Leverkusener änderte sich aber nichts. Bayer vergaß allerdings zunächst, das dritte Tor nachzulegen. Dieses Manko beseitigte der eingewechselte Bellarabi nach Vorarbeit Demirbays.

Nach dem Treffer schaltete Leverkusen einen Gang zurück. Zudem nahm Bosz weitere Wechsel vor, um einen Teil seiner Stammspieler für das Punktspiel am Sonntag bei Schalke 04 zu schonen. Nach rund einer Stunde hatte der Trainer schon viermal getauscht, darunter litt das Spiel merklich.

Leverkusen legte keinen gesteigerten Wert mehr auf ein weiteres Tor und verwaltete den Vorsprung. Der FCS konnte das allerdings nicht ausnutzen. Das Spiel hatte kaum noch Höhepunkte zu bieten. Erst in der 77. Minute vergab Paulinho wieder eine große Möglichkeit.

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